Test - The Westerner : The Westerner

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'The Westerner' – zwei Worte, zwölf Buchstaben. Doch hinter dem Spiel steckt viel mehr, als der schlichte Titel erahnen lässt: Es ist die Hoffnung dieses Adventure-Frühlings, vielleicht sogar des gesamten Jahres. Schicke 3D-Grafik, klassische Maus-Steuerung, professionelle Sprachausgabe und nicht zuletzt eine gehörige Portion Humor sollen das Spiel in der Tradition der alten 2D-Abenteuer stehen lassen, das Ganze jedoch in ein modernes Gewand verfrachten. Ob das spanische Entwickler-Team Revistronic damit einen Hit landen konnte, klärt unser Review.
 

Und ich bin ein mächtiger ... Cowboy?!
Im Wilden Westen lebt es sich nicht leicht: Die Gangster schießen schneller als ihr Schatten, schöne Frauen stehen grundsätzlich auf der falschen Seite und korrupte Sheriffs kosten wackeren Helden die letzten Nerven. Bei 'The Westerner' sieht das nicht anders aus. Als Fenimore Fillmore, seines Zeichens Cowboy, durch die Nacht reitet, bekommt er zufällig mit, wie drei Fieslinge im Auftrag eines reichen Bösewichts die Farm der Familie Banister abfackeln wollen. Unfreiwillig stellt sich der schlaksige Tollpatsch den bewaffneten Maulhelden in den Weg und rettet damit das Hab und Gut der Farmer. Doch an dieser Stelle fängt das Adventure gerade erst an, denn so schnell gibt sich Widerling Starek nicht geschlagen – und Fenimore erklärt ihm mit seinen neu gewonnenen Freunden den Krieg.

Die Story von 'The Westerner' ist nicht besonders einfallsreich und weist zudem viele Parallelen zur 'Monkey Island'-Serie auf. Der Protagonist wirkt wie ein verkappter Guybrush Threepwood im Karnevals-Kostüm, Fenimores Angebetete, die Nichte des Bösen, erinnert auf ihre herrische Art an Elaine Marley. Sogar Beleidigungs-Duelle gibt es. Und diese ganze Geschichte um einen Investoren und unterdrückte Arbeiter scheinen wir in der Vergangenheit schon x-mal gehört zu haben. Leider ist auch der Erzählstil relativ träge; bedeutende Fortschritte und Erfolgserlebnisse treten recht selten auf. Für die Motivation ist der Spieler selbst verantwortlich: Die versprochene Witzigkeit hält sich in Grenzen, abseits vereinzelter Slapstick-Einlagen suchten wir lustige Sprüche vergebens. Der Humor ist nicht platt oder niveaulos, sondern einfach kaum vorhanden.

High Noon
Ebenfalls gemeinsam mit 'Monkey Island' hat 'The Westerner' seine große und überwiegend frei begehbare Spielwelt. Anstatt die Locations nacheinander abzuarbeiten, könnt ihr schon zu Beginn alle Umgebungen besuchen: Stadt, Schule, eine Attraktion sowie drei Farmen. Der Aufbau ist daher nicht streng linear – wenn ihr an einer Stelle nicht weiterkommt, versucht ihr es eben zunächst an einer anderen. Leider ist die Freiheit aber gleichzeitig mit viel Rennerei verbunden. Fenimore schleicht geradezu durch die Gegend, eine optionale Lauffunktion haben die Designer vergessen.

Abgesehen von diesem Malus funktioniert die Steuerung trotz 3D-Engine allerdings ausgesprochen gut: Jeder Ort wird aus mehreren Kamera-Perspektiven gezeigt, welche abhängig von der Position der Spiel-Figur wechseln. So habt ihr stets alles Wichtige im Blick, ohne selbst Hand anlegen zu müssen. Im Gegensatz zu anderen Adventures könnt ihr jedoch nicht zwischen verschiedenen Handlungsoptionen wählen, sondern dürft Objekte generell nur aufnehmen oder benutzen. Was in vielen Spielen den Charme der Charaktere ausmacht – die spaßigen Situationskommentare – ist in 'The Westerner' abstinent. Nicht zuletzt dadurch fehlt es Fenimore spürbar an Profil.

 

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