Test - Super Smash Bros. Ultimate : Das ultimative Smash!

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Smash-Zeit ist die beste Zeit! Mit Super Smash Bros. Ultimate können sich Spieler nun auch endlich auf Nintendos Switch gegenseitig die Köpfe einkloppen. Mit dem Slogan „Everyone is here!“ versprechen die Entwickler das bisher größte und umfangreichste Smash-Erlebnis. Was alles neu, anders und besser ist, haben wir für euch natürlich ausgiebig getestet.

Der Anfang des Spiels wirkt noch erstaunlich übersichtlich. Startet ihr das Spiel im Smash- oder klassischen Modus, dürft ihr mit gerade mal acht Charakteren zum Kampf antreten. Super Smash Bros. Ultimate erwartet nämlich von euch, alle weiteren Charaktere zunächst freizuschalten. Und damit seid ihr ein ganzes Weilchen beschäftigt.

Insgesamt umfasst die Kämpferriege im neuen Smash 74 Charaktere, zum Großteil natürlich aus mal mehr, mal weniger bekannten Nintendo-Serien, aber auch aus einigen fremden Spielen. Zusätzlich zu den üblichen Verdächtigen der vergangenen Teile dürft ihr nun auch mit einigen neuen Kämpfern ran. Insgesamt elf neue Charaktere warten auf euch, darunter Simon Belmont aus der Castlevania-Serie und sogar Ridley aus den Metroid-Spielen, der in der Vergangenheit nicht mehr als ein Witz in der Smash-Community war.

Die Kämpfer könnt ihr auf zwei verschiedene Arten freischalten: Zum einen besteht nach gespielten Standardmatches oder Klassikmodi die Chance, dass euch ein Charakter zum Kampf herausfordert. Seid ihr siegreich, findet ihr den Kämpfer in eurer Charakterauswahl. Unterliegt ihr, dürft ihr später den Kampf wiederholen. Zum anderen könnt ihr euch in den Modus stürzen, in den man als Einzelspieler die meiste Zeit investieren kann: den Abenteuermodus „Stern der irrenden Lichter“.

Endlich wieder Inhalte für Einzelspieler!

In diesem rund 30 Stunden langen Modus findet ihr euch nach einer kurzen Introsequenz zusammen mit der rosa Knutschkugel Kirby auf einem riesigen Spielfeld wieder. Euer Ziel: dem Obermotz Kyra eins auf die Rübe geben und auf dem Weg die gefangenen restlichen 73 Kämpfer aus seinen Fängen befreien.

Grundsätzlich funktioniert der Modus ähnlich wie die Eventkämpfe der Vorgänger. Das heißt, dass jeder Kampf eigene Regeln hat, die euch das Leben oft schwerer und selten auch mal einfacher machen. Dreh- und Angelpunkt hierbei ist aber das neue Geistersystem, das die Trophäen der Vorgänger vollständig ersetzt.

Jedes Ereignisfeld startet einen Kampf gegen einen Gegner, der von einem der über 1200 Geister besessen ist. Besiegt ihr den besessenen Charakter, erhaltet ihr den Geist als Belohnung. Dieser bringt aber nicht nur ein hübsch anzusehendes Bildchen, sondern auch wichtige Fähigkeiten für euren Charakter im Abenteuermodus.

Die optimalen Elemente und Fähigkeiten für jedes Feld auszuwählen, ist besonders im späteren Spielverlauf enorm wichtig, denn ein nachteiliger Geist kann dafür sorgen, dass ein Kampf ruckzuck zu euren Ungunsten ausfällt. Nach erfolgreichen Kämpfen erhalten die eigenen Geister zudem Erfahrungspunkte, die die Werte des Geistes (und damit eure eigenen) mit der Zeit stärken.

Insgesamt 615 Kämpfe wollen bestritten zu werden. Darunter nicht nur die Geisterkämpfe, sondern auch die Eins-gegen-eins-Matches gegen die gefangenen Kämpfer und sogar gegen eine Handvoll größerer Bossgegner wie Marx aus der Kirby-Serie, Rathalos aus Monster Hunter oder Dracula aus Castlevania. Davon gibt es zwar nicht viele, die Matches machen aber dafür unfassbar viel Spaß und sind größtenteils an die Kämpfe aus ihren jeweiligen Spielen angelehnt. Eines der insgesamt drei Enden des Abenteuermodus bietet sogar den mit Abstand besten Bosskampf der gesamten Smash-Serie.

Im Gegensatz zum Wii-U-Ableger kommen Einzelspieler in Ultimate schon mit dem Abenteuermodus voll auf ihre Kosten. Die Schwierigkeitskurve ist hier und da zwar mal etwas wackelig, aber insgesamt macht die Reise über das Spielbrett mit seinen Unmengen an Kämpfen, kleinen Anspielungen und sogar einigen Minidungeons durchweg Spaß und motiviert immer zum Weitermachen und Besserwerden. Und für Spieler, denen die zwei vorhandenen Schwierigkeitsgrade zu einfach sind, wird per Day-one-Patch sogar noch ein Hard-Modus nachgeliefert.

Super Smash Bros. Ultimate - Overview Trailer
Nintendo hat einen siebenminütigen Trailer zu Super Smash Bros. Ultimate veröffentlicht, der euch einen generellen Überblick verschaffen soll.

