Test - Umbrella Corps : Waren Zombies am Werk?

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Während der spielbare Teaser zu Resident Evil 7 noch in aller Munde ist, erscheint ein weiteres Spiel, das im Resident-Evil-Universum beheimatet ist: Umbrella Corps. Bei dem Titel handelt es sich jedoch nicht um einen typischen Ableger, der sich nahtlos in die Serie integriert, sondern um einen Multiplayer-Shooter, der zu schnellen Gefechten mit bis zu sechs Spielern animieren soll. Leider ging das mehr als schief.

Umbrella Corps richtet sich in erster Linie an Mehrspielerfreunde und bietet für Solisten nahezu keine Inhalte. Das fängt bei der Story an, die erst gar nicht vorhanden ist, und endet damit, dass es bis auf ein kurzes Tutorial nichts gibt, das ihr in diesem Titel alleine erledigen könnt. Zwar suggeriert euch der Menüpunkt „Das Experiment“, dass ihr euch als Solospieler durch eine Kampagne schlagen dürft, dem ist aber leider nicht so.

Singleplayer gucken in die Röhre

Hinter der Singleplayer-Kampagne versteckt sich lediglich ein besseres Tutorial, in dem es so gut wie nichts zu tun gibt. Eure Aufgabe besteht darin, Proben von Zombies zu sammeln. Um an diese zu gelangen, erschießt ihr Zombies, die sich auf recht überschaubaren Karten tummeln. Sammelt ihr danach die Proben ein, die sie bei ihrem endgültigen Ableben fallen lassen, ist die „Kampagne“ auch schon abgeschlossen.

Gut, nicht jeder Titel muss eine Story bieten oder für Singleplayer gedacht sein. Daher erhofft ihr euch nun sicher einen umfangreichen Multiplayer-Modus, doch leider sucht ihr auch den vergeblich. Auch wenn es mehrere Mehrspielervarianten gibt und ihr euch auf unterschiedlichen Karten mit sechs Spielern in zwei Dreier-Teams messen dürft, ist die Auswahl mehr als spärlich. Mit „Ein Leben“ und „Multi-Mission“ kennt ihr beide Spielvarianten, die euch Umbrella Corps bietet.

In „Ein Leben“ versucht ihr, die Spieler des anderen Teams auszuschalten. Das Team, das zuerst alle feindlichen Spieler ins Jenseits schickt, gewinnt. In „Multi-Mission“ hingegen warten unterschiedliche Aufgaben auf euch, die ihr vor dem Gegner-Team erfüllen sollt. Mal sollt ihr Koffer sammeln, mal einen bestimmten Bereich sichern oder die Abzeichen der gegnerischen Spieler einsammeln. Das kommt euch alles bekannt vor? Richtig, denn in anderen Shootern nennt man diese Modi zum Beispiel „Herrschaft“ oder „Abschuss bestätigt“. Immerhin treten die Aufgaben in den Multi-Missionen zufällig auf, sodass ihr nicht groß im Voraus planen könnt.

Umbrella Corps bietet mehrere Karten, die durchweg Schauplätze aus alten Resident-Evil-Teilen darstellen. Hier kämpft ihr euch durch ein Dorf, das ihr aus Resident Evil 4 kennt, da durchquert ihr die Abschnitte eines Labors, das aus einem der anderen Teile stammt. Die Karten haben allesamt gemeinsam, dass sie sehr klein ausfallen. Lange suchen müsst ihr eure Gegner nur sehr selten. Optisch erwarten euch leider keinerlei Höhepunkte, sondern teilweise unterdurchschnittliche Texturen und kaum Details.

Nutzloses Jammer-Feature

Aufgewertet werden die Karten durch die Zombies und Zombiehunde. Zu Beginn einer Partie stellen die keine Bedrohung für euch dar, da ihr mit einem sogenannten Jammer ausgerüstet seid. Wird er allerdings bei einem Feuergefecht mit einem eurer Gegner zerstört, greifen euch die Kreaturen sofort erbarmungslos an. Was spannend klingt, funktioniert in der Praxis leider so gut wie gar nicht. Kommt es zu einem Feuergefecht mit einem Gegner, werdet entweder ihr oder er es nicht überleben. Der andere Beteiligte erleidet oftmals aber kaum oder gar keinen Schaden, da ihr euren Gegner von hinten überrascht habt oder eben selbst überrascht wurdet.

Daher wird euer Jammer fast nie ausfallen, was die Zombies auf den Karten eher zu unnötigen Spielelementen verkommen lässt. Ihr könnt sie zwar trotzdem abschießen, einen Sinn hat das aber nicht, da ihr durch den von euch verursachten Lärm von euren Gegnern eher entdeckt werdet. Besiegte Zombies hinterlassen eine große Pfütze voller Gedärme, die eher zum Lachen als zum Gruseln animieren. Die Karten bieten zumindest an einigen Ecken kleine Abkürzungen wie Lüftungsschächte, durch die ihr euch an Gegner heranpirschen könnt.

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