Test - Sekiro: Shadows Die Twice : Test: Durchgespielt! Anders als Dark Souls, aber richtig gut

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Greift zu, wenn...

… ihr ein forderndes Action-Adventure sucht, das eine reichhaltige Welt mit zahlreichen Erkundungsreizen bietet.

Spart es euch, wenn...

… ihr schnell frustriert werdet oder ausgewachsene Rollenspielelemente erwartet.

Fazit

Christian Kurowski - Portraitvon Christian Kurowski
Ein Spektakel, bei dem auch Soulsborne-Veteranen ins Schwitzen kommen

Ich bin entzückt, um viele Jahre gealtert und mein Bart ist nun deutlich grauer, aber Sekiro: Shadows Die Twice ist fantastisch und eine knallharte Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Das Kampfsystem ist fordernd, jedoch gleichermaßen befriedigend, wenn man den Dreh raus hat. Sogar die Schleichmechanik fühlt sich toll an. Wenn ihr euch mit dem Greifhaken auf Dächer schwingt und auf Opfer lauert, kommt Tenchu-Vibe auf. Auch bei der Welt hat sich From Software nicht lumpen lassen: Es gibt tolle Areale, Nebenaufgaben und Charaktere mit interessanten Schicksalen. Gerade in der zweiten Hälfte dreht Sekiro mächtig auf.

Klassische Soulsborne-Elemente wie verschiedene Waffengattungen und Rüstungen habe ich nicht vermisst, dafür wäre es allerdings mal schön, wenn From Software die Kameraprobleme in den Griff kriegen würde. Am PC spielt sich Sekiro noch eine Ecke feiner als an der Konsole. Egal ob PlayStation 4 Pro oder Xbox One X: die Bildrate hat immer wieder zu kämpfen und kann nicht die 30 Bilder pro Sekunde halten. Das ist im Endeffekt nicht so tragisch. Sekiro: Shadows Die Twice reiht sich mühelos in die Reihe zwischen Demon’s Souls, Dark Souls und Bloodborne ein. From Software hat erneut ein qualitativ hochwertiges Action-Adventure abgeliefert.

>> Das hätten wir gerne gewusst, bevor wir angefangen haben: 8 wichtige Tipps & Tricks für Sekiro: Shadows Die Twice

Matthias Grimm - Portraitvon Matthias Grimm

Schon vor Monaten, als die ersten Fakten zu Sekiro: Shadows Die Twice bekannt wurden, hätte ich darauf gewettet, wie mein Fazit an dieser Stelle lauten würde: „Während mittlerweile immer mehr Souls-Klone aus dem Boden schießen, die sich vergeblich mühen, mal mehr (Nioh), mal weniger (Immortal Unchained) nah an die Klasse des Vorbilds heranzukommen, ist das Kapitel Dark Souls für From Software bereits abgehakt, und man geht dort schon ein paar Schritte weiter in eine andere Richtung.“

Puh, dass diese Richtung aber so dermaßen woanders hinführt, hätte ich dann doch nicht erwartet. Mitunter fühlte sich Sekiro weniger wie ein Soulslike-Titel an, sondern wie ein Schnetzelspiel à la Tenchu oder Ninja Gaiden mit Einflüssen von Bloodborne, Assassin's Creed und reinen Boss Battlern wie Titan Souls.

Verantwortlich dafür ist vor allem das neue Kampfsystem, das sehr viel mehr Einarbeitung, Reaktionsvermögen und vor allem echte Skills am Controller erfordert. Wo in Dark Souls immer auch Hartnäckigkeit und das Auswendiglernen der gegnerischen Bewegungsmustern zum Erfolg führten, muss man in Sekiro schon „was draufhaben“. Selbst (oder gerade) langjährige Souls-Veteranen werden daher anfangs ihre Probleme haben, bis sie sich in das vielschichtige Kampfsystem eingearbeitet haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Souls-Fans Sekiro deswegen nicht mögen werden.

Ich selbst bin noch hin und her gerissen. Im Gegensatz zu Kuro habe ich Sekiro noch nicht durchgespielt, sondern bin erst knapp bei der Hälfte. Zweifellos vereint Sekiro alle Qualitäten, die From Software mittlerweile in Perfektion draufhat wie kein anderer Entwickler: Es spielt sich wunderbar präzise, vereint die bekannten Tugenden der From-Spiele, ruht sich aber nicht auf deren Lorbeeren aus, sondern geht mutig neue Wege. Das Design der Gegner ist an Einfallsreichtum und Fantasie kaum zu übertreffen (der Affe!), ja geradezu begnadet.

Und doch fehlt mir bislang das Genialische, das man von From Software mittlerweile schon fast erwartet. Die Levelstruktur folgt eher dem krakenhaften Aufbau von Bloodborne als der unerreichten Verschlungenheit von Dark Souls 1. Die zahlreichen Mini-Bosse (die ihren großen Kollegen in Sachen Schwierigkeitsgrad in nichts nachstehen) folgen in so schneller Frequenz aufeinander, dass es bisweilen den Eindruck erweckt, als wolle sich From Software damit lediglich Arbeit am Levelbauen sparen. Es gibt keinen Online-Modus, das Story-Telling ist konservativer, die Checkpoints sind auffällig entgegenkommender platziert, als man es von From Software gewohnt ist, und wenigen Individualisierungsoptionen werden vermutlich dafür sorgen, dass ich Sekiro deutlich seltener durchspielen werde als die Souls-Teile. Und das Kampfsystem, nun ja, immer wenn ich glaube, es endlich verinnerlicht zu haben, taucht ein neuer Gegner auf, der mich eines Besseren belehrt.

Sekiro und ich – wir brauchen immer noch ein Weilchen, um warm miteinander zu werden. Bis dahin gilt das, was Kuro sagt ;)

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Überblick

Pro

  • offene Spielwelt bietet viel zum entdecken
  • anspruchsvolles, aber motivierendes Kampfsystem
  • befriedigende Schleichmechaniken
  • viele Fähigkeiten und Verbesserungen
  • Story wird direkter erzählt
  • mehrere Enden
  • interessante Nebenstränge und Charaktere
  • tolles Weltdesign
  • viele Herausforderungen in Form von Elite-Gegnern und Zwischenbossen
  • gute deutsche Sprachausgabe
  • atmosphärische japanische Sprachausgabe

Contra

  • nervige Kameraprobleme
  • Greifhaken verweigert manchmal seinen Dienst
  • technisch nicht immer saubere Performance (PS4/Xbox)

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