Test - Senran Kagura Burst Re:Newal : Zeig doch mal die Möpse

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Senran Kagura Burst erschien ursprünglich bereits 2011 in Japan als 2D-Schnetzler für den 3DS und erhält nun mit dem Beinamen Re:Newal seinen runderneuerten Auftritt auf der PS4. Es erzählt die Geschichte einer Gruppe von Ninja-Schülerinnen, die sich im Wettstreit mit verfeindeten Ninja-Akademien … Ach, hören wir doch auf so zu tun, als ginge es hier um irgendetwas anderes als: Titten, Titten, Titten!

Da ist sie also wieder: Senran Kagura, die Spielereihe, die in der Frequenz eines gut geölten Vibrators neue Spiele, teilweise aus gänzlich unterschiedlichen Genres, ausspuckt und dabei auch auf alles spuckt, was den in dieser Ecke der Welt gepflegten Vorstellungen eines angemessenen Frauenbildes und feministischem Selbstverständnis entspricht.

Senran Kagura, so heißt das aus westlichen Augen bizarr anmutende, verklemmt-frivole Schaulaufen der Atombusen, das wahrscheinlich nur in Japan und mit dem dortigen Verständnis von Sexualität zu begreifen ist und auf eine post-pubertäre Zielgruppe zu schielen scheint, für die das heimliche Spähen in die Mädchenumkleide des Dorfschwimmbads zu den bisherigen Höhepunkten erotischen Erlebens zählt.

Schaulaufen der Atom-Busen

Spielerisch bildet Senran Kagura Burst Re:Newal die auf den kleinsten nur erdenklichen Nenner reduzierte Variante eines Hack-n-Slay, wie es Bayonetta vielleicht in seinem allerfrühesten Prototypen-Stadium gewesen sein könnte. Ein Knopfdruck für einen schnellen Angriff, ein anderer für einen stärkeren, Sprünge in die Luft und ein paar Leisten, die sich vordergründig auffüllen, um besondere Fähigkeiten auszulösen, eigentlich aber nur den Vorwand liefern, dass den Damen dafür die Klamotten vom Körper platzen wie ein Silvesterböller und so den Blick auf Höschen, Haut und Hügel freilegen.

Das stumpfsinnige Gerangel erfolgt in unterschiedlichen Arenen wie dem Schulhof, einer Einkaufspassage oder einem Zen-Garten, die in in einer grafischen Qualität erstrahlen, die selbst die Aussicht in einem Dark Room vergleichsweise sehenswert erscheinen lässt. Meist geht es dort gegen Wellen aus Unmengen an Gegnern, denen statt eines Gehirns das gleiche Silikon impantiert zu sein scheint, das auch die Brüste der Mädels auf Medizinballgröße aufbläht. Sogar der Gesundheitszustand der Charaktere wird nicht anhand eines Balkens veranschaulicht, sondern am Grad ihrer Be- bzw. Entkleidung.

Ließe es nicht jede Gelegenheit ungenutzt, die surreal großen Brüste der Ninja-Schülerinnen in Szene zu setzen, die Geschichte von Senran Kagura Burst um einen Wettstreit von guten und bösen Ninja-Kadetten wäre an Belanglosigkeit und vor allem Harmlosigkeit nicht von jeder x-beliebigen, jugendfreien Vorabendseifenoper zu unterscheiden. In den lediglich auf endlos schwafelnden Texttafeln präsentierten Zwischensequenzen geht es um typische Teenager-Sorgen wie das Bemühen um die Anerkennung der Mitschüler, Unsicherheit im Umgang mit dem anderen Geschlecht, der Suche nach dem eigenen Platz im Leben, Angst vor Zurückweisung und natürlich: den Diebstahl einer „Super-Secret Ninja Art Scroll“ (die wird wirklich jedes Mal genau so genannt und mehr als dass sie ganz offenbar supergeheim ist, scheint sie nicht auszuzeichnen).

Titten-Flatrate

Erst in der zweiten von insgesamt drei Kampagnen scheinen sich die Autoren „Scheiß drauf!“ gedacht und ihre Lust an bizarr-überdrehtem Humor und sexuellen Zweideutigkeiten entdeckt zu haben. Da bekommt eine der Novizinnen Komplexe, weil ihre Brüste eher flach und nicht so groß und „bouncy-jouncy“ ausfallen wie die der drallen Blondine oder so verführerisch "wabbeln wie Gelatine" (O-Ton), wie es bei der geheimnisvollen Emo-Mitschülerin der Fall ist, deren Klamotten im Übrigen aussehen, als seien sie versehentlich im Schredder statt in der Waschmaschine gelandet.

Die Blondine wiederum ist auf absurd erheiternde Weise besessen von Sojasprossen und allem, das irgendwie mit Essen zu tun hat. Und vom Wunsch, Brüste zu massieren, davon scheint sie in urplötzlich auftretenden Anfällen auch immer wieder besessen, nur dass es natürlich nie dazu kommt. Senran Kagura lässt es immer bei der Andeutung auf ein Versprechen, das nicht eingelöst werden darf.

In dieser sonderbaren Mischung aus Fremdscham und irritierter Erheiterung entwickelt auch Burst Re:Newal wie schon seine Vorgänger einen Trash-Unterhaltungswert, der in seinem Spannungsverhältnis von biederer Belanglosigkeit, zaghafter Frivolität und absurd überzogenem Sexismus ein wenig an die Aufklärungsfilme der 70er Jahre erinnert, wie Eis am Stiel oder, wie passend, Schulmädchen-Report. So harmlos, dass es niemandem wehtut, so doof, dass es keiner ernst nehmen muss, so offensichtlich sexistisch, dass sich die Aufregung darüber gar nicht erst lohnt.

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Busen-Blitzer als Spielkonzept

Doch Kampfsystem, Level-Design, KI und Grafik von Senran Kagura Burst Re:Newal fallen so dermaßen lieblos, stumpfsinnig und schlampig aus, dass es unmöglich ist, nicht nach seiner Daseinsberechtigung zu fragen. Denn wenngleich solcherlei Kriterien bei einem Spiel wie diesem eher in die Nice-to-have-Kategorie fallen, weil sich das Geschehen in erster Linie darum dreht, hin und wieder einen Blick auf die Weichteile der Protagonistinnen zu erhaschen, so war doch gerade der letzte Teil der Serie, Senran Kagura: Peach Beach Splash, trotz allem eben auch ein spielerisch grundsolides Multiplayer-Geballer im Stile von Overwatch oder Splatoon.

Ohne sein penetrantes Schaulaufen der Riesenbrüste wäre Senran Kagura Burst einfach nur ein schlechtes Spiel, über das morgen niemand mehr sprechen würde. Umso trauriger ist es, dass genau diese dem Spiel das einzige Verkaufsargument verschaffen, das die Serie vermutlich noch lange am Leben halten wird. Warum man allerdings für ein paar verschämte Blicke auf ein bisschen leicht verhüllte Haut (wirkliche Nacktheit gibt es nämlich nie zu sehen) das qualvolle Drumherum auf sich nehmen sollte, anstatt einfach auf einer der Seiten für Erwachsenenunterhaltung vorbeizuschauen,die es im Internet im Überfluss gibt, erschließt sich mir nicht wirklich. Andererseits … Das Erfolgskonzept von Germany's Next Topmodel basiert im Grunde auf ganz ähnlichen Faktoren …

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