Test - WWE Raw 2 : WWE Raw 2

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Zähe Ringaction
Am meisten Spaß macht 'WWE RAW 2' aber naturgemäß sowieso, wenn ihr gegen mehrere menschliche Spieler antretet oder zusammen im Team die CPU-kontrollierten Kontrahenten aufmischt - je nach Matchvariante könnt ihr mit bis zu drei weiteren Mitspielern loslegen. Nach der mageren Auswahl des Erstlings ist die Matchvarianten-Anzahl diesmal sehr gelungen. Neben den üblichen Zweier-, Dreier und Viererprügeleien (wahlweise in Teams oder jeder gegen jeden) finden sich im Angebot die diverse WWE-Gimmickmatches wie Hardcore (ohne Regeln), Tables, Ladders, TLC, Cage, Hell in a Cell oder Royal Rumble. Kämpft ihr gegen andere Mitspieler, fällt vor allem die schwache KI der vom Computer gesteuerten Gegner nicht auf. Die CPU-Kontrahenten gehen nämlich meist sehr ideenlos und nach Standardmuster vor und zeigen sich auch sonst ziemlich lustlos. Dies erkennt man bereits daran, dass der Gegner schon nach kurzer Zeit euch oft kaum ohne Pause pinnen will, wenn er euch mal auf die Matte bekommen hat - und das, obwohl ihr in diesem Spiel sehr lange auf einen Wrestler einprügeln müsst, bis ihr ihn erfolgreich pinnen könnt. Hier greift ihr lieber zu einem Würge-Griff, um den Gegenüber zum Aufgeben zu zwingen - leider macht er dies dann auch viel zu schnell, wodurch geübte Spieler gegen die CPU schon nach wenigen Minuten selbst in höheren Schwierigkeitsgraden mühelos einen Sieg davontragen

Leider ist auch die sonstige Ringaction nicht gerade spannend ausgefallen. Das mäßige Gameplay von 'WWE RAW' wurde leider für das Sequel nur wenig verbessert. Immerhin gehen die Wrestler nun etwas schneller zu Werke - leider wirkt die Action aber trotzdem noch sehr langsam, undynamisch und zäh. Gleiches gilt für das nicht gerade große Move-Repertoire der Kämpfer, das meist bloß wenig spektakuläre Standardmoves wie Bodyslams, Scratches, Ellbowdrops oder Schläge und Tritte umfasst. Dazu findet ihr bei den meisten Wrestlern mehr oder weniger dieselben Moves, sieht man mal von dem einen oder anderen typischen Manöver oder Spezialbewegung ab. Ganz gelungen ist dagegen das Conter-System, das einfach von der Hand geht und gut aussieht. Während die solide Steuerung in Ordnung geht und man mit Ringeckenaktionen, Fights außerhalb des Rings, Sprintattacken, Sprungmoves und dem Einsatz von Schlaggegenständen wie Stühlen durchaus ordentliche Wrestling-Matches bestreiten kann, mag die Kollisionsabfrage weniger zu überzeugen. Es kommt immer mal wieder vor, dass beispielsweise eine Sprungattacke vom Pfosten durch den gerade im Ring aufstehenden Gegner hindurchgeht oder dass ein Schlag keine Wirkung zeigt.

Technisch gelungen
Wie schon der Vorgänger kann auch 'WWE RAW 2' im Bereich Grafik punkten. Die Wrestler sehen abgesehen von einigen Ausnahmen hervorragend aus und gleichen ihren Vorbildern bis ins letzte Detail. Sehr schön kommt das natürlich bei den typischen Ring-Einmärschen der Kämpfer zur Geltung. Überhaupt sind die Arenen sehr authentisch umgesetzt und können sogar mit einigen Reihen animierter Polygon-Zuschauer aufwarten. Allerdings ist es schade, dass auf Kämpfe in den Backstage-Bereichen verzichtet wurde. Die Animationen der Wrestler sind zwar passabel, könnten aber noch verbessert werden. Auch sonst wünscht man sich etwas mehr Liebe zum Detail. Beispielsweise pinnen die Kämpfer im virtuellen Ring, in dem sie das 'falsche' Bein des Gegners festhalten - dies ist zwar bloß ein spielerisch unbedeutendes Detail unter vielen, man fragt sich aber schon, wie motiviert sich die Entwickler eigentlich mit dem Wrestling-Geschehen auseinander gesetzt haben.

Der Sound ist hingegen eher im Mittelmaß anzusiedeln. Dies liegt vor allem daran, dass abgesehen vom Einmarsch der Kämpfer auf Sprachausgabe verzichtet wurde. Somit muss man auch ohne Ring-Kommentar auskommen, worunter die ansonsten gelungene TV-Atmosphäre etwas leidet. Die Hintergrundmusik besteht aus rockigen Klängen, welche auf Dauer ähnlich wie die mittelmäßigen Soundeffekte kaum noch auffallen. Immerhin findet sich ein Großteil der originalen Wrestler-Einmarschmelodien auf der Scheibe und ihr dürft sogar auf die auf der Xbox-Festplatte gespeicherten Tracks zurückgreifen.

 

Fazit

von David Stöckli
In puncto Umfang gibt es bei 'WWE RAW 2' nichts zu meckern: Dutzende Matchvarianten und zahlreiche Spielmodi inklusive einem passablen Season-Modus sorgen für viele Stunden Unterhaltung. Ebenfalls ein Lob muss man für den großen und gut ausgewählten Kader an verfügbaren Wrestlern und für die realistische Grafik aussprechen. Leider reicht das aber nicht zum Weltmeistergürtel unter den Wrestling-Games, denn beim Gameplay liegt einiges im Argen - beispielsweise das mäßige Move-Repertoire, die mangelhafte KI, die lahme Spielgeschwindigkeit, der unausgewogene Schwierigkeitsgrad und die fehlerhafte Kollisionsabfrage. Wrestling-Fans sollten nicht zuletzt aufgrund der spaßigen Multiplayer-Möglichkeiten unbedingt einen Blick riskieren - allerdings wird ihnen sicher die etwas fehlende Liebe zum Detail negativ auffallen.

Überblick

Pro

  • großer Umfang
  • gelungene Charakterauswahl
  • umfangreicher Create-a-Superstar-Modus
  • zahlreiche Matchvarianten für 1 bis 4 Spieler

Contra

  • langsames Gameplay
  • wenig (spektakuläre) Moves
  • Zwischensequenzen und Storys zu simpel
  • mangelhafte Kollisionsabfrage
  • unausgewogener Schwierigkeitsgrad

Wertung

  • Xbox
    70
    %

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