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Super Mario 64 DS: Eine Retrospektive

Mehr als 35 Jahre alt und dabei ewig jung: Super Mario, der von dem japanischen Spieldesigner Shigeru Miyamoto erfundene Klempner, der 1985 für Nintendo den Durchbruch brachte und gleichzeitig die vor sich hin dümpelnde Videospielbranche gerettet hat, ist noch immer ein Superstar der Gamingszene. In mittlerweile mehr als drei Dutzend Jump-and-Run-Spielen erlebt der fröhliche Klempner seine Abenteuer.

Nicht nur das seit dem zweiten Spiel unveränderte Aussehen des bärtigen Super Mario mit seiner Mütze und der blauen Latzhose hat längst Kultstatus. Auch die eingängige Titelmusik hat sich ihren Platz in der Popkultur erobert.

Als bestes Super-Mario-Spiel und möglicherweise sogar Titelanwärter als bestes Game aller Zeiten gilt für Fans das 1997 erschienene „Super Mario 64“, inklusive des ebenfalls zum Hit gewordenen kompletten Soundtracks. „It’s A Me, Mario!“, „Dire, Dire Docks“, „Lethal Lava Land“, „File Select“ und mehr gehören zum Spielespaß einfach dazu.

Wie es sich für Klassiker gehört, hat jede Neuerung etwas gebraucht, um auch die eingefleischtesten Fans zu überzeugen. In kaum einem Fall war das deutlicher als bei „Super Mario 64 DS“, bei dem das Originalspiel im Jahr 2004 für das handgehaltene Nintendo DS-System aufbereitet wurde. Das Problem, mit dem sich Nintendo-Fans und Entwickler konfrontiert sahen, waren die Riesenunterschiede in der Hardware zwischen der alten Konsole, die mit einem analogen Joystick präzise gesteuert werden konnte, und dem handgehaltenen Teil. Die Nintendo DS hingegen verfügte stattdessen über ein gewöhnungsbedürftiges Steuerkreuz. Neu war auch eine Touchscreen mit Levelkarte, die dem Originalspiel fehlt.

Damit nicht genug: Die DS-Variante von „Super Mario 64“ verlagert den Schwerpunkt schon bald von dem abenteuerlustigen Klempner auf seinen Freund Yoshi. Mit dem werden die ersten Level durchlaufen, bei denen es darum geht, möglichst viele Sterne zu ergattern.

Andere Veränderungen waren drei zusätzliche spielbare Charaktere und mehr Auftritte für Marios Zwillingsbruder Luigi, der hier als Kartendealer auftaucht. Das nach ihm benannte Luigi-Jack, das auf dem normalen Blackjack basiert, Mushroom Roulette und Bild-Poker laden ebenfalls zum Spiel im Spiel ein. Diese Mischung von Casinogames waren besonders beliebt und der Einfluss von Casinospielen in der Videospiele-Industrie kann auch heute in Titeln wie GTAV oder Far Cry gesehen werden.

So laut die ursprünglichen Zweifel an „Super Mario 64“ auch waren, so schnell überzeugte das Game die Fans. Kein Wunder, dass sich jetzt die Geschichte wiederholt: Bei der neuesten Nintendo-Konsole, der Nintendo Switch, haben die Hersteller bislang darauf verzichtet, eine eigens darauf abgestellte Version von „Super Mario 64 DS“ zu entwickeln, und etliche Gamer sind enttäuscht. Stattdessen steht ihnen mit „Super Mario 3D All-Stars“ eine Jubiläumssammlung mit den wichtigsten 3D-Abenteuern ihres Helden zur Verfügung. Dabei sind die Originale weithingehend unverändert portiert worden.

Kernstück dabei ist „Super Mario 64“ als überhaupt erstes 3D-Spiel der Serie und Wegweiser für das gesamte Genre. Wie so oft nimmt das Abenteuer mit einer Einladung zum Kuchen essen von Prinzessin Peach seinen Anfang. Doch als der verliebte Mario im Pilzpalast eintrifft, hört er nur noch das Hohngelächter des finsteren Schurken Bowsers, der die Prinzessin entführt und das Schloss abgeriegelt hat. Um Peach zu retten, erforscht Super Mario die hinter Gemälden verborgenen Welten auf der Suche nach Power-Sternen. Diese Sterne ermöglichen es ihm, die holde Prinzessin zu retten.

Die originale Portierung der Spiele mit minimalen Änderungen hat allerdings selbst für Puristen ihre Nachteile. Den gigantischen Fortschritten in der Technologie seit dem ersten 3D-Abenteuer vor mehr als zwei Jahrzehnten ist „Super Mario 64“ auf der Switch nichts anzumerken. Die schrittweise Verschiebung der Kameras lässt das Spiel alt aussehen, und nicht aus nostalgischen Gründen.

Dabei sind die fast ständig gleichbleibenden Grundelemente von „Super Mario Bros“ im Normalfall einer der Gründe, warum der Klempner überhaupt Kultstatus erreicht hat. Ein weiterer Grund ist die Tatsache, dass das Spiel einfach zu lernen ist, die Level jedoch unerwartet trickreich werden, so dass keine Langeweile aufkommt.

Als Super Mario 1985 in Pixelform sein erstes eigenes Spiel bekam, war das kunterbunte Spiel eine willkommene Abwechslung von den sonst üblichen düsteren Videospielen. Dabei war er anfangs noch namenlos und nur als „Jumpman“ aus anderen Spielen des Designers bekannt.

Seit 35 Jahren hat er immer wieder die gleiche Aufgabe: Er muss die Prinzessin retten. Gleich in seinem ersten eigenen Spiel, das als bis dato größtes und umfangreichstes Videogame in die Geschichte einging, musste er acht Welten mit je vier Levels durchlaufen, um zu seiner von Bowser verschleppten Prinzessin zu gelangen. Allein schon im ersten Level bekam er es mit 17 Gegnern zu tun und musste drei Abgründe überqueren. Um das zu schaffen, kann er gegen 13 Fragezeichen springen und Pilze, eine Feuerblume und einen Stern als Hilfsmittel finden. Mehr als 40 Millionen Mal verkaufte sich „Super Mario Bros“ weltweit.

So einfallsreich und geschickt Super Mario bei der Rettung von Prinzession Peach auch vorgeht, sein mittlerweile ebenfalls in die Popkultur eingegangenes Vokabular beschränkt sich seit dreieinhalb Jahrzenten auf zwei Sätze: „Mamma mia“ und „It’s a me, Mario“. Dabei war er nicht immer ein italienischstämmiger Klempner aus Brooklyn. Bei seinem ersten Auftritt in „Donkey Kong“ im Jahr 1981 war er noch Schreiner. Zum Klempner wurde Mario erst, als er Schildkröten in der Kanalisation jagen musste.

Dafür ist er inzwischen der berühmeste Klempner der Welt und seit 2005 auch der einzige mit einem eigenen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Zu Generationen alter Fans kommen immer wieder neue Gamer, die ihn lieben, ganz gleich, auf welcher Plattform sie seine Spiele daddeln.