Special - Intels Clarkdale-Prozessoren : CPU-Hybriden im Vergleichstest

  • PC
Von Kommentieren

Der Schrumpfprozess geht in die nächste Runde: Pünktlich zum neuen Jahrzehnt läutet Intel die Ära der 32-nm-Struktur ein. Zuerst trauen sich die Clarkdale-Prozessoren ans Tageslicht, die für 120 bis 240 Euro in eure Einkaufstüte hüpfen. Zwei Kerne pochen in ihnen, außerdem lauert zum ersten Mal ein integrierter Grafikchip auf der CPU. Wir haben uns die Frischlinge geschnappt und gegen ihre harte Konkurrenz von AMD und Intel antreten lassen. Lohnen sich die Hybriden?

Clarkdale? Nur der Anfang!

Intel nennt seine schmale 32-nm-Architektur Westmere. Zunächst sollen die Untergattungen die noch weit verbreitete Nehalem-Generation ergänzen, später dann komplett vom Thron stoßen - so hart geht's im CPU-Gewerbe zu. Westmere verteilt sein Erbgut an insgesamt drei Familien. Der stärkste Clan hört auf den Namen Gulftown, der seine ersten Highend-Vierkerner Mitte des Jahres unter das Volk bringt. Die Mittelklasse heißt Clarkdale, gefolgt von den Notebook-CPUs Arrandale. Clarkdales führt Intel unter der Bezeichnung Core i3 und i5, Arrandales tauchen bei den Core i3, i5 und i7 mit dem Beinamen "M" auf. Die flinken Gulftowns führt Intel als Core i7. So viel zur kleinen Vorgeschichte, jetzt schauen wir uns die Clarkdales genauer an.

Die ersten Vertreter heißen Core i3 530 und 540 sowie Core i5 650, 660, 661 und 670. Sie wurden alle für Intels Sockel 1156 ausgelegt. Bis auf den 661 (87 Watt) liegt die TDP durch die Bank bei 73 Watt. Der i5 661 züngelt deswegen ein wenig mehr Strom aus der Steckdose, weil die Onboard-Grafik mit 900 statt 733 MHz taktet (dazu später mehr). Ansonsten unterscheiden sich die Rechensklaven nur bei ihrer Taktung und der Tatsache, dass die Core-i3-Prozessoren keinen Turbomodus besitzen. Sie sind für Spieler daher eher uninteressant.

(Zum Vergrößern auf die Grafik klicken)

Lynnfield vs. Clarkdale

Das Topmodell i5 670 feuert die beiden Kerne mit 3,46 GHz an, im Turbomodus klettert das Barometer auf 3,73 GHz hoch. Der schwächste Clarkdale i5, der 650, spuckt immerhin 3,2 GHz (3,46 GHz im Turbomodus) aus, sodass alle vier i5-Geschwister relativ nah beieinanderliegen. Abgesehen davon unterstützen alle sechs Clarkdales Hyperthreading, womit sie vier Threads parallel verarbeiten können. Einfach gesagt bedeutet das: Obwohl nur zwei echte Kerne schuften, macht die CPU eurem Betriebssystem vor, es stünden vier Kerne bereit. Damit kann sich die Leistung von auf Mehrkernern ausgerichteten Anwendungen verbessern.

Im Vergleich mit den bisherigen Core-i5-Prozessoren der Marke Lynnfield (45-nm-Fertigung), wie dem vierkernigen i5 750, haben die Clarkdales zwei physische Kerne weniger, dafür aber zwei zusätzliche logische - welche Variante mehr Leistung bringt, seht ihr gleich in den Benchmarks.

Unterschiede gibt es zudem beim Cache. Die Clarkdale-Familie muss sich pauschal mit 4 MB L3-Cache zufriedengeben, während ihre entfernten Lynnfield-Verwandten über gleich doppelt so viel Cache herrschen. Auch das kann und wird sich auf die Performance von Spielen und anderen Anwendungen auswirken. Technisch voraus haben die Clarkdales (und damit auch Arrandales und Gulftowns) eine Beschleunigung der Verschlüsselung von Daten (AES) und der Internet-Telefonie, was allerdings eher für eine Minderheit interessant sein dürfte. Wie die Lynnfields bleiben den Clarkdales drei Arbeitsspeicherkanäle verwehrt - das können nur die Bloomfields auf Intels Sockel 1366.

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel