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Three Kingdoms: Im Jahr des Drachen
Die Armee positioniert sich zum Sturm auf die Mauer.

In den Kasernen werden Arbeiter zu Kriegern verschiedener Kategorien umgeschult. Eine Umwandlung vom Krieger zurück zum Arbeiter ist ebenfalls möglich, wobei die Einheit sogar ihre Kampferfahrung behält, für den Fall, dass er seinem zerstörerischen Handwerk eines Tages erneut nachgehen soll. Tempel sorgen dafür, dass eure Siedlung von den gelegentlich stattfindenden Katastrophen wie Pest, Erdbeben, Aufständen und Heuschreckenplagen verschont bleiben und üben positiven Einfluss auf Bevölkerung und Produktion aus, vorausgesetzt, ihr seid einem gelegentlichen Opfer in Form von Gold oder Nahrung nicht abgeneigt.

Wirtshäuser dienen nicht nur dem allabendlichen Umtrunk, sondern locken auch erfahrene Krieger an. Diese könnt ihr zu Offizieren ernennen, die euren Trupps Angriffs-Boni bescheren. Die Offiziere sind wesentliches Element der Strategie der Truppen. Sie verfügen über Charakterwerte wie Intelligenz, Verteidigung und Angriff, sowie den Verhaltensweisen aggressiv, defensiv, ausruhen und Stellung halten. Damit die Leistungen der Offiziere auch entsprechend gewürdigt werden, könnt ihr sie mit Rängen und Gold belohnen, was die Loyalität der Offiziere kräftig steigert.

Ebenfalls ein unabdingbares Gebäude ist die Maschinenwerkstatt. Dort werden, in Abhängigkeit von euren Forschungsergebnissen, Kriegs- und Belagerungsmaschinen gebaut wie beispielsweise Belagerungsleitern, Steinschleuderwagen und Spionage-Ballons. Eine sehr interessante Einheit sind auch die Teufelsdrachen, mit denen zwei Mann pro Drachen über Verteidigungsmauern geschossen werden können. Ansonsten gibt es auch noch eine Werft für Kriegsdschunken, denn in 'Three Kingdoms' ist sowohl Transport, als auch Kampf auf dem Wasser möglich.

Three Kingdoms: Im Jahr des Drachen
Ein Feldlager sorgt für die Versorgung der Truppen.

Ein weiterer Aspekt für den Aufbau einer funktionierenden Siedlung ist, dass die außerhalb auf Kriegszug befindlichen Truppen versorgt werden müssen. Dafür stehen Transportwagen zur Verfügung, welche die Feldlager mit Nahrung und Wein versorgen müssen. Ansonsten fangen die Truppen das Hungern an, was sich nicht gerade positiv auf den Kampfeswillen niederschlägt. Auch der eine oder andere, geschichtlich sicher nicht ganz akkurate Zauberer kann nicht schaden, der als Heiler mit von der Partie ist.

Auf dem Weg zur eigentlichen Bezwingung der Gegner gibt es noch ein paar Kleinigkeiten auf dem Wege. Zum einen gibt es Provinzdörfer, die meist nur schlecht verteidigt sind, deren Einnahme euch aber zu zusätzlichen Steuereinnahmen in Form von Gold verhelfen kann. Gelegentlich stolpert ihr über einen Buddha-Kopf aus Stein, der, von einem Arbeiter auf eine kopflose Statue platziert, euch eine Belohnung einbringt.

