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Test - Neverwinter Nights: Der Schatten von Undernzit : Neverwinter Nights: Der Schatten von Undernzit

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Neverwinter Nights: Der Schatten von Undernzit
Nach dem Gebet an der Statue folgt der Segen.
Von allem etwas mehr
Rein spielerisch hat sich dabei nichts großartig geändert. Wie bereits im Original-Spiel steuert ihr einen einzelnen Helden durch die verschiedenen Abenteuer, wobei ihr euch von einem Henchman begleiten lassen könnt. Die aus 'Baldur's Gate' gewohnte Sechs-Mann-Party gibt es auch im Add-on nicht, dafür verfügt ihr nun endlich über umfangreichere Kontrollmöglichkeiten eures Begleiters. Am erfreulichsten ist daran, dass ihr nun Zugriff auf dessen Inventar habt, ihn also ausrüsten und mit Beute voll stopfen könnt. Ansonsten ist die Steuerung gewohnt simpel und durchdacht, bietet also alle Qualitäten von 'Neverwinter Nights'.

Neben der neuen Story erwarten euch auch etliche neue Möglichkeiten bei der Charaktererstellung und -entwicklung. Dazu gehört die Einführung von fünf Prestige-Klassen wie 'Arkaner Bogenschütze', 'Assassine' oder 'Schattentänzer'. Hierbei handelt es sich nicht um eigenständige Klassen, sondern existieren zunächst bestimmte Voraussetzungen, die euer derzeitiger Charakter erfüllen muss. Sind diese gegeben, bieten die Prestige-Klassen Fähigkeiten, die einem normalen Charakter nie zur Verfügung stehen würden. Auch gibt es generell einige neue Fähigkeiten wie das Anfertigen von Fallen oder Turnen, mit dem ihr Angriffen entgehen könnt.

Neverwinter Nights: Der Schatten von Undernzit
Unser Begleiter entschärft eine Falle.

Neben den Prestige-Klassen und entsprechenden Fähigkeiten stehen euch auch um die 30 neue Talente für euren Charakter zur Verfügung, wobei der Großteil von mehr oder minder allen Charakter-Klassen und -Rassen nutzbar ist und Kampf und Magie aufwertet. Zauberfreudige Spieler können sich über zahlreiche neue Sprüche freuen, die bis Stufe Neun reichen - auch hier steht Kampf-Magie deutlich im Vordergrund. Die letzte Aufrüstung besteht in der Einführung von Granaten als Wurfgeschosse - natürlich Granaten eher archaischer Natur wie Säurefläschchen oder Erstickungspulver.

Damit seid ihr dann auch gut gerüstet, gegen die neuen Gegner, die das Spiel beinhaltet, anzutreten. Neben altbekannten Monstern wie Gnollen oder Kobolden bekommt ihr es auch mit Basilisken, Drachen, Medusen und seltsamen, insektenähnlichen Kreaturen zu tun. Der Schwierigkeitsgrad des Add-ons ist jedoch unterm Strich eher niedrig angelegt, wobei die Kämpfe wie gewohnt eher Hack'n'Slay als 'Baldur's Gate'-ähnliche Gruppentaktik erfordern. Sammler von guten Ausrüstungsgegenständen können sich über etliche Waffen und magische Objekte freuen, die zum Teil enorme Boni bieten.

Neverwinter Nights: Der Schatten von Undernzit
Versteinerungsgefahr im Kampf gegen Basilisken.

Aufgewerteter Editor
Den Abschluss der Neuerungen bietet eine Überarbeitung und Erweiterung des Aurora-Tool-Sets, was vor allem die Mod-Community sehr freuen dürfte. Mit Wüste, Winterlandschaft und verfallenen Ruinen kommen gleich als Einstieg schon mal drei neue Tile-Sets hinzu. Auch gibt es neue Optionen beim Export und Import von Dateien im Editor und der Festlegung von Wegpunkten für Kreaturen. Zwei neue Assistenten sorgen dafür, dass ihr relativ schnell Shops im Spiel erstellen könnt oder aber auch bei der Erstellung einer kompletten Handlung unterstützt werdet.

In Sachen Grafik und Sound hat sich erwartungsgemäß wenig geändert. Die Grafik bietet immer noch den etwas eckigen Look der Levels, tröstet dafür aber mit schönen Effekten und hübschen Animationen, speziell bei den Kämpfen. Das ist sicherlich etwas Geschmackssache, allerdings sollte man nicht vergessen, dass das Raster-System der Engine für ein sehr einfaches Erstellen eigener Module sorgt. Die neuen Tile-Sets und Umgebungen sehen ansprechend aus, vor allem die Texturen können in einigen Bereichen überzeugen. Der Sound bietet gewohnt bombastische Musik, die Umgebungs- und Kampfgeräusche sind in Ordnung, nur die teilweise sehr schlechte Sprachausgabe kann hier und da nerven.

 

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Wenn man sich anschaut, was dieses Add-on zu bieten hat, kommt man schnell zu dem Schluss, dass sich davon einige Vollpreis-Produkte eine dicke Scheibe abschneiden könnten. Die Einzelspieler-Kampagne ist nicht nur erfreulich umfangreich, sondern bietet sowohl inhaltlich als auch vom Setting her viel Abwechslung, wobei sie im letzten Kapitel richtig in Fahrt kommt und schöne, ausgefeilte Quests beinhaltet. Grafisch ist das Spiel zwar keine echte Offenbarung mehr und die Sprachausgabe neigt gelegentlich zum Lächerlichen, aber dafür bieten die zahlreichen neuen Features eine Menge Spielspaß und der erweiterte Editor gibt viel Raum und Möglichkeit für Bastler. Nicht unbedingt ein Muss für Fans, da es derweil zahlreiche kostenlose Add-ons seitens der Mod-Community gibt, aber verkehrt machen kann man damit auch nichts.  

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