Test - WipEout Fusion : WipEout Fusion

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WipEout Fusion
Im Arcade-Modus könnt ihr die Level über eine Karte wählen.

So könnt ihr euch dann auch in der Liga mit besseren Gleitern herumschlagen, als anfangs verfügbar. In der Liga gilt es sich in drei verschiedene Rennen möglichst gut zu bewähren. Für jedes Rennen gibt es Punkte in Bezug auf den Platz und abgeschossene Gegner. So müsst ihr nicht unbedingt ein Rennen gewinnen, um die meisten Punkte zu ergattern - es reicht auch der zweite Platz mit einigen Abschüssen. Nach jedem Rennen gibt es eine Auswertung der Punkte, am Schluss werden dann alle drei Rennen zusammengezählt. Sieger ist natürlich derjenige, der nach den drei Rennen die meisten Punkte auf seinem Konto hat. Gewinnt ihr so eine Liga, dann schaltet ihr die nächste frei. Die Strecken ähneln denen aus dem 'Arcade'-Modus. Durch die Liga schaltet ihr zudem neue Orte für den 'Arcade'-Modus frei.

Die Anzahl aller Medaillen wird in einer Statistik verewigt. Es gibt bestimmte Grenzen, bei denen ihr auch neue Waffen für die Spielmodi freigeschaltet bekommt. Insgesamt gibt es 26 verschiedene Waffensysteme, von denen der Grossteil aber bereits aus früheren Spielen der Serie bekannt sein sollte. Habt ihr ungefähr ein Drittel aller möglichen Medaillen gewonnen, schaltet sich der 'Zone'-Modus hinzu. Hier geht es dann darum, mit einem wirklich einzigartigen Flieger möglichst viele Streckenabschnitte zu bewältigen. Dafür gibt es Punkte, die aber auf die anderen Spielmodi keine Auswirkung mehr haben. Ihr seid nicht in der Lage, mitten im Rennen die Energie aufzuladen, so dass ihr früher oder später in Luft geht. Dieser Modus ist eine Art Bonus und eignet sich für Wettstreite gegen andere menschliche Mitspieler.

Bei zwei Drittel des gesamten Spieles wird dann noch das 'Zeitrennen' aktiviert. Hier dürft ihr dann auf einer Strecke eurer Wahl unendlich viele Runden absolvieren und versuchen die beste Rundenzeit aufzustellen. Genau wie bei der 'Zone' seid ihr alleine auf der Strecke, so dass ihr frei von Einflüssen seitens der Computergegner seid. Freilich bietet 'WipeOut Fusion' euch auch richtige Mehrspieler-Modi im Splitscreen. Der 'Liga'-Modus und 'Arcade' ist mit der Einspieler-Version identisch. Hinzu gesellt sich die Möglichkeit eine eigene Liga zurechtzubasteln.

WipEout Fusion
Gleich geht die Action richtig los.

Technisch gibt's Schwächen
'WipeOut Fusion' machte ja bereits im Vorfeld durch beeindruckende Screenshots und Demo-Versionen auf sich aufmerksam. Technische Probleme in der Umsetzung führten aber immer wieder zur Verschiebung des Releasetermins, wobei die Gründe hierfür auch in der Endversion noch zu sehen sind. Es gibt häufig Showdowns, vor allem im Mehrspieler-Modus und wenn mächtig viel Action auf dem Screen los ist. Immer dann, wenn die gleissenden Effekte der Waffen auf weiter Strecke bei cirka vier Fahrzeugen die Überhand gewinnen, bleibt das Spiel fast stehen. Eine negative Auswirkung auf das Gameplay hat es nicht - wohl aber auf die Bewertung. Wer meint, grafisch gesehen wäre 'WipeOut Fusion' jetzt State-of-the-Art, der liegt ebenfalls etwas daneben. Der Screen flimmert stetig, Texturflimmern am Streckenrand kann nicht geleugnet werden und Anti-Aliasing ist nicht an allen Stellen der Strecken umgesetzt worden. Kinderkrankheiten, die unnötigerweise den Spielspass trüben. Denn von der Gestaltung der Strecken und der Vielfalt der Austragungsstätten her gibt es keinen Ansatz zur Kritik.

