Test - Tropico : Tropico

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Nun ist Pop Top Softwares lang erwartetes 'Tropico' also erschienen. Seit unserem Preview hat sich doch einiges getan. Vor allem zeigte sich der 'Sim City'-, 'Siedler'-, 'Sims'-Mix wesentlich stabiler als noch vor einigen Wochen. Aber die Diktatoren-Simulation lief auf unserem Testrechner erst nach Installation des zum Release erschienenen Patches, dann dafür allerdings reibungslos. Nicht nur bugtechnisch, auch spielerisch hat sich einiges getan.

Isla da Tropico, Mai 2001, ein neuer Diktator ist auferstanden und greift gierig nach der Macht auf der dünn besiedelten Insel. Dieser Diktator seid ihr und eure Aufgabe ist es, aus dem kargen kleinen Ödland eine prosperierende weltbekannte Insel zu machen, die von Touristen gern besucht und von Aufständen und Rebellionen möglichst verschont bleibt.

Schon das kesse und inspirierende Intro sorgt für dich rechte Stimmung, welche durch die gelungen Latino-Musik noch weiter unterstrichen wird. Vor allem das im Südamerika-Ambiente gestaltete Hauptmenü, das euch das virtuelle Büro des Inseldiktators zeigt und alle Einstellungen vom Tutorial bis hin zu den Game-Credits bietet, verfeinert den Gesamteindruck und lässt euch mit Kribbeln auf die ersten Missionen warten.

Tropico
Fidel ist euer Vorbild? Tropico ist euer Spiel ...

Das angebotene Tutorial macht einen hervorragenden Eindruck und weist euch, übrigens mit wundervoll komischer Sprachausgabe, detailliert und gekonnt in die doch sehr komplexen Hintergründe der Wirtschaftsimulation ein. Pop Top zeigt hier wie ein gutes Tutorial auszusehen hat, welches das Studium des dennoch umfangreichen Handbuch praktisch unnötig macht.

Entscheidet man sich für ein neues Spiel, hat man die Auswahl aus acht vorgefertigten Szenarien oder einem frei konfigurierbarem Zufallsspiel, in dem so ziemlich alles an Voraussetzungen eingestellt werden kann, was des WiSim-Fans Herz begehrt. Über die Vorgeschichte des Diktators, unter die sich auch Lou Bega samt Lebenslauf eingeschlichen hat, der auch in den Credits seinen neuen Song zum besten gibt, der Gestaltung des Eilands über politische Hintergründe der Bevölkerung bleiben eigentlich keine Wünsche offen. Der Reichtum an Vegetation, Mineralien, die Topographie eurer Insel, die politische Stabilität, sowie besonders festzulegende Umstände (zum Beispiel kann man seine Insel für Einwanderer komplett sperren, was der Population um einiges abträglich ist) ergeben schließlich den Schwierigkeitsgrad mit dem sich unser virtueller Diktator konfrontiert sieht.

Tropico
oder doch lieber Lou Bega?

Fünf verschiedene Spielziele, unter denen sich ein 'Open End'-Modus befindet oder auch das alleinige Ziel, möglichst viel Kohle auf sein schweizer Konto zu schaffen, runden das Ganze wohlschmeckend ab. Nach kurvenreicher Kamerafahrt aus eurem Büro über das tiefblaue Karibikmeer landet ihr schließlich in der isometrischen Ansicht eurer Insel und deren Bewohner.

Hier macht sich ein kleiner Wermutstropfen breit, denn die Grafik-Engine macht nicht mehr den taufrischesten Eindruck, zwar kann man rein- und rauszoomen, dies allerdings nur in sechs Stufen und auch das Drehen der Karte ist nur in 90 Grad Schritten möglich. Ein Schelm wer Böses dabei denkt und Parallelen zu bereits erschienenen Pop Top-Spielen zieht.

Tropico
Hübsche Maus verschönter das Extro.

In der höchsten Zoomstufen kommt dagegen Freude auf. Die Figuren, sprich eure Einwohner, sind putzig animiert und über die aus 'Sims' bekannten Emotic-Icons könnt ihr oft bereits auf einen Blick erkennen, wie es um die Gemütslage des angeklickten Einwohners bestellt ist. Ein dort in Gedankenblase erscheinendes Bettchen kann wohl auch ohne das Studium des gut gemachten, wenn auch mit einigen Rechtschreibfehlern wohl typisch südamerikanisch lax gehaltenen Handbuchs gedeutet werden. Hier offenbart 'Tropico' in Form der absoluten Identifizierung mit 'euren' Bewohnern seine große Stärke. Denn bereits nach kurzem Spiel sind euch Pablo, Conchita und Manuel ans Herz gewachsen und euer Streben gilt dem Ziel, den Leuten Unterkunft, Nahrung und Unterhaltung anzugedeihen.

 

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