Alles wie früher, aber besser

Habt ihr genug vom Abenteuermodus, könnt ihr euch an die restlichen vielfältigen Spielmodi wagen, allen voran natürlich den Smash-Modus, in dem ihr euch lokal mit anderen Spielern oder KI-Gegnern messt. Mit dem neuen Regelwerksystem könnt ihr in Ultimate nicht nur Regeln nach Belieben festlegen, sondern eure Regelvorlagen auch abspeichern und später jederzeit wieder abrufen. Spezielle Smash-Modi wie Sudden Death sind ebenfalls wieder vorhanden. Im Spezial-Smash lassen sich viele weitere kleine und spaßige Optionen anpassen.

Am Spielablauf selbst hat sich auf den ersten Blick recht wenig getan, im Detail wurde aber am Kampfsystem ordentlich nachjustiert. Die Charaktere fühlen sich alle etwas flotter an als im Vorgänger und neue defensive Optionen wie das Parieren und das Ausweichen in mehrere Richtungen eröffnen im Kampf völlig neue Strategien.

Doch auch bekannte Spielelemente wurden etwas angepasst. Einige Charaktere haben zum Beispiel neue Ultra-Smash-Attacken oder neu ausbalancierte Spezialangriffe. Besondere Spezialleisten werden im Kampf nun dauerhaft neben der Schadenszahl angezeigt. Außerdem wurde das Ausweichen stark abgeschwächt: Weicht ihr zu oft hintereinander aus, wird es immer langsamer und weniger effektiv.

Natürlich könnt ihr auch wieder mit bis zu acht Kämpfern gleichzeitig spielen, sowohl in einem Jeder-gegen-jeden- als auch in einem Teammodus. Die Amiibo-Unterstützung kehrt ebenso zurück: Wie im Vorgänger könnt ihr eure sogenannten FIG-Kämpfer trainieren und gegen andere Spieler in den Ring schicken.

Super Smash Bros. Ultimate - Stern der irrenden Lichter (World of Light) Trailer
In einem animierten Trailer erfahrt ihr weitere Hintergrundinfos zur Welt von Super Smash Bros. Ultimate.

Die über 100 Kampfarenen kommen jetzt alle in einer Battlefield- und einer Omega-Version, angelehnt an die Arenen „Schlachtfeld“ und „Letzte Station“. Mit der entsprechend aktivierten Option kann auch eine zweite Stage gewählt werden, in die sich das Schlachtfeld nach einer gewissen Zeit verwandelt.

Der bisher beste Klassikmodus

Im Menüpunkt „Weitere Modi“ findet ihr dann den altbekannten Klassikmodus. Hier wählt ihr einen Kämpfer aus, den ihr durch eine Handvoll Auseinandersetzungen steuert, um am Ende einen Boss zu vermöbeln. Neu daran ist, dass jeder Charakter seine eigene festgelegte Route hat. Statt aus einem Pool an generischen Kämpfen zufällig zu wählen, muss sich jeder Nintendo-Streiter den auf ihn zugeschnittenen Herausforderungen stellen.

Hier kehrt auch die aus dem Vorgänger bekannte Intensitätsoption zurück. Je höher eure Intensität, desto schwieriger werden die Gegner, die sich euch in den Weg stellen. Schlagt ihr euch gut, steigt eure Intensität, werdet ihr besiegt, sinkt sie. Mit einem hohen Intensitätswert erhöht sich zudem eure Belohnung an Goldmünzen, die ihr im Spiel ausgeben könnt, um neue Musikstücke, Geister oder Mii-Kostüme freizuschalten. Wie schon in Super Smash Bros. Wii U / 3DS motiviert dieses System hervorragend dazu, jederzeit sein Bestes zu geben.

Auch die „Spaßmodi“, wie der Multi-Smash sind wieder dabei. Leider vermissen wir aber kleine Zeitvertreibspielchen wie den Home-Run-Contest und den Trophy Run. Dass Letzterer fehlt, ist aber kein Wunder, denn wie bereits erwähnt wurden die sehr beliebten Trophäen durch das Geistersystem vollständig ersetzt. Das ist einerseits einigermaßen verständlich, denn mittlerweile müsste man unzählbar viele Spielserien in den Trophäen unterbringen. Andererseits sind die recht unspektakulären platten Bilder der Geister kein adäquater Ersatz für die meist außerordentlich detaillierten und interessanten Trophäen der Vorgängerspiele.

Wenn ihr mal keine Lust aufs Kämpfen gegen andere Spieler oder die CPU habt, könnt ihr im erweiterten Trainingsmodus natürlich wieder an euren eigenen Fähigkeiten feilen. Oder ihr bearbeitet im Videoeditor eure gespeicherten Wiederholungen, verseht sie mit eigenen Kamerafahrten und speichert sie. Seid ihr unterwegs, könnt ihr dem Soundtrack lauschen. Dieser umfasst nicht nur weit über 700 Lieder aus allen möglichen Nintendo-Reihen, sondern funktioniert nun sogar, wenn sich die Switch im Stand-by-Modus befindet.

Ihr werdet bemerkt haben, dass wir bisher noch nicht auf den Onlinemodus eingegangen sind. Dieser wird erst zur Veröffentlichung des Spiels freigeschaltet und konnte entsprechend von uns noch nicht getestet werden. Die Chancen stehen nach dem guten Onlinemodus des Vorgängers aber zumindest nicht schlecht, dass er auch in Super Smash Bros. Ultimate gut funktionieren wird. Wir werden euch aber auf jeden Fall noch darüber informieren, ob das Spiel auch online eine gute Figur macht.

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