Test - WCW Backstage Assault : WCW Backstage Assault

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WCW Backstage Assault
Auch die Damen gehen nicht zimperlich miteinander um.

Zum 'Create-A-Superstar'-Modus muss ich wohl nicht viel sagen. Hier dürft ihr euch einen Fantasie-Wrestler zusammenbauen oder die vorhandenen editieren. Leider stehen euch im Vergleich zur Konkurrenz viel zu wenig Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung. Aber ehrlich gesagt ist die Kämpfer-Darstellung so verkorkst, dass das Bauen von eigenen Figuren eh keinen Spass macht.

Insgesamt 65 reale Figuren gibt es in 'WCW Backstage Assault. Neben bekannten Wrestlern wie Goldberg, Jeff Jarret, Lance Storm, Mike Awesome, Sting, General Rection, Booker T, Kronik, Rey Mysterio Jr, Sid Vicious, Ric Flair, Kevin Nash, Big Vito, David Flair und Scott Steiner dürfen auch die kämpferischen Damen wie Torrie Wilson, Medusa, Major Gunns und Asya angewählt werden. Aber nicht nur Wrestler gibt es als Figuren. Auch Backstage-Arbeiter wie Doug Delinger und Manager wie Sarge und Jimmy Hart dürfen nicht fehlen. Leider ist das Rooster nicht mehr sonderlich aktuell: Leute wie Chris Candido, Hulk Hogan und Mona, die längst nicht mehr in den realen Shows dabei sind, stehen immer noch als Spielfiguren zur Verfügung. Auch sind einige der Outfits veraltet oder sogar schlicht falsch. Schade, denn gerade solche Details sind den Wrestling-Fans wichtig. Nicht einmal einen richtigen Einzug in die Arena haben die virtuellen Kämpfer bekommen. Ihr müsst vor jedem Match mit einigen Sekunden Filmausschnitten aus Matches und Posen der gewählten Figur vorlieb nehmen.

WCW Backstage Assault
Hilfe! Gleich zweimal Hulk Hogan!

Die Fights werden wie schon erwähnt nur 'hinter den Kulissen' der TV Shows, also im Backstage-Bereich ausgetragen. Insgesamt 14 Räume gibt es, die teilweise mittels Türen miteinander verbunden sind. Wird euch also ein Raum zu langweilig, könnt ihr je nach dem in einen anderen wechseln. Zur Verfügung stehen beispielsweise der Übertragungsraum voller technischem Kram wie Computer oder Fernseher, die Toiletten des Stadions, Lagerhallen, Parkplatz, Fitnessraum und die Kantine. Alle diese Bereiche besitzen ihr eigene Einrichtung, die ihr entweder als Schlaginstrumente oder als schmerzhafte Hindernisse 'missbrauchen' dürft. Auf feste Objekte wie grosse Kisten, LKW-Laderampen oder Gitterwände können wagemutige Wrestler klettern und dann aus der erhöhten Position auf den (hoffentlich) wehrlosen Gegner hinunterspringen. Hauptgewicht liegt aber auf den Gegenständen, die ihr aufheben könnt und damit auf den Gegner einschlagt. So findet ihr auf dem Boden liegende Objekte wie Hämmer, Eisenrohre, Kisten und Besen. Dazu gibt es in den Arealen auch Dinge, die ebenfalls als Waffe eingesetzt werden können, aber nicht sofort als solcher Gegenstand ersichtlich sind. Zum Beispiel dürft ihr ein Waschbecken von der Wand reissen oder ein Wassertopf von einem Trinkspender wegnehmen, um damit den Gegner zu malträtieren. Alle diese Gebrauchsutensilien lösen sich allerdings nach einigem Gebrauch kurioserweise in Rauch auf.

WCW Backstage Assault
Rechts seht ihr Hinweise zu versteckten Extras.

Ein interessantes Schadenssystem haben die Entwickler in das Spiel integriert. Jeder Schlag, den eine Figur innerhalb eines Move-Hergangs erleidet, multipliziert den Schaden. Hier ein Beispiel: Schlagt ihr mit einem Eisenrohr einen Gegner, der gerade ein schweres Waschbecken über seinen Kopf hebt, um dieses gegen auch zu benutzen, so fällt dieser logischerweise um, das Waschbecken fällt auf ihn, während er sich während des Umfallens den Kopf an einem Cola-Automat stösst. Er hat sich also dreimal verletzt, somit erleidet er einen Energieabzug, der mit drei multipliziert wird. Natürlich gibt es auch einige Wrestlingmoves (Würfe, Aufgabengriffe, Würgemoves, Konterattacken und mehr), aber deren Anzahl ist ziemlich begrenzt und weniger effizient als Schläge, Tritte und vor allem das schmerzvolle Nutzen der Umgebung. Habt ihr dem Kontrahenten eine zeitlang ohne dessen Gegenwehr Schaden zugefügt, ist eure Motivations-Leiste bis zum Maximum aufgefüllt und ihr könnt den typischen Finishing-Move des gewählten Wrestlers ausführen. Es sind übrigens nie mehr als zwei Figuren in Aktion. Also Team-Matches oder das Eingreifen von einer dritten Person gibt es nicht.

