Test - Creative SXFI Air : Headset mit Bluetooth und neuer Technik

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Audiohersteller Creative hat sein neues Headset SXFI Air mit viel Technik und Konnektivität vollgestopft, was den Preis von 159,99 Euro rechtfertigen soll. Allem voran steht die neue Super-X-Fi-Technologie, die den Klang im Kopfhörer deutlich aufwerten soll, speziell was die Räumlichkeit angeht. Die Grundidee ist gut und wurde auf der CES 2019 mehrfach ausgezeichnet, aber wie sich in der Praxis zeigt, gibt es noch einiges an Nachbesserungsbedarf.

Bevor wir in die Klangwelten des Creative SXFI Air abtauchen, beschäftigen wir uns zunächst mit Grundsätzlichem. Das schlicht gestaltete, mattschwarze und durchaus alltagstaugliche Headset basiert auf einem robusten Metallbügel mit leichter Polsterung sowie den leicht beweglichen, aber nicht drehbaren Ohrmuscheln, dick gepolstert und mit atmungsaktivem Stoff bezogen. Verarbeitung und Haptik sind gut und dem Preis von knapp 160 Euro durchaus entsprechend.

Das 338 Gramm leichte Headset entpuppt sich als ziemlich bequem mit sehr moderatem Seitendruck, sodass es auch längere Zeit und von Brillenträgern recht problemlos getragen werden kann. Für die Bedienung sind einige wenige Schalter vorhanden: Power, Bluetooth-Pairing, Source und X-Fi-Aktivierung. Lautstärkeregelung sowie Musikverwaltung oder Telefonoptionen erfolgen über die Außenseite der linken Ohrmuschel, die Touchfunktionen unterstützt. Wischen nach unten reduziert beispielsweise die Lautstärke, Wischen nach oben erhöht sie – ziemlich intuitiv, man hat das schnell heraus.

Ebenfalls dabei sind ein RGB-Leuchtring sowie ein abnehmbares Minimikrofon. Wer einen richtigen Mikrofonarm haben will, sollte zum AIR C greifen. Eine unbedingte Empfehlung, wenn ihr das Headset zum Zocken mit Voice-Chat nutzen wollt. Das Mikrofon ist ohnehin nicht sonderlich überzeugend, weil recht dumpf, und in der Minivariante hat es mit reichlich Nebengeräuschen zu kämpfen. Schade, dass wieder einmal an dieser Stelle gespart wurde.

Das SXFI Air ist, mit kleinen Einschränkungen, aufgrund seiner vielfältigen Konnektivität an so ziemlich allen Klangquellen nutzbar – vom PC über Konsolen bis hin zu mobilen Geräten. Via USB kann es am PC oder an PS4 und Switch betrieben werden. Dank Klinkenanschluss kommt auch die Xbox nicht zu kurz und per Bluetooth 4.2 lassen sich mobile Geräte oder Tablets damit verbinden. Schade: Bei Bluetooth wird lediglich SBC unterstützt, nicht aber AptX. Witzigerweise gibt es sogar einen SD-Kartenslot. Ziemlich praktisch, um unterwegs Musik zu hören, ohne Sorgen um den Akku vom Smartphone haben zu müssen.

Notwendige Kabel sind vorhanden, ein USB-auf-Micro-USB-Kabel dient als Lade- und Anschlusskabel. Der Akku soll zehn Stunden durchhalten, das können wir annähernd bestätigen. Nötig ist er, um den integrierten Soundchip mit X-Fi und allem Drumherum zu betreiben. Ohne Akku ist das Headset lediglich per Klinkenkabel analog nutzbar, dann allerdings auch ohne die zuvor genannten Steuerungsfunktionen. Der Klinkenbetrieb ist allerdings auch nicht die priorisierte Anwendung des Headsets, sondern eher ein Nice-to-have. Über den analogen Klang des SXFI können wir dementsprechend schnell den Mantel des Schweigens breiten, denn er ist unspektakulär und haut uns nicht aus den Socken.

Der eigentliche Sinn und Zweck ist ohnehin der Betrieb via USB oder Bluetooth. Letzteres ist jedoch im Grunde nur dann empfehlenswert, wenn ihr unterwegs Musik hören wollt. Die Latenz der Bluetooth-Verbindung ist recht hoch. Bei Filmen ist deutlicher Versatz von Sprache und Lippenbewegungen erkennbar und beim Zocken, wo es zuweilen auf schnelle Reaktionen ankommt, ist eine Latenz auch nicht gerade wünschenswert.

Das Herzstück ist die neue Super-X-Fi-Technologie. Sie soll ein individuell angepasstes Hörerlebnis liefern und zudem die räumliche Wahrnehmung des Klangs deutlich verbessern. Damit ist kein Surround-Sound gemeint, der wird ohnehin schon in den Varianten 5.1 und 7.1 unterstützt, sondern eher eine hörbare Verbreiterung des gesamten Klangbilds.

Für die Individualisierung sind einige etwas fummelige Arbeitsschritte notwendig, denn ihr müsst eure beiden Ohren sowie euer Gesicht mittels einer kostenlosen App scannen. Allein ist das ein ziemliches Gewürge, speziell der Teil mit den Ohren, also kommt ihr im Grunde nicht ohne eine zweite Person aus. Auch solltet ihr mehrere Versuche unternehmen, denn die Kalibrierung ist recht empfindlich und selbst schwankende Lichtverhältnisse beim Scan können das Ergebnis beeinträchtigen.

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