Test - Splinter Cell Double Agent : Splinter Cell Double Agent

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Trotzdem ist die Story ein Fortschritt, zumal sich die Entwickler ein interessantes Feature ausgedacht haben, das das Motto "Doppelagent" würdigt: Während eurer Missionen, aber auch in den Abschnitten im Versteck der Fieslinge gibt es mehrere Aufgaben, mit denen ihr entweder das Vertrauen der NSA oder aber euer Ansehen bei der JBA aufmöbelt. Entsprechend gibt es auch Aktionen, welche die jeweilige Vertrauensenergie-Leiste verringern. Dabei spielt die Moral oft eine wichtige Rolle – ’24’ lässt grüßen. Ein Beispiel: Die Terroristen wollen, dass ihr einen gefangenen Unschuldigen exekutiert. Verzichtet ihr darauf, kommt das bei der NSA besser an, dafür werden die Jungs der JBA misstrauisch. Letzteres geschieht auch, wenn ihr euch in verbotene Zonen der JBA wagt, um beispielsweise einen Sender für die NSA an einer Antenne zu befestigen oder den Server der Terroristen zu hacken. Im Extremfall verliert ihr das komplette Vertrauen einer Seite, was zugleich das "Game Over" bedeutet. Je nachdem, welche der beiden Gruppierungen ihr bevorzugt, bekommt ihr am Ende eines der drei Story-Enden zu sehen. Ansonsten haben eure Entscheidungen leider nur wenig Einfluss auf den Verlauf des Spiels. Auch hier wurde Potenzial verschenkt.

Agenten-Alltag

Am eigentlichen Spielgeschehen hat sich bei ’Splinter Cell: Double Agent' hingegen kaum etwas verändert, Kenner der Reihe fühlen sich also sofort wie zu Hause. Nach wie vor soll der Held weniger als Rambo, sondern vielmehr als Schatten agieren – ihr müsst euch also möglichst in der Dunkelheit oder wenigstens in Verstecken bewegen, um den Feinden auszuweichen, sie unauffällig per Würgegriff auszuschalten oder im Notfall eure Betäubungspistole einzusetzen. Nur in Ausnahmefällen solltet ihr euch den Weg freiballern. Wer Letzteres will, kann dies zwar meist tun, wird aber mit Vertrauensentzug und einer schlechteren Wertung am Missionsende bestraft. Nett ist dagegen die Sekundärfunktion der Pistole, mit der ihr Lampen und Ähnliches per Elektroimpuls ausschalten könnt, ohne Munition zu verschwenden. Wie es sich für Sam Fisher gehört, hat er außerdem das eine oder andere Agenten-Gadget in der Tasche, hantiert mit diversen Sichtfiltern herum und muss auch mal eine Tür vorsichtig öffnen, Code-Wörter von einem Gefangenen erpressen, einen Computer hacken oder ein Schloss knacken (die beiden letzteren Aktionen erledigt ihr per Minispiel). Allgemein sei gesagt, dass die Steuerung mit sämtlichen Gadgets am PC einen Tick besser von der Hand geht. Zwar muss man sich zunächst in die Fülle an Hotkeys einarbeiten, doch hat man diese verinnerlicht, klappt beispielsweise der Wechsel zwischen mehreren Aktionen sehr flüssig.

Ein großer Reiz von Sams Agentenarbeit rührt von den Levels her, die den Entwicklern auch in ’Double Agent’ sehr gut gelungen sind. Erfreulich, dass ihr diesmal nicht ständig per Nachtsicht herumschleichen müsst, sondern auch mehr oder weniger helle Orte erkundet, wie etwa die Antarktis bei Tag, ein gut ausgeleuchtetes Gefängnis oder einen Tanker im Schneegestöber. Darüber hinaus entert ihr unter anderem ein Luxushotel während einer Silvesterparty inklusive die Umgebung erleuchtendes Feuerwerk, beweist eure eisernen Nerven bei brenzligen Flugmanövern sowie beim Fallschirmspringen und schreckt auch vor einem Abstecher in einen nahöstlichen Krisenherd nicht zurück. Ebenfalls ein Plus sind die verschiedenen Möglichkeiten, mit denen ihr die Aufgaben lösen könnt. Um beispielsweise von einer Wäscherei in ein oberhalb gelegenes Appartement zu kommen, könnt ihr euch einfach den Weg freischießen und den Lift nehmen. Oder aber ihr umgeht die Wachen durch einen Bodenschacht. Andere Spieler legen lieber den Strom per Sicherungskasten lahm und schleichen sich so im Dunkeln zum Ziel. Wieder andere hingegen halten einfach die Augen offen und nutzen einen unbewachten Tunnel, um locker und sicher nach oben zu klettern. Weniger positiv ist hingegen der unausgewogene Schwierigkeitsgrad: So dürften Neulinge gleich an der ersten Mission kräftig zu knabbern haben, zumal ein trainingsähnlicher Spielabschnitt (abseits des spärlichen Trainingsmodus im Hauptmenü) erst in der dritten Mission folgt. Darüber hinaus haben es die Entwickler beim höchsten der drei wählbaren Schwierigkeitsgrade klar mit den Lauschern der recht clever agierenden Feinde übertrieben – diese hören euch oft sogar, wenn ihr euch ganz langsam an sie anschleicht. So werden auch erfahrene Spieler einige nervenzehrende Situationen erleben und den einen oder anderen Spielstand öfters laden müssen. Auch die Missionshinweise und die mäßig übersichtliche 3D-Karte sind nicht immer ein Quell der Freude. Oftmals fühlt man sich regelrecht im Stich gelassen – Profis freut das, Einsteiger fluchen.

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