Leider ist das Gameplay in 'WCW Backstage Assault' alles andere als gut. Die Figuren lassen sich nur ausgesprochen zäh und widerwillig steuern. Oft benutzt ihr notgedrungen mehr oder weniger die gleichen Moves und Tricks, wobei es fast scheint, als entscheide oft der Zufall, ob ihr gegen den Computer-Gegner erfolgreich seid oder nicht. Dieser agiert auch nicht wirklich überzeugend in den Arealen und läuft oft unschlüssig herum, ohne zum Beispiel effizient Gegenstände oder Hindernisse einzusetzen. Dazu sind mir während dem Spielen einige ärgerliche Bugs in der Kollisionsabfrage aufgefallen. So ist es schon passiert, dass der Computer an meiner Figur einen Aufgabegriff ansetzte, er allerdings plötzlich 'wegploppte' und einige Schritte weglief, während mein Wrestler immer noch von unsichtbarer Hand gewürgt wurde. Ein anderes mal konnte ich meine Figur nicht mehr bewegen, als ich an einer Kiste vorbei laufen und einen nahen Gegenstand vom Boden aufheben wollte. So macht das Spiel leider nicht mal hartgesottenen Wrestling-Fans Spass.

WCW Backstage Assault
Diese Kameraperspektive ist unbrauchbar.

Betrachtet man die technische Seite des Spiels, muss leider ungeschönt gesagt werden, dass 'WCW Backstage Assault' schlicht und einfach schlecht ist. Die Figuren sind kümmerlich animiert. Allein wie sie laufen wirkt, als hätten sie die Beine gebrochen und die Hosen gestrichen voll. Auch das Ausführen der Wrestlingmoves wirkt völlig dahingeschludert und unsauber. Die Kämpfer selbst sind im Vergleich zu ihren realen Vorbildern teilweise so gut wie nicht zu erkennen oder gehen bestenfalls als Karikatur durch. Da machte selbst der mittelmässige Vorgänger 'WCW Mayhem' eine bessere Figur. Aber auch die Backstage-Areale sind keine Augenweide. Sie wurden langweilig und sparsam eingerichtet - es ist dort einfach irgendwie nix los. Dazu ist die gesamte Grafik furchtbar pixelig und ihr müsst lange Ladezeiten ertragen. Besitzer einer PlayStation 2 sind hier dank dem einschaltbaren Texturfilter und den schnelleren Ladezeiten für PSone-Games klar im Vorteil.
Der Sound ist alles in allem knapp gut. Die Geräusche während den Matches sind zwar monoton und nicht überzeugend, dafür wurde ein recht guter englischer Live-Kommentar der beiden echten U.S.-Kommentatoren Mark Madden und Tony Shiavonne implementiert.
Auch die wenigen Musiken der Superstars, die ihren Weg in das Spiel gefunden haben, machen Laune.

 

Fazit

von David Stöckli
Mir als Wrestlingfan und regelmäßiger Zuschauer der WCW-Shows blutet das Herz. Es ist wirklich Schade, dass EA kein besseres Spiel aus der interessanten Lizenz gemacht hat. Aber das Spiel ist so gut wie in allen Kategorien schlecht: Steuerung, Gameplay, Grafik und Spielidee. Wie kann man nur ein Wrestling-Spiel ohne Ring und komplexe Wrestlingmoves erschaffen. Dazu kann wie schon gesagt nicht mal die Idee mit den Backstage-Brawls wirklich überzeugen. Die wenigen interessanten Ansätze wie die kleinen Aufgaben, mit denen man Boni frei spielen kann und das Schadenssystem gehen da leider vollkommen unter. Wrestlingfans sollten sich lieber an den aktuellen Hit 'WWF Smackdown!2' oder an den mittelmässigen Vorgänger zu 'Backstage Assault', nämlich 'WCW Mayhem' halten.  

Wertung

  • PSone
    55
    %

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