Preview - Final Fantasy VII Remake : Gamescom-Vorschau: So genial spielt sich die Neuauflage!

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In meinem Kopf läuft Final Fantasy VII von 1997: klobige Grafik, rundenbasierte Kämpfe, FMV-Sequenzen. Vor mir läuft auch Final Fantasy VII, allerdings das Remake von 2020. Vor diesem Hintergrund, habe ich das Gefühl, etwas ganz Neues zu sehen und vor allem zu spielen. Das ist kein einfaches Remake, sondern ein völlig anderes Spiel.

Schon während der Präsentation, die vor meiner Probesitzung läuft, bekomme ich Gänsehaut. Spätestens als die bekannte, aber neu arrangierte Musik aufgedreht wird und ich Clouds erste Schritte auf dem Bahnhof von Midgar beobachte, hat mich Final Fantasy VII am Haken. Natürlich gefielen mir schon die vorher veröffentlichten Videos, aber die Neuauflage live zu erleben, vermittelt ein noch viel besseres Gefühl.

Doch es sind Welten, die in meinem Kopf aufeinanderprallen. Denn was ich seit 22 Jahren kenne und was ich nun hier präsentiert bekomme, könnte nicht unterschiedlicher sein. Ich muss an das überarbeitete Resident Evil 2 denken. Zwar wurden auch dabei stattliche Veränderungen an der Grafik und Aufmachung vorgenommen. Allerdings blieben Perspektive, Rhythmus und Ablauf im Vergleich zum Original nahezu identisch. Square Enix‘ Neuinterpretation des sicherlich bekanntesten Final Fantasy ist dagegen eine ganz neue Welt.

Bekannt und doch ganz anders

Kein Aspekt des Spiels blieb unangetastet. Das fängt bei der Grafik an. Charaktere und Spielwelt erinnern Fans natürlich sofort an den Klassiker, sind aber dennoch komplett neu gestaltet. Cloud und Barret, die bei Präsentation und Demo die Hauptrollen spielen, bekamen einen modernen und erwachsenen Look verpasst, der beiden Charakteren überraschend gut steht. Natürlich muss auch die Spielwelt damit harmonieren und dafür legte sich das Entwicklerteam ins Zeug.

Statt nur die bekannten, alten Umgebungen und Routen hübscher zu machen, packt man auch Gebiete ins Spiel, die es im Original nur aus der Entfernung oder gar nicht zu sehen gab. So fungierten manche Areale im ersten Mako-Reaktor anno 1997 lediglich als Kulisse. Diesmal sind es Kampfgebiete, in denen Cloud sein Riesenschwert herumwirbelt und Barret den Kanonenarm sprechen lässt. Tatsächlich versprüht das „neue“ Final Fantasy VII ungeahnt viel Action und Dynamik.

  • Final Fantasy VII Remake - Screenshots - Bild 1
  • Final Fantasy VII Remake - Screenshots - Bild 2
  • Final Fantasy VII Remake - Screenshots - Bild 3
  • Final Fantasy VII Remake - Screenshots - Bild 4
  • Final Fantasy VII Remake - Screenshots - Bild 5
  • Final Fantasy VII Remake - Screenshots - Bild 6

Rundenbasierte Auseinandersetzungen, bei denen sich Heldentruppe und Gegner gegenüber stehen und abwechselnd Hiebe austauschen, bleiben im Jahr 1997. Bei der Runderneuerung geht es richtig zur Sache: Schwache und starke Attacken werden auf Knopfdruck ausgelöst, sogar Combos am Boden und in der Luft sind möglich. Ebenso flott gehen Ausweichmanöver und Blocks von der Hand. Trotz dieser extremen Umstrukturierung kommt aber auch das Final Fantasy VII Remake nicht ohne Rollenspiel-Einschlag aus.

Damit sind nicht nur die obligatorischen Erfahrungspunkte und Stufenaufstiege gemeint, sondern vorrangig Magie und Gegenstände. Diese werden über ein Menü eingesetzt. Einmal aktiviert, setzt eine Zeitlupe ein und gibt reichlich Spielraum, um die nächste Aktion einzuleiten. Jede davon ist jedoch an das ATB-System gekoppelt, das ebenfalls aus dem Klassiker stammt. Erfolgreiche Angriffe und einfaches Warten laden die Balken der Leiste auf. Wenn Cloud einen Heilzauber auf Kumpel Barret anwendet, wird ein Abschnitt verbraucht, ebenso bei einigen durchschlagskräftigen Attacken oder der Nutzung von Tränken sowie Äther.

Am Limit

Gleiches gilt für Spezialangriffe, die besonders großen Schaden anrichten. Apropos: Neben Trefferpunkten verfügen Gegner noch über eine sogenannte Staggered-Leiste. Nach einer Reihe von Treffern durch die eigene Party kann ein Feind betäubt werden, was ihn besonders anfällig für schwere Schäden macht. Dann kommt ein Limit-Angriff gerade recht: Erlittener Schaden füllt die entsprechende Anzeige, woraufhin der jeweilige Charakter einen besonders heftigen Spezialangriff entfesseln kann.

Unmittelbar nach dem Ende der vorgespielten Demo dürfen wir selbst zum Pad greifen. Die ersten Standardsoldaten stellen für Cloud und Barret kein Problem dar. Ein paar schnelle Hiebe gepaart mit MG-Salven machen mit dem Shinra-Personal kurzen Prozess. Es geht aber auch so gut von der Hand, dass wir keine Eingewöhnungszeit brauchen. Selbst der Übergang von den Zwischensequenzen zum eigentlichen Spiel klappt elegant und zeitgemäß, ohne eine Spur vom Muff der Polygon-Ära.

Final Fantasy VII Remake - E3 2019 Trailer
Square Enix hat im Rahmen der eigenen Pressekonferenz den nächsten Trailer zu Final Fantasy VII Remake veröffentlicht.

Am Ende erwartet uns dann auch das Highlight des etwa 20-minütigen Anspiels: der Bosskampf gegen den Wachskorpion. Der waffenstarrende Roboter setzt Laser und Raketen gegen Cloud und Barret ein. In dieser Auseinandersetzung ist etwas mehr Taktik gefragt als zuvor. Über das Steuerkreuz wechseln wir zwischen den beiden Figuren, was mit einer kurzen Kamerafahrt eingeleitet wird. Die sieht nicht nur schick aus, sondern gibt auch einen Moment Zeit, sich auf die neue Situation mit der aktiven Spielfigur einzustellen. Alternativ erteilen wir dem KI-Partner über das Menü rudimentäre Befehle, darunter den so wichtigen Einsatz von Blitz-Magie. Normale Angriffe teilt der Kollege dagegen automatisch aus. So ringen wir den Metallkoloss in einem schick inszenierten Kampf zu Boden – damit endet die Demo.

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