Test - Silent Storm : Silent Storm

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Es war einmal vor langer, langer Zeit: Da begeisterten die rundenbasierten Spiele-Reihen 'X-Com' und 'Jagged Alliance' Strategen durch taktische Tiefe und vielschichtiges Design. Doch dann boomten 3D-Grafik und Echtzeit - spätestens mit 'Commandos' schien die Wachablösung vollzogen zu sein. Jetzt aber wagen sich JoWooD und Nival Interactive an das totgeglaubte Genre und zeigen, dass eine schöne Optik und Runden-Taktik nicht unvereinbar sind ...
 

'Silent Storm' versetzt euch einmal mehr in die Wirren des Zweiten Weltkriegs: Auf der einen Seite stehen die Achsenmächte mit Deutschland, Japan und Italien, auf der anderen Seite die Allierten mit den USA, Russland und Großbritannien. Beide Parteien dürft ihr spielen, denn beide bekamen eine eigene Singleplayer-Kampagne spendiert. Eine echte Story, welche die einzelnen Missionen der Kampagnen miteinander verknüpft, existiert allerdings nicht.

Zunächst steht die Wahl eines geeigneten Charakters an, den ihr über das gesamte Spiel hinweg begleitet. Sechs Personen - drei Männer, drei Frauen - bietet 'Silent Storm' an, jede verfügt über andere Fähigkeiten: Der Soldat ist ein wahrer Held im Nahkampf, der Heckenschütze liebt den Angriff aus der Distanz, der Grenadier ist Meister der schweren Waffen. Auch Ärzte und Techniker haben ihre Vorzüge, sind aber eher etwas für friedliebende Naturen.

Die beste Wahl stellt vor allem für Anfänger der Heckenschütze dar, denn die meisten Missionen spielen in weitläufigen Außen-Arealen, wo ein sicherer Mann am Gewehr von großem Nutzen ist. Mit anderen Hauptcharakteren steigt der Schwierigkeitsgrad gerade zu Beginn spürbar an; die Spiel-Balance erscheint recht unausgewogen.

Eine große Familie
Vor jedem Einsatz stattet ihr der jeweiligen Heimat-Basis einen Besuch ab. Anhand einer Personen-Kartei wählt ihr bis zu fünf Begleiter aus, die ebenfalls alle unterschiedliche Berufe ausüben. Wie in 'Jagged Alliance' haben die Entwickler jeden Charakter mit einer kleinen Geschichte ausgestattet: Wollt ihr lieber einen erfahrenen Veteranen oder einen Jüngling, der vor Motivation und Ehrgeiz nur so sprüht? Auf das Kampf-Geschehen haben die Hintergründe zwar keinen bedeutenden Einfluss, Kommentare wie 'Kenne ich diesen Gegner nicht schon aus dem Ersten Weltkrieg?' dienen aber der Atmosphäre.

Bevor es losgeht, heilt ihr bei dem ansässigen Arzt noch flux eure Wunden und werft einen Blick in die Waffenkammer. Aus einem umfangreichen Repertoire gebt ihr euren Team-Mitgliedern ihr Werkzeug an die Hand: Ein Heckenschütze bekommt natürlich ein Scharfschützen-Gewehr, der Arzt eine kleine Pistole und vorwiegend Medikamente, Verbände und Pflaster. Auch die richtige Verteilung der Munition ist nicht zu vernachlässigen, schließlich wollt ihr vermeiden, dass euren Leuten mitten im Gefecht die Puste ausgeht. Schreitet ihr in der Kampagne voran, erhaltet ihr regelmäßig neue Waffen und Ausrüstungs-Gegenstände - in den Missionen dürft ihr zudem Lager plündern oder euch über die Überreste der Feinde hermachen.

Das einfach zu bedienende Inventar orientiert sich an Spielen wie 'Diablo 2' oder eben auch 'Jagged Alliance': Die zur Verfügung stehende Fläche ist mit Hilfe eines Rasters unterteilt, jedes Item nimmt einem bestimmten Platz ein. Per Drag&Drop können die Charaktere Gegenstände untereinander austauschen oder Waffen in die Hand nehmen.

Alles wie in der guten, alten Zeit
Genug der Vorbereitung! Ist das Einsatz-Gebiet auf der Karte ausgewählt, geht es endlich in den Krieg. Die Ziele der Missionen sind vielfältig: Mal müsst ihr eine Stadt vor dem feindlichen Angriff beschützen, ein anderes Mal einen Agenten gezielt ausschalten und entführen oder wichtige Unterlagen beschaffen. Eure Ziele werden laufend auf den neuesten Stand gebracht und erklären haargenau, was ihr tun müsst. Verwirrung, wie es voran geht, herrscht nie - nicht zuletzt, weil kurze Zwischensequenzen in Spiel-Grafik wichtige Ereignisse aufzeigen.

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