Die Armeen verfügen, wenn ihr alle Möglichkeiten ausnutzt, über Fernkämpfer, Nahkämpfer und berittene Krieger sowie die Offiziere. Hinzu kommen die Belagerungsmaschinen und die Versorgungseinheiten, also ein ganz schön wuseliger Haufen. Zur Erleichterung können Einheiten gruppiert werden und auch Einheiten einer Klasse per Doppelklick angewählt werden. Zudem können Kämpfe pausiert werden, in den Pausen könnt ihr euch einen Überblick verschaffen und den Truppen auch neue Befehle erteilen. Leider sind die Kämpfe sehr wuselig geraten und die KI macht nicht den besten Eindruck, speziell bei der Wegfindung. Hier müssen die Entwickler bis zum Release noch nachbessern. Ein weiterer Mangel ist der Übergang von den Städten zum freien Land. Hier gibt es keinen fließenden Übergang, statt dessen wird die Stadt auf der offenen Karte durch ein Gebäude dargestellt, welches erst, wenn die Einheiten es betreten, zur eigentlichen Stadtkarte führt. Das kann schon das eine oder andere Mal zu kräftigen Verwirrungen führen. Auch die Taktik kommt auf den ersten Blick etwas zu kurz. Im wesentlichen spielen die Zusammensetzung der Einheiten und die Masse eine Rolle. Immerhin agiert der Computer-Gegner recht aggressiv, so dass es schnell zu ersten Scharmützeln kommt. Einheiten erlangen in den Gefechten Erfahrung, die aber leider nicht in Folgemissionen übernommen wird.

Three Kingdoms: Im Jahr des Drachen
Mit Teufelsdrachen können Einheiten über Mauern katapultiert werden.

In den zum Teil recht umfangreichen Missionen geht es im Wesentlichen darum, die gegnerischen Siedlungen, von denen meist mehrere in einer Mission vorhanden sind, zu erobern. Dabei rein auf Zerstörung zu setzen, ist allerdings nicht sinnvoll, viel wichtiger ist es, den Gegner im Kern zu treffen und sein Gerichtsgebäude einzunehmen. Das hat auch einen Grund: erobert ihr ein Gerichtsgebäude, wird die ganze Stadt mit einem Schlag euer Eigentum. Der Vorteil ist offensichtlich, ihr könnt eine voll ausgebaute Siedlung übernehmen, ohne hinterher Zeit in Aufbaumaßnahmen stecken zu müssen. Eins kommt noch hinzu, die Ressourcen sind rein stadtbezogen, das heisst, wenn eure Armee in einer neuen Stadt steht, stehen ihr nur die Ressourcen zur Verfügung, die in dieser Stadt auch gewonnen werden, bzw. vorrätig sind. Lediglich bei der letzten verbliebenen Stadt einer Mission könnt ihr eurer Zerstörungswut freien Lauf lassen, denn weder Städte noch Einheiten werden in die Folgemission übernommen. Der Austausch zwischen den Städten findet einzig und allein durch Handel und Transport statt.

Optisch stellt sich 'Three Kingdoms' in isometrischer Ansicht in den Auflösungen 800x600 und 1024x768 Pixeln dar. Die Grafik ist ansprechend detailliert, die Umgebung aber kaum animiert und bietet aber in den verschiedenen Maps keine grossen Überraschungen. Die Einheiten sind hübsch anzusehen und zeigen keine grafischen Schwächen. Die Zwischensequenzen sind hochwertig und bieten prima Kost fürs Auge. Originell ist in jedem Fall die Geräuschkulisse, die oftmals an einen KungFu-Film erinnert, bei all den chinesischen Befehlsrufen.

Mehrspieler-Fans können sich über Gefechte mit bis zu acht Spielern freuen, alle gängigen Protokolle werden unterstützt. 32 Maps stehen bereits jetzt zur Verfügung, zusätzlich sind in den Multiplayer-Optionen verschiedene Bedingungen auswählbar, mit denen das Gameplay variiert werden kann.

 

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
'Three Kingdoms: Im Jahr des Drachen' erinnert über weite Strecken an das grosse Vorbild 'Age of Empires'. Das einzigartige Szenario wurde gut umgesetzt und glänzt vor allem durch Atmosphäre. Genre-Fans sollten sich den Titel ruhig schon mal vormerken, es bleibt allerdings abzuwarten, ob das Spiel letztendlich eigenständig genug ist, um sich gegen den schier übermächtigen Rivalen durchzusetzen. Aber wie heisst es so schön? Besser gut kopiert als schlecht selbst gemacht.

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