Test - Fade to Silence : Survival-Action mit Gefrierbrand

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Das deutsche Entwicklerstudio Black Forest Games hat sich bisher mit eher kleineren Spielen wie Giana Sisters: Twisted Dreams und Rogue Stormers einen Namen gemacht. Das Survival-Abenteuer Fade to Silence sprengt jedoch in gleich mehrerer Hinsicht die bisherigen Dimensionen. Wir haben uns in den knallharten Überlebenskampf im ewigen Eis gestürzt und kehren nun mit unseren (Wortspielalarm!) taufrischen Impressionen zurück.

Survival-Spiele erfreuen sich derzeit einer großen Beliebtheit. Doch gerade angesichts dieser Masse an vergleichbaren Spielen auf dem Markt müssen sich die Entwicklerstudios schon ordentlich strecken, um das Interesse der Fans gewinnen und längerfristig binden zu können. Genau das haben die Entwickler des deutschen Studios Black Forest Games mit dem Survival-Abenteuer Fade to Silence vor, das schon alleine aufgrund seines Szenarios und der Hintergrundgeschichte aus der Genremasse heraussticht.

Ihr schlüpft in die Rolle von Ash, der weithin als geborener Anführer gilt, allerdings von seinen inneren Dämonen gepeinigt wird. Eine Art Geisterwesen erweckt ihn stets wieder zum Leben, wenn er scheitert, um ihn weiter zu quälen. Zu Beginn des Spiels kommt er zum wiederholten Male in einer postapokalyptischen Welt zu sich, in der es nicht nur seine Aufgabe ist, um sein eigenes nacktes Überleben zu kämpfen, sondern auch weitere Leidensgenossen aufzuspüren, um mit ihnen eine Siedlung beziehungsweise Zuflucht aufzubauen. Denn neben der menschenfeindlichen Kälte, die das Land in ihrem eisigen Griff hält, trefft ihr immer wieder auf ebenso mysteriöse wie tödliche Monster, die euch nach dem Leben trachten. Gefahren lauern überall – und somit auch der Tod. Immer und immer wieder.

Sammeln, Erkunden, Überleben

Diesen ebenso düsteren wie bedrückenden Grundton trifft Fade to Silence gerade in der Anfangsphase des Spiels sehr gut. Er sorgt für eine permanente Existenzangst und regelmäßig aufkeimende Panik, die euch während der ersten Schritte begleitet. Abgesehen von einer kleinen Fackel tragt ihr nichts bei euch. Die ehemalige Siedlung ist zerstört und abgesehen von seiner Tochter begegnet Ash zunächst keiner Menschenseele. Derartig auf euch alleine gestellt, erkundet ihr zunächst die nähere Umgebung der Siedlung, um erste Rohstoffe zu finden.

Ihr benötigt etwa Holz, um ein Lagerfeuer als Schutz gegen die klirrende Kälte zu entfachen. Um die umherstreunenden Rentiere erlegen zu können und somit an ihr kostbares Fleisch zu gelangen, benötigt ihr zunächst einen Bogen, den ihr aus verschiedenen Materialien herstellen müsst – inklusive der zugehörigen Pfeile. Ihr könnt auch Heilverbände und andere Objekte herstellen, die das Überleben gewährleisten, doch insgesamt ist das Crafting in Fade to Silence relativ simpel und überschaubar gehalten.

Bei euren Erkundungstouren müsst ihr stets eure Werte wie Ausdauer, Lebensenergie oder Hunger im Auge behalten. Vernachlässigt ihr sie, segnet ihr irgendwann das Zeitliche. Zwar steigt ihr dann – je nach Schwierigkeitsstufe – umgehend wieder ins Spielgeschehen ein. Doch ist das für das Vorankommen natürlich wenig hilfreich. Also sorgt ihr dafür, dass Held Ash zu jeder Zeit möglichst gut versorgt und bei Kräften ist.

Doch das ist nicht so einfach, wie es klingt. Denn einer eurer härtesten Gegner ist neben der allgegenwärtigen Kälte der gefürchtete Blizzard. Sobald euch der Eissturm weit ab von der Siedlung erwischt, sinken eure Werte rapide und es entsteht unverzüglich ein Gefühl von Panik. Schafft ihr es noch rechtzeitig in schützende Gefilde? Dieses dynamische Wettersystem trägt viel zur bedrückenden Atmosphäre von Fade to Silence bei.

Verkrampfter Kampf und verschenkte Möglichkeiten

Doch nicht allein die erbarmungslose Natur, auch etliche Monster trachten euch nach dem Leben. Sobald ihr auf eine dieser Kreaturen stoßt, schaltet das Spiel automatisch in den Kampfmodus um, das ähnlich wie Dark Souls & Co. funktioniert. Ihr könnt leichte oder schwere Attacke ausführen, Angriffe parieren oder zu einer Ausweichrolle ansetzen. Klingt im ersten Moment interessant, doch schon nach kurzer Zeit entpuppen sich die Scharmützel als recht klobige und wenig spannende Pflichtaufgabe. Die Ausweichaktionen klappen oftmals nicht so wie beabsichtigt, die Kämpfe sind wenig abwechslungsreich oder herausfordernd. Das liegt unter anderem auch an der geringen Gegnervielfalt.

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Im späteren Verlauf stehen euch auf Wunsch einige Kameraden zur Seite, die ihr zuvor in der eisigen Einöde aufgespürt habt. Sie verfügen über unterschiedliche Fähigkeiten und gehen euch sogar bei rudimentären Arbeiten wie dem Sammeln von Rohstoffen und Nahrung zur Hand. Das erinnert in Grundzügen an ein Aufbauspiel, ohne jedoch annähernd dessen Tiefgang zu erreichen. Wahlweise kann übrigens ein Freund in die Rolle eines solchen Gefährten schlüpfen, so dass ihr kooperativ agieren könnt. Das bringt etwas frischen Wind ins Geschehen, unterliegt aber starken Einschränkungen und fällt somit weniger interessant oder unterhaltsam aus, wie es zunächst klingen mag.

Fade to Silence - Overview Trailer
Kurz vor dem Release verschafft euch dieses Video noch einmal einen Überblick über Fade to Silence.

Dieses Gefühl der Unausgegorenheit durchzieht das gesamte Spiel. Fade to Silence hat viele interessante Facetten zu bieten, deren volles Potenzial die Entwickler jedoch niemals wirklich ausschöpfen. Die Handlung beginnt interessant, entwickelt sich dann aber kaum noch weiter. Die Kämpfe hätten eine spannende Abwechslung zum harten Survivalalltag bilden können, wenn sie etwas mehr Tiefgang und Abwechslung bieten würden. Die Spielwelt ist wunderbar stimmig und bedrückend gestaltet, doch wird die Stimmung durch zahlreiche Bugs und Glitches getrübt. So lebt Fade to Silence vornehmlich von seinen Survival-Aspekten, die zugegebenermaßen gut gelungen und herausfordernd sind. Doch das alleine reicht nicht aus, um über die vorhandenen Schwächen hinwegzutrösten.

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