Preview - Warcraft 3 : Warcraft 3

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Nach Jahren der Enthaltsamkeit können alle 'Warcraft'-Fans rund um den Globus aufatmen. Blizzards Kult-Spiel und bis heute wohl bestes Echtzeit-Strategiespiel aller Zeiten 'Warcraft II' geht in die nächste Runde. Mit 'Reign of Chaos' versuchen die Entwickler etwas gänzlich Neues zu kreieren: Ein Echtzeit-Strategiespiel mit Rollenspielelementen in einer 3D-Umgebung, die neue Maßstäbe an Detailreichtum und Animationsvielfalt bieten soll. Vor allem im Multiplayer, welcher in einer neu gestalteten Lobby des erfolgreichen Blizzard-eigenen Battle.net-Spielportals sein Zuhause findet, sollen Kämpfe epischen Ausmaßes stattfinden.

Warcraft 3
Aller Anfang ist schwer.

Edellobby vom Feinsten
Gleich beim Betreten der Lobby überfiel mich ein seit langem nicht mehr geführtes 'wow', denn bereits der Eintritt in Blizzards Spielewelt ist eine Show für sich. Sind Anhänger der kalifornischen Softwareschmiede ja bereits mit 'Diablo 2' ansprechende Spielelobbys gewohnt, setzt Blizzard mit seiner neuen Battle.net-Umgebung neue Standards bei den Matchmaking-Services. Dies nicht nur grafisch, sondern auch funktionell. Das bis dato in dieser Form noch nicht gesehene 'Play Game'-Feature erlaubt es euch zum Beispiel, in Sekundenschnelle ein Spiel zu finden, ohne langes Suchen, ohne lange Diskussionen. Einfach 'Play Game' geklickt, die gewünschte Map und Spielform ausgewählt und die Lobby sucht für euch das passende Spiel und startet es gleich.

Déjà-vu?
Alte 'Warcraft'-Haudegen werden sicherlich als erstes die bekannten Rassen der Menschen und Orks spielen, und sich auf Anhieb heimisch fühlen. Sowohl grafisch, aber besonders soundtechnisch, sind doch die aus dem Vorgänger bekannten Effekte nahtlos übernommen und verfeinert worden. Mir ist jedenfalls nach Jahren der Enthaltsamkeit ein wohliger Schauer über den Rücken gelaufen, als ich das erste 'Sunsock' meines Grunts vernahm. Wer sich aufgrund der nun, Blizzard untypisch, unterstützten hohen Auflösung auf ein weites Sichtfeld und viel Übersicht gefreut hat, wird allerdings erst einmal etwas enttäuscht dreinschauen. Auch mit 1600 x 1200 Bildpunkten ändert sich die Ansicht nicht und man bleibt gewohnt eng am Geschehen. Erklärt wird dieser Umstand von Blizzard mit der Chancengleichheit für Leute mit etwas schwächeren Rechnern.

Dementsprechend müsst ihr auch auf eine Zoomfunktion verzichten, ähnlich wie in 'Battle Realms' könnt ihr die Karte nur kippen. Auch das Drehen der Karte ist nicht möglich, und so kommt es frustrierenderweise das ein oder andere Mal vor, dass Einheiten hinter Gebäuden und Bäumen verschwinden. Schade, hier hätte ich mir etwas mehr Innovation gewünscht.

Habt ihr aber den ersten Groll überwunden, kommt ihr aus dem Staunen nicht mehr heraus, die Einheiten und die Umgebung sind dermaßen liebevoll gestaltet, dass man sich gar nicht satt sehen kann. Hinzu kommen bereits in dieser Betaphase praktisch perfekte Einheitenanimationen. Auch die Bauanimationen und die Gebäude an sich lassen alles bisher Dagewesene hinter sich, und wenn die Peons anfangen zu hämmern und zu sägen, kommt wahre Freude auf.

Warcraft 3
Das Land der Untoten - düster und leer.

Alte und neue Rassen
'Warcraft III: Reign of Chaos' wird euch vier vollkommen unterschiedliche Rassen bieten. Während die bereits aus dem zweiten Teil bekannten Menschen und Orks hauptsächlich handwerklich begabt sind und ihre Gebäude mit Säge und Hammer herstellen, bietet euch Blizzard mit den Nachtelfen und den Untoten eine vollkommen neue Spielerfahrung. Dabei stechen die Nachtelfen besonders durch ihre wunderschönen Gebäude hervor, während euch beim Volk der Untoten der dunkle vergraute Touch der Einheiten und des eroberten Landes voll ins Spielgeschehen hineinzieht.