Die Strecken sind nicht nur detailliert dargestellt, sondern auch abseits der eigentlichen Strecke sehr weiträumig und komplex designt. Beibehalten wurde der futuristische Look. Es gesellen sich aber nun auch reichlich abgelegene natürliche Abschnitte wie beispielsweise eine Wüste hinzu. Bei einigen Strecken gibt es Sprünge und Loopings. Je nach Strecke variieren auch die Wetterbedingungen. Es gibt Schnee und Regen, die aber keinen Einfluss auf das Fahrverhalten der Gleiter haben. Die Strecken sind wie gesagt abwechslungsreich und detailliert umgesetzt. Abgesehen von den Showdowns geht so ein Rennen sauschnell über die Bühne. Ihr werdet aber aufgrund der ausgezeichneten Steuerung selten Probleme mit dem Streckenverlauf haben, so unübersichtlich dieser auch erscheinen mag. Erfahrene Spieler sind in der Lage, jede beliebige Strecke gleich beim ersten Versuch mit akzeptablen Zeiten hinter sich zu bringen. Diese Tatsache erwartet man auch von einem Top-Titel. Den Streckenverlauf auswendig zu lernen, ist zwar immer noch besser, aber eben nicht zwingend notwendig. Die neuen Strecken sind liebevoll geplant, halten immer eine Überraschung bereit und es gibt zahlreiche Abkürzungen oder gar Sackgassen. Die Entwickler haben sich hier richtig ins Zeug gelegt, so dass jedes Rennen Spass macht. Nur wenige Abschnitte sind einfallslos ausgefallen. Daher ist 'WipeOut Fusion' definitiv ein Muss für Fans der Vorgänger-Serie.

WipEout Fusion
Die Strecken sind abgefahren und herausfordernd.

Steuerung, KI und Sound
Zurück zur einfach zu handhabenden Steuerung. Mit der X-Taste wird normal Gas gegeben. Die Tasten L2 und R2 dienen zum Abbremsen, sowie für scharfe Kurven, in denen der Gleiter sein Gewicht verlagert. Mittels L1 schaut ihr in den Rückspiegel, was aber ein gefährliches Unterfangen ist, da die Zeit viel zu knapp ist, um diese Option zu nutzen. Meist klatscht ihr sofort gegen eine Begrenzung. Mittels R1 werden die verschiedenen Waffen abgefeuert. Ihr könnt nur eine Waffe bei euch tragen, womit deren Einsatz wohl bedacht werden muss. Zur Not könnt ihr jede Waffe mittels Kreis wieder wegschmeissen. Nach wie vor könnt ihr entweder analog oder digital spielen. 'WipeOut Fusion' ist eines der Spiele, die sich im analogen Modus ganz klar besser spielen lassen, da ihr gezielt mit dem linken Stick den Grad der Kurve berücksichtigen könnt. Bei weniger scharfen Kurven braucht ihr den Stick nicht ganz zur Seite drücken - mit der digitalen Spielweise gestaltet sich das schwieriger.

Mit Spannung wurde die vielfach angepriesene Künstliche Intelligenz der Computer-Gegner erwartet. Sie sollte wesentlich komplexer und variabler ausfallen, als gewohnt. Ob dies auch der Fall ist, lässt sich nur schwer beurteilen. Fakt ist: sie spielt sehr gut mit, versucht Angriffen auszuweichen und macht selten freiwillig Fehler. Dafür bekämpfen sie sich auch gegenseitig sehr gut. Es ist nicht so, dass sie alle auf euch, als menschlichen Spieler, schiessen, sondern auch andere Fahrer aufs Korn nehmen. Allerdings ist es in den späteren Strecken schon sehr schwer, den erstplatzierten Spieler einzuholen. Ihr startet ja von der letzten Position und müsst erst mal 14 andere Gegner überholen, was schwieriger wird, je mehr verschiedene Waffensysteme freigeschaltet wurden. Mit steigender Schwierigkeit der Streckenverläufe passiert es dann öfters, dass ihr den Erstplatzierten niemals zu Gesicht bekommt, da dieser drei Runden ohne Angriffe durchsausen konnte.

Der Erfolg der 'WipeOut'-Reihe basiert aber nicht ausschliesslich auf einer perfekten Steuerung, blitzschnellen Rennen mit verrückten Strecken und ausgezeichneter Grafik, sondern auch auf seinen Soundtracks. Auch in dieser Hinsicht wird auf das bewährte Konzept der gemixten Techno-Musik zurückgegriffen, die ebenfalls futuristisch daher kommt und das Treiben auf dem Bildschirm gekonnt unterstreicht. Die englischsprachige Soundausgabe ist mit der seiner Vorgänger identisch. Bei jedem Abschuss einer Waffe ertönt eine sexy Frauenstimme. Insgesamt eine perfekte Kombination aller akustischen Möglichkeiten.

 

Fazit

von Jan Krause
'WipeOut Fusion' bietet eine Mischung aus perfektem Gameplay, spannenden Rennen mit viel Action, erstklassiger Akustik und detaillierten, teils verrückten Strecken mit lange anhaltendem Spielspass. Die Spielmodi sind wieder unterhaltsam, ähneln sich aber stark. Ein sehr guter Mehrspieler-Modus rundet das Ganze ab. Es gibt nur ein Problem, das verhindert, dass 'WipeOut Fusion' über die 90 Prozent-Hürde springen kann - technische Mängel wie merkliche Showdowns oder Texturflimmern sollte es mittlerweile nicht mehr geben.  

Wertung

  • PS2
    89
    %

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