Preview - Wild West Online : Der Ersatz für Red Dead Redemption 2?

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Red Dead Redemption 2 auf dem PC? Das wird – zumindest vorerst – ein unerfüllter Traum bleiben. Doch genau in diese klaffende Lücke will sich der relativ unbekannte Entwickler 612 Games mit seinem mehr als interessanten Cowboy-MMO Wild West Online drängen. Wir haben uns die Early-Access-Version des Spiels geschnappt, um zu sehen, ob das Team den Veteranen von Rockstar Games tatsächlich Konkurrenz machen könnte.

Als die ersten Screenshots von einem zuvor unbekannten Online-Spiel für den PC auftauchten, war die Euphorie zunächst groß. Der Grund: Das abgebildete Westernszenario erweckte bei vielen Fans zunächst den Eindruck, als könnte es sich dabei um erste Bilder aus der PC-Version von Red Dead Redemption 2 handeln. Doch mittlerweile sind wir alle schlauer: Es waren „nur“ Screenshots von Wild West Online, die ersten Jubelstürme hatten sich schnell wieder gelegt.

Dennoch blieb das allgemeine Interesse an dem Cowboy-MMO groß. Immerhin sah das Bildmaterial gar nicht mal so schlecht aus und eine Alternative für das besagte Red Dead Redemption 2 für den PC käme sehr gelegen. Mittlerweile ist das Spiel in die Early-Access-Phase gestartet, sodass wir uns erstmals ein genaueres Bild davon machen konnten – und waren zunächst ziemlich ernüchtert.

Lebloser Westen

Doch lasst uns zu Beginn etwas weiter ausholen: Wild West Online ist beziehungsweise soll ein groß angelegtes MMO im klassischen Western-Setting werden – also mit Cowboys, Duellen mit dem Colt, Goldschürfen und allem, was so dazugehört. Für die Entwicklung ist das relativ neue wie unbekannte Team 612 Games verantwortlich, das sich bei seinen Arbeiten nicht nur von dem eingangs erwähnten Red Dead Redemption, sondern gleichermaßen auch von der erfolgreichen Fernsehserie Westworld inspirieren lässt. Das ist schon in den ersten Spielminuten zu erkennen, da uns die bereits integrierten Schauplätze tatsächlich an einige Szenerien aus den zitierten Vorbildern erinnern.

Das bringt uns auch gleich zu einem wichtigen Punkt von Wild West Online: der Atmosphäre. Bereits in der aktuellen Version sieht das Cowboy-MMO recht hübsch aus. Die Landschaft ist detailliert in Szene gesetzt und bietet mit weitläufigen Steppen, abgelegenen Farmhäusern, kleinen Wildweststädtchen und ähnlichen genretypischen Schauplätzen eigentlich alles, was ein Spiel dieser Art haben muss. Zwar wirken einige Animationen derzeit ziemlich hölzern und steif, doch das liegt (hoffentlich) noch am frühen Entwicklungsstadium des Spiels.

Viel schwerwiegender ist hingegen, dass die Welt sehr steril und vor allem leblos erscheint. Abgesehen von einigen festen NPCs sowie anderen Spielern gibt es wenig Lebendiges zu sehen – keine Tiere, keine Indianer. Das muss sich angesichts der großen Spielwelt unbedingt noch ändern.

Cowboys sind keine Laufburschen

Das führt uns unweigerlich zum nächsten Kritikpunkt, wenn man es denn angesichts der noch nicht abgeschlossenen Entwicklung so bezeichnen mag. Das Team von 612 Games hatte zwar zum Early-Access-Start von Wild West Online rund 100 Quests versprochen und diese auch geliefert. Doch deren Niveau ist aktuell noch ziemlich lächerlich. Sie bestehen meist aus ziemlich öden Aktivitäten als Laufbursche, der ein Objekt von A nach B bringen muss. Nur ganz selten gab es auch mal spannendere Missionen wie zum Beispiel die Sabotage eines Wasserspeichers. Dennoch überwiegt derzeit die Skepsis: Für das fertige Spiel sollten die Entwickler unbedingt für mehr Abwechslung und Spannung sorgen.

Denn dass die Entwickler einiges mit Wild West Online vorhaben, ist an vielen Stellen des Spiels zu erahnen. So soll beispielsweise der Saloon später mal als Treffpunkt (Social Hub) für die Cowboys dienen, wo sie nicht nur plaudern, sondern sich auch an kleineren Minispielen wie einer Partie Poker versuchen können. Sogar ein Skill-System ist bereits in den Menüs angedeutet, allerdings noch nicht funktionstüchtig – abgesehen vom noch relativ sinnlosen Levelaufstieg. Ein solches System ist auch bitter nötig, denn bisher gibt es nicht allzu viel zu tun: In der aktuellen Version reiten wir meist recht plan- und ziellos auf dem Rücken eines Pferdes durch die Gegend, ballern auf Wunsch andere Spieler nieder oder sammeln Rohstoffe.

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Letzteres beschränkt sich gegenwärtig auf Goldnuggets sowie Pflanzen, die Online-Cowboys verkaufen oder später sogar verarbeiten können. Bislang ist vom Crafting jedoch nicht viel zu sehen und der Handel mit den NPCs wenig ergiebig. Auch der PvP-Part ist zurzeit nur rudimentär vorhanden: Ihr könnt euch zwar Feuergefechte mit anderen Spielern liefern und in bestimmten Fällen auf Kopfgeldjagd gehen, spannend ist das allerdings nicht. Das liegt unter anderem daran, dass ihr beim Ableben keinerlei Ausrüstung verliert, was den Nervenkitzel logischerweise in Grenzen hält.

Versprechen für das fertige Spiel gibt es viele: So soll es möglich sein, verschiedene Berufswege wie zum Beispiel Gesetzeshüter oder Kopfgeldjäger einzuschlagen. Auch von einem Rufsystem, einem Leben als Farmer oder Banküberfällen ist bereits die Rede. Zu sehen ist davon allerdings nichts, sodass wir erst noch abwarten müssen, was davon tatsächlich den Weg ins Spiel finden wird.

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