Die Nachtelfen sind besonders im Fernkampf effektiv - was im internen Betatest-Forum bereits zu heftigen Diskussionen Anlass gab - denn aufgrund der für Blizzard typischen erhöhten Steuerungsbedürftigkeit der Einheiten sind gerade gute Fernkämpfer leicht im Vorteil. Hinzu kommt, dass mit den Nachtelfen ein früher Rush einfacher den je scheint und so manch ungeübter aber auch manch geübter Spieler schon nach wenigen Minuten aus dem Rennen gekegelt wird. Hier wird Blizzard in Kürze einige Änderungen am Design der Einheiten vornehmen. Des Weiteren sind die Nachtelfen Herrscher über die Natur und benutzen lebende Bäume als Gebäude und auch als kämpfende Einheiten, neben den gefürchteten Jägerinnen. Grafisch sind die Nachtelfen jedenfalls das mit Abstand am liebevollsten und schönsten designte Volk in 'Warcraft III', wenn man aufgrund der Güte der Grafik insgesamt überhaupt von besser oder schlechter sprechen kann.

Dem bunten und fröhlichen Volk der Nachtelfen steht die zweite neue Rasse in Form der kalten und dunklen Untoten gegenüber. Diese sind hochtechnisiert und benutzen vor allem mentale Kräfte und überdimensionale Kakerlaken, sowie riesige Drachen für den Kampf. Unterstützt werden diese Fernkämpfer durch mutierte Riesenorks, welche einen gewaltigen Lärm verursachen und bei voll aufgedrehtem Subwoofer die Erde erbeben lassen. Das Grafikset der Untoten besticht vor allem durch seine stilvoll gezeichneten Gebäude und wirklich schaurig anzusehenden Einheiten. Ähnlich wie bei den Zerks in 'Starcraft' versteinert der Boden rund um die Siedlungen der Untoten, was dem Gegner die Lokalisierung der einzelnen Basen etwas erleichtert. Meiner Meinung nach werden die Untoten die wohl am schwierigsten zu spielende Rasse sein, aber dadurch vielleicht auch eine der besten werden. Denn gerade mit diesem Volk ist ein gesunder Einheiten-Mix überlebensnotwendig, ansonsten euch ein gut gerüsteter Gegner leicht von der Karte pusten dürfte.

Warcraft 3
Die Nachtelfen sind Geister der Natur.

Bereits aus 'Warcraft III' bekannt sind die drolligen Orks, deren Stärke eindeutig im Nahkampf und dem schnellen Angriff besteht. Der Techtree der orkischen Horde hat sich im Vergleich zum Vorgänger kaum verändert und so sollten die Orks, welche in 'Warcraft II' vom Großteil der Spieler als die etwas bevorteilte Rasse angesehen wurde, die erste Anlaufstelle für alte Haudegen sein, so auch für mich. Bereits jetzt in der Beta habe ich mich dabei ertappt, wie ich schweißgebadet
nachts aufwachte, um noch einmal an meinen PC zurückzukehren und eine neue Bau- oder Kampfstrategie auszuprobieren. Die Orks bestechen durch ihre unnachahmlichen Einheitensounds und durch ihre besonders starken Helden, zu denen ich gleich noch kommen werde.

Den Reigen der vier Völker schließen die wohlbekannten Menschen mit ihren Fußsoldaten, Rittern, Türmen und Schlössern. Auch hier wird sich unweigerlich ein Déjà-vu bei allen 'Warcraft II'-Spielern einstellen, denn auch bei diesem Volk sind die Änderungen nur minimal. Vor allem im Magiebereich hat sich einiges getan und der Paladin ist nur noch als, wenn auch sehr mächtiger, Held im Spiel integriert. Wie auch die Orks bauen die Menschen ihre Gebäude noch per Hammer, Nagel und Säge und sind auf die Baukunst ihrer Einwohner angewiesen. Die beiden Naturvölker Menschen und Orks könnten also gar nicht unterschiedlicher zu den beiden neuen Rassen ausgefallen sein. Hier hat sich Blizzard definitiv zum Ziel gemacht, sowohl die Fans der Reihe als auch neue Spieler an den Ladentisch zu locken.

 

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