Preview - Warrior Kings : Warrior Kings

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Entwickler Black Cactus entführt euch in die Welt der Sagen und Märchen rund um das Königreich des Artos welches darniederliegt und nach einem erfahrenen Strategen dürstet. Dieser seid ihr und in epochalen Schlachten in reinstem 3D wird es an euch sein, aus Dörfern Städte, aus verfallenen Burgen riesige Paläste und aus kleinen Dorfmilizen schlagkräftige Elitetruppen zu formen.

Warrior Kings
Das Hauptmenü ist schlicht, erfüllt aber seinen Zweck.

Historischer Hintergrund mit Fantasyelementen
Die Entwickler haben sich viel Mühe gegeben, die Hintergrundgeschichte lang und ausführlich vor jeder Mission darzustellen, denn wem das Lesen zu anstrengend ist, kann auch der Stimme lauschen, die aus dem Lautsprecher vorliest. Dabei lehnte man sich offensichtlich an der romantischen Welt rund um die Artus-Saga an, denn nicht nur kämpfende Einheiten sondern auch viele religiöse Elemente und Einflüsse bestimmen das Bild. Sowohl Interface-Grafiken wie auch die Menüs und die Story-Beschreibungen sorgen für ein stimmiges Bild, wenngleich die Texte doch recht mühsam und langwierig zu lesen sind. Hier wäre in der Kürze wohl mehr Würze gelegen und die meisten Spieler werden relativ schnell auf den Weiter-Button klicken. Denn die eigentlichen Missionsziele werden daraufhin nochmals in der Spielgrafik dargestellt und gleichzeitig wird zu den wichtigsten Punkten hingezoomed.

Echtes 3D mit Licht und Schatten
Die Spielgrafik bedient sich einer im Laufe der langen Entwicklungszeit nicht gerade jünger gewordenen 3D-Engine, in der ihr nach Herzenslust scrollen, drehen und zoomen dürft. Eine Funktion zum Neigen des Blickwinkels hab ich leider vergeblich gesucht. Auf der Minimap wird eure jeweilige Blickrichtung angezeigt, wobei ich mich während des Spiels nicht ganz mit der Drehfunktion bzw. der Anzeige in der Minimap anfreunden konnte, des Öfteren werdet ihr euch wohl am Linksscrollen finden, wo ihr doch nach rechts wolltet. Insgesamt erinnert alles ein wenige an Electronic Arts' 'Shogun', wobei der Black Cactus-Titel vor allem in der Landschaftsdarstellung und den Einheitenanimationen nur begrenzt an den Nippon-Titel heranreicht. Am ehesten lässt sich die Grafik noch mit 'Empire Earth' vergleichen, wobei auch dieses einen Tick detaillierter daherkommt. Am meisten haben die Entwickler an der Polygonzahl und den Animationen der Einheiten gespart, oft ist nur mühsam erkennbar, um was für Einheiten es sich überhaupt handelt, und wenn diese sich bewegen, huscht unwillkürlich ein kleines Lächeln über die Lippen. Das größte Manko der 3D-Grafik ist die fehlende Übersicht, denn Gebäude und andere Erhebungen blenden sich nicht aus oder werden transparent, wenn sich Einheiten dahinter verbergen. So werdet ihr euch sicher wild die Karte drehend vor dem Monitor wiederfinden, wenn ihr eure Einheiten und Bauern sucht.

Warrior Kings
Schöne Zwischenbilder verkürzen die lange Ladezeit.

Möchte man meinen, aufgrund der niedrigen Polygonzahl habe die Grafik wenigstens keine Performanceprobleme, ging bei größeren Schlachten sogar mein nicht gerade langsamer Rechner in die Knie. Hier haben die Entwickler also noch einiges zu tun.

Sehr gut gelungen sind dagegen die Gebäude, insbesondere deren Bauanimationen. Die Burgen, Wälle und Dörfer werden nicht einfach so aufgestellt, sondern die Bauern arbeiten an allen Einzelteilen, stellen zunächst das Haupthaus und danach die umliegenden Palisaden auf, bis das Gebäude schließlich in seiner ganzen Pracht vor euch steht. Vielleicht liegt es daran, dass ich bereits in den Genuss der prachtvollen 3D-Grafik von 'Warcraft III' gekommen bin, aber insgesamt konnte mich die Grafik von 'Warrior Kings' nur mäßig begeistern.

Steuerung - oh weh
Beim Interface und der Einheitensteuerung wollten es die Entwickler von 'Warrior Kings' zu gut machen. Anstatt das bewährte System aus 'Age of Empires' bzw. dessen Nachfolger zu übernehmen und höchstens an einzelnen Stellen zu verbessern, müssen sich alte Haudegen erst einmal umgewöhnen. Klickt ihr zum Beispiel auf eine Einheit, wird automatisch die gesamte Gruppe bzw. alle Einheiten dieses Typs angewählt. Erst durch einen Doppelklick ist die Auswahl einzelner Einheiten möglich. Gebaut wird mit Links- statt mit Rechtsklick und auf Gruppen zentriert mit Aufruf der Gruppe und Space, anstatt eines Doppelklicks auf die Gruppennummer.

Warrior Kings
Lang und breit wird die Geschichte erzählt.

Besonders störend ist, dass verschieden schnelle Einheiten auch in der Gruppe nicht zusammenbleiben, sondern zum Beispiel Reiter ohne nachzufragen davongaloppieren, um heldenhaft an den Speerspitzen feindlicher Lanzenträger zu sterben. Die gesamte Einheiten-KI scheint noch sehr unausgereift und von klug agierenden Soldaten könnt ihr in 'Warrior Kings' nur träumen. Die Formationen erweisen sich als nette Idee und ihr könnt zum Beispiel Speerträger vor euren Bogenschützen platzieren und auch bei Verlegung der Gruppe bleibt diese in dieser Formation zusammen. Einzig wenn ihr die Richtung um 180 Grad dreht, dreht sich nicht etwa die Gruppe mit, sondern auf einmal stehen die Bogenschützen vor den Speerkämpfern und sind somit schutzlos etwa feindlichen Schwertkämpfern und Reitern ausgeliefert.

Sehr gut hat mir gefallen, dass die zur Verfügung gestellten fixen Formationen tatsächlich Einfluss auf die Kampfstärke, Verteidigungs- oder Angriffswerte haben und so ein strategisches Spiel ermöglichen. Ihr solltet euch also tatsächlich daran gewöhnen, weg von der einzelnen Einheit, hin zu Bataillonen zu gehen und so wesentlich effektiver zu arbeiten.

Die Interface-Grafiken sind nur mit hässlich passend zu umschreiben und deren Funktion wird euch nur rudimentär durch deren Form vermittelt. Immerhin sind die Gebäudetypen sinnvoll gegliedert und ihr könnt zwischen zivilen, militärischen und religiösen Gebäuden unterscheiden.

 

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