Test - Warriors All Stars : Dynasty-Mischmasch

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Dynasty Warriors ist gewissermaßen das CSI unter den Videospielen: Obwohl sich die Unterschiede zwischen den Titeln in Grenzen halten, ist die Serie nicht totzukriegen. Zudem sprießen alle naselang Spin-offs aus dem Boden, die das unbeschwerte Hack-'n'-Slay-Vergnügen in andere Spielwelten übertragen. Mit Warriors All Stars geht Entwickler Omega Force einen Schritt weiter und vereint Figuren aus 13 verschiedenen Spielreihen, die allesamt aus dem Hause Koei Tecmo stammen.

Der König ist tot und die Welt liegt im Sterben, weil die allmächtige Quelle ihre Kraft verliert. Die Königin prophezeit, dass nur Helden aus anderen Universen den endgültigen Untergang verhindern können. Thronerbin Tamaki öffnet deshalb mehrere Portale, durch die in der Tat mehr als zwei Dutzend potenzielle Helfer fallen.

Leider landen die Helden nicht wie geplant alle am gleichen Ort, sondern sind über das ganze Land verstreut. Weil zudem Tamakis Bruder Shiki sowie ihr Cousin Setsuna ebenfalls den Thron für sich beanspruchen, bilden sich plötzlich drei unterschiedliche Parteien. Deshalb müsst ihr nicht nur die Welt retten und hierfür ein paar Schreine aktivieren, sondern auch noch einen kleinen Krieg um die Krone gewinnen.

Bereits der grundlegende Plot regt zum Gähnen an und lässt vermuten, dass den Entwicklern keine bessere Rahmenhandlung für den Serienmischmasch eingefallen ist. Allein der Konflikt zwischen den drei möglichen Thronfolgern wirkt erzwungen und leidet unter abgedroschenen Dialogen. Zum Glück hält sich die Inszenierung der Geschichte im Hintergrund, weshalb ihr euch voll auf das Spielgeschehen konzentrieren könnt.

Potpourri à la Koei Tecmo

Zu Beginn stehen euch zwölf verschiedene Charaktere zur Verfügung, deren Wahl zugleich eure Zugehörigkeit zu einem der drei potenziellen Thronerben und dessen Kampagne bestimmt. So schwören beispielsweise die Recken aus Dynasty Warriors Tamaki die Treue, Kasumi aus Dead or Alive schließt sich Setsuna an und die Actionhelden Ryu Hayabusa (Ninja Gaiden) sowie William Adams (Nioh) kämpfen wiederum für Shiki. Hinzu kommen noch ein paar skurrile Mitstreiter, wie beispielsweise die Samuraikatze Nobunyaga Oda oder das Pachinko-Starlet Rio Rollins-Tachibana.

Ihr könnt im Laufe der Geschichte weitere Helden rekrutieren und unter bestimmten Bedingungen gar eine vierte Kampagne freischalten, die euch zur wahren Auflösung der Geschichte führt. Insgesamt gibt es 15 verschiedene Enden, weshalb sich mehrfaches Durchspielen lohnt. Dafür mangelt es an alternativen Spielmodi und einer Multiplayer-Option.

Sobald ihr euch sowohl für einen Charakter als auch eine Mission entschieden habt, befindet ihr euch ähnlich wie in Dynasty Warriors auf einem abgesteckten Schlachtfeld. Dort wimmelt es von Basen, die wiederum von praktisch unendlich vielen Standardsoldaten bewacht werden. Sprich: Sobald ihr die vor Ort stationierten Gegner erledigt habt, taucht sogleich eine Ersatzmannschaft auf.

Dafür liegen die Soldaten bereits nach zwei, drei Treffern regungslos am Boden. Habt ihr eine bestimmte Anzahl von ihnen besiegt und den daraufhin erscheinenden Kommandeur ebenfalls eliminiert, dann gehört die Basis euch.

Megagemetzel

Gleichwohl in jeder Mission das Erobern von Basen möglich ist, ist euer Ziel meist ein ganz anderes. In der Regel müsst ihr euch „nur“ von einem Punkt zum anderen durchschlagen und nebenher sämtliche gegnerische Helden bekämpfen, die sich euch in den Weg stellen. Ein solcher Held ist natürlich deutlich widerstandsfähiger als der einfache Soldat und hat ein paar besonders starke Attacken auf Lager.

Eure Figur besitzt außerdem ein Spezialmanöver, das gut gezielt verheerenden Schaden anrichtet. Des Weiteren könnt ihr zu Beginn einer Mission bis zu vier weitere Helden auswählen, die vom Computer kontrolliert werden. Per Knopfdruck schlüpft ihr kurz in deren Rolle oder führt einen ihrer individuellen Spezialangriffe aus.

Der Musou-Rush-Modus treibt das Gemetzel endgültig auf die Spitze: Sobald ihr ihn aktiviert, stehen sämtliche Gegner für mindestens 20 Sekunden direkt vor eurer Nase und sind euren Angriffen völlig wehrlos ausgeliefert. Wer den Rausch perfekt ausnutzt, der vernichtet Tausende Soldaten innerhalb einer halben Minute.

Ab und an hinterlassen die Gegner ein Objekt, mit dem ihr beispielsweise eure angeschlagene Lebensenergie regeneriert. Solltet ihr hingegen eine Karte abstauben, dann dürft ihr sie nach der Mission ausrüsten und somit euren Helden mit einer höheren Angriffsstärke sowie weiteren Boni ausstatten. Ihr könnt zudem mehrere der gesammelten Karten gegen eine neue tauschen oder sie mit Materialien verbessern, die ihr ebenfalls im Kampf ergattert.

Warriors All-Stars - Launch Trailer
Anlässlich der Veröffentlichung von Warriors All-Stars an diesem Freitag gibt es hier den Release-Trailer für euch.

Auf den ersten Blick zu kompliziert, auf den zweiten zu simpel

Leider kann sich Warriors All Stars nicht vom typischen Dynasty-Warriors-Syndrom befreien: Ungeachtet all der aufgezählten Spielelemente, Helden und Missionen fehlt es schlicht und ergreifend an Abwechslung. Die Kampfgebiete ähneln sich zu sehr und die Schlachten laufen häufig nach dem gleichen Schema ab. Erst in der vierten Kampagne werdet ihr mit ein paar neuen Situationen und vor allem einem deutlich höheren Schwierigkeitsgrad konfrontiert.

Unterm Strich gaukelt Warriors All Stars eine Spieltiefe vor, die sich bei genauerem Hinsehen als heiße Luft entpuppt. Das beste Beispiel ist die Art, wie ihr zur vierten Kampagne gelangt: Einerseits müsst ihr eine bestimmte Reihenfolge der Missionen einhalten und dabei ein paar besondere Bedingungen erfüllen, wie beispielsweise einen speziellen Gegner rechtzeitig zu besiegen. Andererseits könnt ihr in der jederzeit abrufbereiten Enzyklopädie all die notwendigen Schritte einfach nachlesen, anstatt sie selbst austüfteln zu müssen.

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