Preview - Anthem : Angezockt: Kurz vor dem Release bleibt es spannend!

  • PC
  • PS4
  • One
Von Kommentieren

In knapp vier Wochen öffnen Bioware und Electronic Arts die Pforten zu einer neuen Welt. Anthem schlägt in eine ähnliche Kerbe wie Destiny, Tom Clancy's The Division oder Warframe, auch wenn es eigene Ideen mit im Gepäck hat. Die VIP-Demo am Wochenende bot einen kleinen Querschnitt aus dem Loot-Shooter und zeigte vor allem: Wenn man mit Anthem Spaß haben möchte, braucht man Freunde.

Ach, Anthem. Du machst es einem nicht gerade leicht. Denn  technisch hatte die Demo am Wochenende mit diversen Problemen zu kämpfen - einige gravierender als andere. Die Performance ließ selbst auf der Xbox One X zu wünschen übrig. Das actiongeladene Gunplay würde deutlich von einer Bildrate von 60 Bildern pro Sekunde profitieren, doch auf der leistungsstarken Microsoft-Konsole kratzte Biowares neues Werk höchstens an 30 fps, wobei es oft auch Ausreißer nach unten gab. Für einige ist das ein Luxusproblem. Nicht selten hing man auch Ewigkeiten in Ladebildschirmen fest, teils verschaffte nur ein Neustart Abhilfe.

Alles Vorkommnisse, mit denen man im Rahmen einer Beta rechnen muss. Nein, halt, es ist ja eine Demo. Über den Sinn und Zweck der Bezeichnung kann zünftig diskutiert werden. Einen Monat vor der Veröffentlichung sorgt der aktuelle Zustand von Anthem aber für besorgte Blicke. Das ist schade, denn unter dem ganzen Kuddelmuddel versteckt sich durchaus eine Menge Potenzial. Doch leider konnte das Spiel dieses Potenzial am Wochenende immer nur zaghaft und in vereinzelten Momenten abrufen.

Anthem - VIP Demo Trailer
Ab dem 25. Januar können Vorbesteller von Anthem erste Eindrücke im Rahmen der VIP-Demo sammeln.

Was das Javelin-Herz begehrt

Das gelang zum Beispiel dann, wenn sich ein paar Freunde dazugesellten und ihr zu viert eine Festungsmission starten konntet. Auf diesen fordernden Ausflügen müsst ihr zusammenarbeiten und die Fähigkeiten der verschiedenen Javelin-Typen gekonnt einsetzen, um die zahlreichen Gegnerhorden zu bezwingen.

Spielerisch reißt ″Mine der Tyrannin″ keine Bäume aus: An verschiedenen Stellen sollen Energiekugeln eingesammelt und an einen bestimmten Ort gebracht werden, damit die Mission fortgesetzt werden kann. Das Leveldesign weiß vor allem aufgrund der imposanten Vertikalität zu gefallen. Der knackige Bosskampf am Ende erforderte bereits auf dem normalen Schwierigkeitsgrad Ausdauer und war kein Selbstläufer.

Die unterschiedlichen Javelin-Klassen machen ebenfalls einen soliden Eindruck. Bis Stufe 12 stand nur der Allrounder Ranger zur Auswahl. Mit Storm, Colossus und dem Interceptor gibt es danach Anzüge, die auf andere Spielweisen setzen. Mit Storm konnte ich dank der flächendeckenden Elementarangriffe größere Gegnergruppen dezimieren, was eine Menge Spaß bereitete. Colossus übernimmt die Rolle des Tanks, auch wenn Kollege Andi mit seiner Ausstattung relativ schnell ins Gras biß. Der vierte ist der Interceptor, ein flotter Nahkämpfer.

Für den guten Look

Der Javelin-Baukasten namens Schmiede ist ebenfalls nicht zu verachten. Zumindest festigt sich nach den ersten Stunden der Eindruck, dass ihr mit unterschiedlichen Waffen, Komponenten und Erweiterungen auch innerhalb einer Klasse komplett unterschiedliche Spielertypen kreieren könnt. Mit dem besagten Storm-Javelin hatte ich eine Fähigkeit ausgerüstet, mit der sich eine Energiewand errichten ließ, die feindliche Projektile abwehrte, aber Angriffe aus den eigenen Reihen passieren ließ. In hitzigen Momenten war das ein wahrer Lebensretter.

Fast noch umfangreicher sind die Möglichkeiten zur optischen Anpassung der Anzüge. Für die einzelnen Segmente der Javelins, darunter Kopf, Arme und Torso, lässt sich nicht nur die Farbe anpassen, sondern auch das Material. Verschiedene Rüstungsteile für die Arme, Beine oder den Helm sorgen für zusätzliche Abwechslung. Der Preis für die optischen Rüstungsteile war jedoch nicht derjenige der finalen Version, sondern wurde für die Demo angepasst. Wie es zum Release also um die Preise für den Fashionfaktor bestellt ist, bleibt abzuwarten. Besagte kosmetische Extras werdet ihr für echte Euro kaufen können.

Hölzerne Schießereien

Anthem hat durchaus einige positive Seiten, die momentan aber noch getrübt werden. Neben den technischen Problemen ist die Steuerung ebenfalls ausbaufähig. Aufgrund der besonderen Bewegungsmöglichkeiten steuert sich Anthem etwas anders als typische Third-Person-Shooter. Jederzeit kann euer Freelancer Iron-Man-mäßig in die Luft abheben oder auch schweben. Ihr müsst nach einem Sprung dafür einfach nur einen der beiden Analogsticks drücken.

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel