Test - Psychonauts : Psychonauts

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Ein neues Meisterwerk: Tim Schafer, kreativer Kopf hinter den zeitlosen Klassikern 'Grim Fandango' und 'Day of the Tentacle', überrascht uns pünktlich zum Weihnachtsgeschäft mit dem abgedrehten 3D-Hüpfer 'Psychonauts'. Warum das Spiel rund um den Möchtegern-Psychonauten Razputin eine todsichere Investition in jede Menge Spielspaß ist, klärt unser Review!

Das von Double Fine Productions entwickelte 'Psychonauts' ist wirklich etwas Besonderes. Das Spiel schert sich einen Dreck um gängige Mainstream-Regeln und serviert uns stattdessen einen modernen 3D-Plattformer mit einer ganz und gar abgedrehten Story. Das Spiel erzählt die Geschichte von Razputin, einem 'Kadetten des Übersinnlichen', der sich in das geheime Ausbildungslager der namensgebenden Psychonauten geschlichen hat, um dort für die Aufnahme in die Eliteeinheit vorzusprechen. Dass es sich bei den Psychonauten um keine paramilitärische Spezialeinheit handelt, wird schnell klar. Die perfekt trainierten Superagenten stemmen sich ihren Feinden nicht auf offenem Felde entgegen, sondern bekämpfen die Dämonen und irrwitzigen Phantasien der Superschurken dort, wo sie entstehen: in ihrem Gehirn!

'Links, zwo, drei, vier'

Entsprechend abgedreht geben sich auch die ersten Minuten des Spiels. Raz, so der Spitzname unseres Helden, startet seine Ausbildung nicht etwa in einer staubigen Trainingshalle, sondern wird direkt in die Psyche von Coach Oleander, einem verrückten Drill-Instructor mit ausgewachsenem Faible für militärischen Frühsport, versetzt. Artilleriegeschütze, Minenfelder und verängstigte Mitschüler säumen euren Weg durch den ersten Teil des Trainings. Zeit zum Verschnaufen bleibt kaum, denn schließlich stellt der Coach Raz immer wieder neue Hindernisse in den Weg, um die maximale Leistung aus ihm herauszukitzeln. Am Ende des Trainings steht schließlich fest: Raz' Fähigkeiten sind außergewöhnlich – besser als die aller anderen Kadetten. Klar, dass das Schicksals für den Jungen mit den großen Augen und der schicken Fliegerjacke im Verlauf des Spiels mehr parat hält als nur schnöde Trainingsmissionen. Als eine zwielichtige Macht die Schüler des Trainingscamps ihrer Gehirne beraubt und sie zu stumpfen, fernsehsüchtigen Zombies mutieren lässt, ist Razputin der Einzige, der sich der Sache annehmen kann!

Kein klassisches Spiel

'Psychonauts' ist kein Spiel, das man in Schubladen stecken kann. Dennoch: Müsste man es irgendwie kategorisieren, würde man es am ehesten dem Genre der Jump'n'Runs zuordnen. Ihr besteht Geschicklichkeitspassagen, nehmt es mit den schrägsten Gegnern der Videospielgeschichte auf, verwendet eure magischen PSI-Kräfte und sammelt fleißig Gimmicks, um den Levelaufstieg zu beschleunigen. Rudimentäre Kombinationsrätsel, die weder durch besonderen Anspruch noch durch Einfallsreichtum glänzen, ausbaufähige Charaktereigenschaften sowie geschliffene Dialoge sorgen zudem für den nötigen Schuss Abwechslung. 'Psychonauts' kann dabei vor allem die Atmosphäre betreffend ordentlich punkten. Nahezu überall ist die markante Handschrift von Mastermind Tim Schafer erkennbar. Der Humor ist ähnlich schräg wie in 'Grim Fandango', die Spielumgebung ist unglaublich abwechslungsreich und das Charakterdesign ist sowieso über jeden Zweifel erhaben. Während der Kampagne des Spiels trefft ihr auf allerlei schräge Mitstreiter und Gegenspieler. Ihr erlernt von Milla, einer heißen Braut mit Seventies-Tick, die Schwebefähigkeit, kämpft mit Kochamara auf Leben und Tod und lüftet schließlich die Verschwörung des Milchmanns, der an die zwielichtigen Kommunistenjäger der McCarthy-Ära erinnert!

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