Test - Trauma Center: Second Opinion : Herr Doktor, bitte ins Spielzimmer!

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Wie im realen Chirurgenleben ist eine ruhige Hand das A und O. Wer bei einem Schnitt quer über die Luftröhre einen Moment nicht aufpasst, riskiert das Leben der virtuellen Patienten. Einiger solcher Fehler verzeiht das Opfer in der Regel, allerdings kostet jede falsche Benutzung eines OP-Instruments etwas Lebensenergie des Erkrankten. Neben dem sauberen Arbeiten ist auch ein schnelles Eingreifen sehr wichtig. Bei jeder OP steht ihr in Form eines gnadenlos heruntertickenden Timers unter enormem Zeitdruck.

Operation gelungen – Patient tot?
Im Laufe des Spiels werden die Operationen stets komplexer und schwieriger. Neben neuen Werkzeugen, wie Defibrillatoren oder Lasern, gibt es aber immer einige Arbeitsschritte, die ihr bei fast jedem Eingriff ausführen müsst. Diese Routineschritte, wie das Verbinden einer Wunde oder das Betupfen mit Heilsalbe, nerven auf Dauer ein wenig, zumal auch stets die richtige Reihenfolge der einzelnen Arbeiten eingehalten werden muss – um das Auswendiglernen kommt man daher kaum herum. Wer dennoch einmal nicht weiter weiß, schaut in unsere Komplettlösung
.

Am Ende einer OP wird eure Arbeit in verschiedenen Bereichen bewertet und ihr erhaltet eine Note für den Eingriff. Doch letztlich ist die Punktevergabe ziemlich überflüssig, denn ein Vergleich etwa über eine Online-Highscore-Liste ist nicht möglich. So spielt ihr also nur gegen euch selbst. Doch trotz der interessanten Missionen und jederzeit spannenden Operationen ist der Wiederspielwert eher gering einzuschätzen.

Kühl und leer wie ein OP

Grafisch holt 'Second Opinion' fraglos kaum alles aus der Wii-Hardware heraus. Der einfache japanische Zeichenstil wird konsequent durchgesetzt, sodass auch die Innenansichten der Patienten bei einer OP nicht sonderlich detailliert sind. Das hat immerhin den Vorteil, dass das Operationsfeld sehr übersichtlich bleibt und ein Ekelfaktor zu keinem Zeitpunkt aufkommt. Selbst Leute, die kein Blut sehen können, werden kaum Probleme bekommen. Schade für HDTV-Besitzer: Eine progressive Bildausgabe ist nicht vorhanden. Passend zum Krankenhaus-Setting fällt der Sound aus. Wie aus den Arztserien im TV bekannt, ertönen die unverwechselbaren Effekte aus den Lautsprechern, untermalt wird das Ganze von einem hörenswerten Score, der entfernt an den Soundtrack der Serie '24' erinnert.

Wer bereits das DS-Original gezockt hat, kann sich die Wii-Umsetzung vermutlich sparen. Denn bis auf die zusätzlichen Missionen mit Dr. Weaver, ein paar neue OP-Instrumente und den etwas einfacheren Schwierigkeitsgrad halten sich die Unterschiede zu 'Trauma Center: Under the Knife' in Grenzen.

Fazit

von Jan Höllger
Eine zweite Meinung könnt ihr euch diesmal getrost sparen: 'Trauma Center: Second Opinion' ist ein forderndes und nett aufgezogenes Geschicklichkeitsspiel, das von den Möglichkeiten der Wii-Steuerung stark profitiert. Das unverbrauchte Gameplay lädt sofort zum Weiterspielen ein, selbst wenn eine OP mal nicht beim ersten Versuch gelingen mag. Anders als in der Realität gibt euch 'Trauma Center' stets eine zweite Chance, das Leben des Patienten zu retten. Trotz ihrer Belanglosigkeit und dürftigen Präsentation versprüht sogar die Story einen gewissen Charme und die Technik ist zwar nicht überwältigend, aber stets passend. Unentschlossene fragen noch ihren Arzt oder Apotheker, alle anderen schnappen sich sofort das Wii-Skalpell und legen los.

Überblick

Pro

  • gute Einbindung der Wii-Steuerung
  • interessante Operationen
  • unverbrauchtes Gameplay

Contra

  • Story auf Daily-Soap-Niveau
  • Präsentation eher schwach
  • viele Arbeitsschritte müssen auswendig gelernt werden

Wertung

  • Wii
    82
    %

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