Test - Total War: Attila : Die Hunnen sind los!

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Knapp über 15 Jahre Total War bedeutet auch 15 Jahre voller Taktik, durchgemachter Nächte und Krieg bis zum bitteren Ende. Creative Assembly hat Strategiespiel-Fans in unendlich viele Schlachten geschickt und blickt auf über 11 Millionen verkaufte Spielexemplare zurück. Die Mischung aus rundenbasierter Strategie und Echtzeitstrategie funktioniert bis heute prächtig. Zur Freude aller Genre-Fans schicken die britischen Entwickler einen neuen Ableger der Reihe ins Rennen. Attila soll den Strategieklassiker nach dem eher nur soliden Rome II wieder zu alter Stärke führen. Wie der Titel verrät, dieses Mal mit einem frischen Szenario mit Hunnen und gotischen Völkern. Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, dem neu aufgeflammten Ruf des Krieges zu folgen und verraten euch, ob Attila die Stärke hat Total-War-Geschichte zu schreiben.

Im neuen virtuellen Feldzug werden wir schnurstracks ins fünfte Jahrhundert geschleudert. In eine Epoche, die von Krieg, Eroberung und noch mehr vom Schrecken beherrscht wurde. In Europa hat sich das Römische Reich enorm ausgedehnt. Zu weit, um allerorts noch die vollständige Kontrolle zu haben. Das wird ihm zum Verhängnis, denn nicht nur germanische Volksstämme aus dem Westen haben es auf die Territorien der Römer abgesehen: Der Machthunger Attilas lässt die gefürchteten Hunnen aus dem Osten herbeigaloppieren. Die Herrschaft Roms über Europa bröckelt und wir sollen es schlussendlich zu Fall bringen. So viel zur Ausgangssituation in Total War: Attila.

Das Spielprinzip bleibt natürlich altbewährt mit seiner guten Mischung aus Reichsverwaltung und echtzeitbasierten Taktikschlachten. Wir wollen uns vorrangig mit dem Herzstück des Spiels beschäftigen. Das ist selbstverständlich die Solokampagne, die uns einmal mehr etliche Nächte gekostet hat. Denn ein Zeitfresser bleibt auch dieser Teil, was natürlich nur positiv zu bewerten ist.

Arme Römer und böse Hunnen

Bevor wir aber richtig loslegen können, müssen wir aus dem tollen Fundus der neuen Völker wählen, die alle andere Schwierigkeitsgrade als auch Startpositionen besitzen. Uns stehen die Königreiche der Franken und der Sachsen zur Verfügung. Außerdem sind Ost- und Westgoten ebenso spielbar wie das römische West- sowie Ostreich oder das Sassanidenreich um den persischen Anführer Bahram. Der Titelgeber fehlt natürlich ebenfalls nicht. Als achtes Volk dürft ihr mit Attila an der Spitze die Horden der Hunnen anführen. Eine gute Auswahl, da sich alle Völker in Bezug auf Spielstil, Verhalten und Einheiten sehr voneinander unterscheiden.

Zum Beispiel ist das Vorhaben, die Perser zur neuen Blüte zu führen, noch die einfachste Wahl. Das Römische Reich vor den einfallenden Barbaren zu verteidigen ist da schon knackiger und nur etwas für erfahrene Spieler. Neu in diesem Teil ist das Zugverhalten der Völker, insbesondere das der Goten und der Hunnen. Die Goten können sich nämlich zu Horden vereinen, ohne Städte weiterziehen und sich woanders niederlassen.

Die Hunnen sind die echten Nomaden in diesem Spiel. Weder besitzen sie Städte noch können sie welche erobern. Sie ziehen hoch zu Ross mit dem Schwert in der Hand über die Karte, um auf ihrem Weg Schutt und Asche zurückzulassen. So sind sie halt, diese Hunnen – wild, gefährlich und rastlos. Wer es übrigens richtig hart möchte, kann die Kampagne direkt mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad von insgesamt fünf starten. Damit werden echte Total-War-Veteranen vor große Herausforderungen gestellt.

Total War: Attila - Ashen Horse Cinematic Trailer
Der vierte Reiter der Apokalypse reitet. Hunnenkönig Attila ist der Tod selbst und sein Name brennt sich wie Feuer durch die Seiten der Geschichtsbücher.

Ich bau mir mein Imperium

Sobald ihr euch entschieden habt, geht es auf die altbekannte Strategiekarte, wo ihr euer Reich verwaltet und versucht euer kleines Kaff in ein Imperium zu verwandeln. Nicht so die Hunnen natürlich, die wollen nur plündern, abfackeln und frei von Mauern den Siegeszug antreten. Doch um am Ende erfolgreich zum Obermacker von Total War aufzusteigen, bedarf es einer gehörigen Portion Gehirnschmalz, wenn ihr damit beschäftigt seid, rundenbasiert eure Territorien zu festigen - sei es mit der Produktion von Nahrung, dem Ausbauen eurer Streitmacht oder dem Füllen eurer Staatskasse mit reichlich funkelnden Münzen.

Ihr trefft weiterhin wirtschaftliche, wissenschaftliche sowie politische Entscheidungen. Insbesondere die Diplomatie und die Forschung sollte man nicht unterschätzen. Wer zum Beispiel seine Einheiten nicht mit der Zeit modernisiert oder sie neue Eigenschaften erlernen lässt, wird gegen die vielen blutdurstigen Feinde keine Chance haben. Wobei ein neuer Feind auch in Form der widrigen Witterung auftreten kann, die ganze Ernten zerstört und dadurch Bürger erzürnt und Soldaten das Zeitliche segnen lässt.

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