Test - Wario World : Wario World

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Wario World
Etwas Geschick benötigen die Stages schon.
Wario, wie er lebt und leibt
Selbst wenn Wario auf den ersten Blick einen nicht allzu gewandten Eindruck macht, steht er seinem Rivalen Mario in nichts nach. Die Palette an verfügbaren Aktionen reicht vom standardmäßigen Zuschlagen über einen Saltosprung bis hin zur Tempoattacke. Zusätzlich könnt ihr bewusstlose Gegner aufheben und herumwerfen oder gegebenenfalls für euren Spiralsturz oder die Monster-Zentrifuge nutzen. Letztere bedeutet nichts anderes, als dass ihr euren Feind herumwirbelt und auf diese Weise nicht nur andere Gegner eliminieren dürft, sondern auch Drehschalter bedienen könnt. Sofern das immer noch nicht genug ist, könnt ihr auch noch jederzeit mittels Einsaugen alle herumliegenden Münzen einsammeln. Zu einem solch umfangreichen Aktionsbereich gehört natürlich auch eine komfortable Steuerung, die bei 'Wario World' glücklicherweise vorhanden ist. Damit ihr euch in der etwas ungewohnten Spielumgebung zurechtfindet, dürft ihr auch kleinere Einstellungen an der Kameraperspektive vornehmen. So ist es möglich, die Kamera etwas nach rechts, oder links zu verschieben, was euch ein größeres Blickfeld in die gegebene Richtung verschafft. Zusätzlich könnt ihr noch den vertikalen Blickwinkel der Kamera verändern, um beispielsweise bei den Sprungaufgaben in den Stages den optimalen Überblick zu wahren. Alles in allem darf behauptet werden, dass sich Wario World einer sehr hohen Benutzerfreundlichkeit rühmen darf, weshalb sich der Titel unter anderem auch sehr gut für Anfänger eignet.

Münzen im Überschuss
Wie es schon bei den unzähligen Mario-Titeln der Fall war, spielen auch bei 'Wario World' die goldenen Münzen eine entscheidende Rolle. Mit den Münzen könnt ihr euch nämlich bei Knobi-Knauser mit Knoblauch eindecken, der eure Lebensenergie wieder auffrischt. Verlässt euch das Glück und ihr verliert eure ganze Lebensenergie dennoch, bedeutet dies nicht gleich das Ende. Ihr könnt beim Game Over-Bildschirm noch immer für einen Betrag von 200 Münzen eure Lebenskraft wieder ganz regenerieren lassen und am exakt gleichen Punkt neu einsteigen. Besonders bei Bosskämpfen entpuppt sich diese Funktion als ungemein praktisch, da ihr im Falle eines Ablebens nicht von neu beginnen müsst.

Wario World
Im Spiegelkabinett geht's rund.

Unterhaltsame Levels und interessante Gegner
Eines haben die acht Levels allesamt gemeinsam: Sie besitzen ein ansprechendes Umgebungs- und Leveldesign und versprechen deshalb sowohl jungen als auch erfahrenen Genre-Fans ein ausgewogenes Spielerlebnis. Vom altbekannten Wüstenlevel über das Gespensterhaus bis hin zum eisigen Hochgebirge fehlt dem Titel wirklich nichts an attraktiven Spielumgebungen. Dabei wird selbstverständlich nicht auf die wohlbekannten Hüpf- und Geschicklichkeitsaufgaben verzichtet. Doch nicht nur die Levels, sondern auch die Gegner versprechen ein kurioses Erlebnis. Was beim kleinen Monster mit Glubschaugen anfängt, hört erst beim hammerschwingenden, vierbeinigen Ungetüm auf. Anstatt jedoch für jede Umgebung eigene Monster zu entwickeln, hat man einfach die vorhandenen überall und optisch nur leicht verändert verwendet. So kommt es, dass ihr schier immer der gleichen Gegnerart begegnet, dadurch aber die Situation besser einschätzen könnt, da ihr wisst, was wessen Schwachpunkt ist. Lediglich ein paar der Viecher, wie etwa die Wüstenskorpione oder Eisriesen machen da eine Ausnahme und sind nur in den für sie bestimmten Levels anzutreffen. Nichtsdestotrotz habt ihr letztendlich immer eine Menge zu tun, sobald die Gegnerhorden auf euch zugekrochen kommen und ihr gehörig austeilen könnt.

Wario World
Wario von seiner optisch besten Seite.

Eine Mischung aus Alt und Neu
Den großen Reiz am Spiel macht sicherlich auch die Darstellung aus. Nintendo ließ es sich wieder einmal nicht nehmen und versuchte, etwas möglichst Innovatives und dennoch Passendes zu gestalten. Was dabei herausgekommen ist, darf sich wirklich sehen lassen. Anstatt auf frei begehbare 3D-Levels zurückzugreifen, lässt man das Spiel im 2D-Jump’n Run-Stil ablaufen, während jedoch die Umgebung und die Charaktere der dritten Dimension entstammen. Dies hat zur Folge, dass ihr euch ganz nach 2D-Manier in einer dreidimensionalen Umgebung bewegen dürft. Dabei muss auch keinesfalls auf spektakuläre Effekte verzichtet werden und ihr dürft euch an durchwegs gelungenen Licht-, Schatten- und Explosionseffekten erfreuen, wovon besonders Letztere bei so manchem Bosskampf für Begeisterung sorgen. Leider können da allerdings die Texturen und Details in den Levels nicht ganz mithalten.

Auch akustisch gelingt es 'Wario World', sich von der zahlreichen Konkurrenz abzuheben. Mit gelungenen und motivierenden Musikstücken hat man es geschafft, in jedem Level eine entsprechende atmosphärische Musik zu bieten. Die Stücke sind nämlich nicht nur völlig passend auf die Levels zugeschnitten, sondern erreichen die gleiche, wenn nicht sogar eine höhere Qualität als bei 'Super Mario Sunshine'. Hinzu kommen noch die immer wieder amüsanten Kommentare Warios wie etwa 'Have a rotten day!', die einem öfter ein Schmunzeln abringen können.

 

Fazit

von Sacha Röschard
Auf den ersten Blick wirkt 'Wario World' wie ein großartiges Jump’n Run und bietet auch optisch und akustisch all das, was sich der Spieler wünscht. Nach dem Beenden des Spiels kommt man sich allerdings beinahe schon so vor, als hätte man ein gutes Minispiel hinter sich - und genau dort liegt das Problem. Fans des Oberrabiatos Wario freuen sich zwar über dessen Rückkehr, müssen aber auf vielerlei Features der bisherigen Teile, wie zum Beispiel die beliebten Verwandlungen, verzichten. Hätte man wenigstens noch ein paar Levels mehr eingebaut, um die Spieldauer auf mehr als sieben Stunden zu bringen, wären sicherlich die meisten anstandslos glücklich gewesen. Acht Levels hingegen sind schlicht zu wenig und fordern den Spieler kaum, selbst wenn der Spielspaß unbestritten vorhanden ist. Wen dies nicht stört, bekommt mit dem Titel aber beste Unterhaltung serviert.  

Wertung

  • GCN
    80
    %

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