Special - The Good, the Bad and the Ugly : (Nicht) lohnenswerte Neuauflagen

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Über den Sinn von Remakes und Remasters für die aktuelle Konsolengeneration lässt sich vorzüglich streiten. Manch einer sieht in ihnen eine Vergeudung von Ressourcen, der andere hingegen eine rechtmäßige Methode, um ohne allzu großen Aufwand ein wenig Geld in die Kassen zu spülen. Wie man es auch dreht und wendet: Fakt ist, dass diese Neuauflagen trotz viel Kritik gekauft werden. Es folgt die Frage aller Fragen: Welche Remakes für Xbox One, PS4 und Wii U sind eine Anschaffung wert?

Positive Beispiele

Während Konsolenhersteller Sony mit PS4-Versionen zu Spielen wie The Last of Us und God of War 3 eine bloße Anpassung an heutige Standards vollzieht und trotzdem eine gehörige Stange Geld dafür verlangt, gibt sich 4A Games weitaus großzügiger. Mit Metro: Redux hat man sich zwar zweier Spiele bedient, die nur wenige Jahre zurückliegen, bietet sie aber in einem Komplettpaket, bestehend aus den beiden Hauptspielen samt Erweiterungen, an. Bei beiden Teilen wurde das Gameplay massiv verbessert und beim ersten Teil zudem die Technik. In diesem Fall kann man selbst als Kritiker der Remake-Praxis die Bereitschaft, dem Kunden etwas entgegenzukommen, anerkennen.

Selbiges gilt auch für die Neuauflage der beiden populären PS2-Rollenspiele Final Fantasy X und Final Fantasy X-2. Ihr erhaltet ebenfalls zwei außerordentlich umfangreiche Spiele, deren Neuaufbereitung auf weniger Unverständnis stößt, weil die Originalableger schon über eine Dekade alt sind. Außerdem handelt es sich wie bei Metro: Redux um eine technisch saubere Umsetzung, die kaum Wünsche offen lässt.

Rockstars Open-World-Abenteuer GTA V war auf Xbox 360 und PS3 technisch gesehen stellenweise etwas rumplig. Da kam eine Umsetzung für PS4 und Xbox One (und später auch für den PC) gerade recht. Weitaus weniger Geruckel und eine höher Auflösung stellen eine deutliche Verbesserung dar. Außerdem wurden die aktuellen Versionen um eine Egoperspektive und viele kleine Details ergänzt, die zwar nicht spielentscheidend sind, sich aber dennoch gut einfügen.

Nintendos HD-Remake zum GameCube-Abenteuer, The Legend of Zelda: The Wind Waker HD, mag zwar keine zwei Titel enthalten, kann aufgrund seiner technischen Umsetzung dennoch überzeugen. Die kräftigen Farben und die höhere Auflösung lassen The Wind Waker deutlich lebendiger wirken. Überdies wurden viele kleine, aber wohlüberlegte Details des Spiels geändert, um die Spielerfahrung weitaus angenehmer zu gestalten.

Über die Borderlands: The Handsome Collection kann man ebenso streiten – schließlich handelt es sich bei den enthaltenen Spielen ebenfalls um vergleichsweise junge Titel. Dafür wartet das Paket mit Borderlands 2, den dazugehörigen DLCs sowie Borderlands: The Pre-Sequel mit einer Menge Inhalt auf. Die größtenteils gute technische Umsetzung sowie der 4-Spieler-Splitscreen sind dabei das Tüpfelchen auf dem i.

Negative Beispiele

Mit der Halo: Master Chief Collection haben sich Microsoft und 343 Industries insbesondere zur Veröffentlichung keinen Gefallen getan. Während der Einzelspieler reibungslos funktionierte, offenbarte der Multiplayer der Spielsammlung eine Reihe von Problemen, die den Online-Modus zu einer Geduldsprobe machten. Viele Mängel wurden seither durch Updates behoben. Dennoch ist der Titel weit davon entfernt, als makellos zu gelten. Durch die offenbar zu frühe Veröffentlichung hat man dem Anzug des Master Chiefs jedenfalls ein paar Kratzer im Lack verpasst, an die sich so einige Spieler auch künftig erinnern werden.

Still und heimlich wurde das Prototype: Biohazard Bundle veröffentlicht. Die Qualität der Umsetzung dürfte einer der Gründe gewesen sein, warum man seitens Activision so kleinlaut war. Zwar laufen sowohl Prototype als auch Prototype 2 in einer höheren Auflösung, dennoch bewegt sich die Bildwiedergabe zuweilen auf einem schlechteren Niveau als noch auf Xbox 360 und PS3. Insbesondere die PS4-Version hat in dieser Beziehung das Nachsehen. Wer dafür Geld ausgibt, ist selbst Schuld.

Kann man machen, muss man aber nicht

Wir haben es am Anfang bereits angesprochen: Vor allem Sony bemüht sich stark, PS3-Spiele PS4-Besitzern erneut schmackhaft zu machen. Das mag auf der technischen Seite gut funktionieren. 1080p und 60 Bilder die Sekunde sind bei The Last of Us Remastered und God of War III Remastered drin. Dennoch kann man angesichts der marginalen Änderungen gegenüber den jeweiligen Originalspielen diskutieren, ob die Preispolitik fair ist.

Der Strom reißt nicht ab

Wer sich Sorgen macht, dass der Trend bald wieder abflauen könnte, darf jetzt aufatmen. Mit Spielen wie Zombi, Tearaway: Unfolded, Darksiders 2, Gears of War: Ultimate Edition und einem potenziellen HD-Remake von Final Fantasy XII bekommen wir auch in naher Zukunft neue Versionen, deren Sinn sich nicht jedem erschließt.

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