Test - Yakuza 6: The Song of Life : Das große Finale

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Das Kampfsystem

Verschiedene Kampfstile gibt es nicht mehr, sondern lediglich die Möglichkeit, unterschiedliche Fähigkeiten sowie Moves zu erlernen und je nach Situation beim Feind anzuwenden. Sie sehen wirklich beeindruckend aus, bieten auf Dauer jedoch zu wenig Abwechslung.

Das liegt in erster Linie daran, dass eure Kampffertigkeiten situationsabhängig sind. Es gibt Moves, die ich im ganzen Spiel nur ein-, vielleicht zweimal zu sehen bekam, während andere am laufenden Band abgespult wurden. Der Langzeitspielspaß leidet darunter, weil dies die ständig gleich ablaufenden Auseinandersetzungen mit feindlichen Yakuza, kleinen Straßenschlägern und anderen Herausforderern stellenweise zu einer Geduldsprobe macht.

Die Kämpfe sind viel zu einfach geworden, vor allen Dingen die Duelle mit den verschiedenen Bossen sind deutlich anspruchsloser, als wir dies aus den Vorgängern gewohnt sind. Selbst auf dem Schwierigkeitsgrad „schwer“ liegt die Herausforderung am ehesten darin, ein Objekt rechtzeitig von der Straße zu klauben, um damit das Gesicht des Feindes zu bearbeiten. Dem haben nur wenige etwas entgegenzusetzen.

Erst auf dem freischaltbaren Schwierigkeitsgrad „legendär“ kommen die Stimmung und der Anspruch älterer Teile wieder auf – zumindest zeitweise. Denn auch dieser Hoffnungsschimmer erlischt bald dadurch, dass ihr entsprechend schneller levelt und eure Feinde somit abermals hinter euch lasst. Allenfalls der optionale Boss des Spiels kann euch dann noch Paroli bieten. Dieser ist jedoch um ein Vielfaches stärker als im regulären Endkampf, sodass er ohnehin auf eigentümliche Weise losgelöst vom Rest des Spiels wirkt.

Die Sache mit der Erfahrung

Nach und nach stärker werdet ihr durch ein System aus Erfahrungspunkten. Sechs an der Zahl und jede Sparte lässt sich anders füllen. Hauptsächlich geschieht dies durch Kämpfe, doch gibt es auch Werte, die sich fast ausschließlich durch Minigames und andere kleine Aufgaben steigern lassen. Außerdem haben einige Händler sowie Auftraggeber Ausrüstungsgegenstände für euch, die Kiryus Werte nach oben schrauben.

Dabei gibt es aber ein kleines Problem für all jene, die ihren Spielstand ins Neue Spiel+ übernehmen wollen. Die Werte maximal hochschrauben kann man dann nämlich nur durch übertrieben hartnäckiges Erledigen von Nebenaufgaben. Während einige Bereiche eurer Erfahrung – beispielsweise die Stärke oder die Ausdauer – fast schon von allein auf 9999 springen, lassen sich Bereiche wie Technik und Charisma deutlich schwerer verbessern.

Die Kämpfe selbst sind eine Mischung aus Attacken, ausweichen, mit Objekten wie Fahrrädern oder auch Straßenschildern auf Feinde eindreschen oder ihre Waffen gegen sie verwenden. Ihr packt eure Feinde, werft sie breitbeinig gegen Laternenpfähle oder lasst sie in ihre eigenen Stichwaffen laufen. Visuell ist das sehr schön in Szene gesetzt. Am Ende verfällt das System leider zunehmend in wildes Tastenkloppen.

Beim Heat-Modus, der durch eine Spezialleiste aktiviert wird, die sich bei erfolgreichen Manövern füllt, handelt es sich zu guter Letzt um eine Option, um die eigenen Werte kurzzeitig zu erhöhen und neue Attacken sowie Ausweichmanöver einzusetzen. Unterm Strich ist es jedoch vor allem eine Möglichkeit, die Auseinandersetzungen mit euren Feinden noch ein bisschen einfacher zu gestalten.

Die Grafik

Auf der einen Seite sieht das Spiel, besonders die Figuren darin, einfach nur fantastisch aus. Sie sind lebensecht animiert, strotzen vor Details im Gesicht und an der Kleidung und zeigen gut umgesetzte Gestik und Mimik. Die Gegenstände und gewöhnlichen NPCs solltet ihr aber besser nicht allzu genau in Augenschein nehmen.

Ein zweiter oder auch nur längerer erster Blick verrät eine Detailarmut, die leider große Teile des Spiels ausmacht. Wieder sind es die Szenen der Hauptgeschichte, die sich von allen Seiten sehen lassen können, während Figuren aus Nebenmissionen deutlich weniger ausgearbeitet wurden. Charaktere auf der Straße sind hingegen fast schon als hässlich zu bezeichnen.

Die neue Möglichkeit, das Abenteuer abseits der Kämpfe auch aus der Egoperspektive zu bestreiten, lässt entsprechend nur lauwarme Begeisterung zu, möchten doch nur wenige Objekte der Welt aus geringer Distanz betrachtet werden.

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Auf der PS4 läuft Segas Titel in 900p, auf der PS4 Pro freut sich der User hingegen über 1080p sowie deutlich bessere Texturen. In beiden Fällen läuft das Spiel mit maximal 30 fps, nur dass die ältere Konsole diese nicht konstant halten kann, immer wieder mit Framerate-Einbrüchen und schlimmem Kantenflimmern zu kämpfen hat.

Hinzu kommen noch manch andere technische Mankos. So bleibt Kiryu immer mal wieder an Ecken hängen. Clipping-Fehler machen sich speziell in den Kampfsituationen bemerkbar und bei mancher Gegnergruppe ist die KI völlig auf der Strecke geblieben. Wegfindungsprobleme gehören zum Alltag, vor allem wenn sich der Spieler nicht erwartungsgemäß verhält, wozu es viele Gelegenheiten gibt.

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