Test - Warparty : Warcraft mit Dinosauriern: Wie geil ist das denn?!

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Beim Stichwort Echtzeitstrategiespiele denkt jeder sofort an Spiele wie Warcraft 3 oder Starcraft. Zweifellos gehören die Blizzard-Klassiker zu den bekanntesten Genrevertretern. Diese nahmen sich Entwickler Warcave und Crazy Monkey Studios ganz offensichtlich zum Vorbild für ihren RTS-Titel Warparty. In dem klassischen Echtzeitstrategiespiel errichten wir unsere Basis, sammeln Ressourcen, bilden Einheiten aus und ziehen gegen unsere Feinde in die Schlacht. All das in einem pseudo-urzeitlichen Szenario inklusive Dinosauriern und mit drei Fraktionen.

Spielerisch erinnert Warparty stark an Warcraft 2 und 3 und bleibt den Genrekonventionen treu, die diese seinerzeit maßgeblich prägten: Das fängt bei der durchaus schicken, wenn auch nicht überragenden Comic-Optik an und geht über das Design von Einheiten und Gebäuden bis hin zum grundlegenden Spielablauf. Echtzeitstrategie-Veteranen finden sich folglich schnell zurecht. Vom ersten Moment an weckt Warparty nostalgische Erinnerungen an die großen Blizzard-Klassiker. Unter dem routiniert abgekupferten Grundgerüst zeigen sich jedoch auch einige Schwächen.

Zombies, Magie und Saurier

Wahlweise schlüpfen wir in die Rolle des Anführers der menschlichen Wildländer, der untoten Necromas oder der naturverbundenen Vithara. Klingt auf Anhieb nach drei Fraktionen, die sich sehr abwechslungsreich spielen – und zumindest bis zu einem gewissen Punkt stimmt das auch. Optisch glänzen Gebäude und Einheiten mit individuellen Stilen. Auch spielerisch unterscheiden sich die drei Völker in ihren Grundzügen. Die Wildländer zahlen geringere Kosten für Dorfbewohner und verfügen über eine höhere Baugeschwindigkeit; Necromas-Anführer Char kann Zombies beschwören, und die Vithara werden von wild lebenden Dinosauriern nicht nur nicht angegriffen, sondern können diese sogar auf ihre Seite ziehen.

Apropos Anführer: Diese weichen in Kampfstärke und Fähigkeiten deutlich voneinander ab. Zudem verfügt jede Fraktion über fünf eigene Zauber. Dafür gleichen sich Gebäude und Einheiten weitgehendin ihrer Funktion: Egal, ob wir als Wildländer Berserker, als Necromas Feuerelementare oder als Vithara Raptoren in die Schlacht schicken, jeder Einheitentyp hat eine Entsprechung bei den anderen Fraktionen. Die Unterschiede fallen dermaßen gering aus, dass sich die drei Parteien nahezu identisch spielen. Lediglich Einzelfälle wie die Zombies oder Irrlicht-Arbeiter verlangen eine individuelle Vorgehensweise. Auf der Habenseite der Warparty-Mechaniken steht dafür ein angenehmer Spielfluss.

Überschneidende Kampagnen

Jede der drei Fraktionen bietet eine Kampagne mit eigener Geschichte: Wildländer-Anführerin Mika sehnt sich nach einem möglichst robusten Stamm, Char will mit seinen Necromas hingegen alles Leben auslöschen. Der Weise der Vithara sieht in den Menschen das Übel, das die Welt bedroht, und möchte sie ebenfalls ausmerzen. Erzählt werden diese Geschichten in gezeichneten Zwischensequenzen.

Obwohl die drei Kampagnen nicht aufeinander aufbauen, überschneiden sie sich regelmäßig. Beispielsweise treffen wir als Wildländer in eisiger Umgebung auf die Necromas. Spielen wir die Nekromanten, erleben wir diese Schlacht aus ihrem Blickwinkel. Der Perspektivwechsel vermittelt zwar einerseits interessante Einblicke in die Geschichte, hat andererseits aber zur Folge, dass sich Karten und Handlungsabschnitte wiederholen und doppelt vorkommen.

Weitaus schwerwiegender fällt das teilweise schwächelnde Missionsdesign ins Gewicht. Manche Karten ziehen sich in die Länge oder erfordern sogar Neustarts, weil selbst kleinste Fehlentscheidungen oder gar unverschuldete Zufälle zum unwiderruflichen Scheitern führen können. Umso frustrierender fallen solche Momente aufgrund der unverständlicherweise fehlenden Speicherfunktion aus, die nur im Skirmish-Modus vorhanden ist. Angesichts der ansonsten gelungenen Kampagnen und der kurzweiligen Geschichte fällt das derartig verschenkte Potenzial besonders ärgerlich auf. Immerhin stehen mehrere Schwierigkeitsgrade zur Verfügung, sodass für alle Spieler die Möglichkeit besteht, sich auf die Missionen einzulassen.

Skirmish-Schlachten: einzeln und gegeneinander

Im Einzelspieler-Skirmish oder dem benutzerdefinierten Mehrspieler-Modus können wir gegen bis zu fünf K.I.- oder menschliche Gegner antreten. Dafür stehen umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung, fünf verschiedene Schwierigkeitsgrade für die K.I.-Bots, die Anzahl der verfügbaren Ressourcen, Dorfbewohner zu Spielbeginn oder die Dichte des Kriegsnebels. Hinzu kommen drei wählbare Siegesbedingungen. Standardmäßig gilt es natürlich, den Gegner einfach zu vernichten. „Königsmord“ ist fast selbsterklärend: Fällt der gegnerische Anführer, haben wir gewonnen. „König des Hügels“ ähnelt dem gleichnamigen Shooter-Modus: Es gilt, einen Schrein auf der Karte lange genug zu halten, um einen Punktezähler zu senken.

Warparty - Gameplay Trailer
In Warparty stürzt ihr euch mit einer von drei Fraktionen und einer Handvoll Dinosaurieren in den Kampf.

Treten wir online an, können wir festlegen, ob unser Spiel öffentlich oder nur Freunden zugänglich ist. Außerdem gibt es einen Zuschauer-Modus sowie eine Ping-Anzeige für alle Spieler. Ergänzt wird der Mehrspieler-Modus durch Ranglistenspiele. Im Überlebensmodus könnt ihr euch zudem in drei Schwierigkeitsgraden gegen immer größere und stärkere Gegnerwellen behaupten. Die Modi-Auswahl kann sich somit sehen lassen und bietet genügend Abwechslung, um über längere Zeit zu motivieren.

Technisch kann Warparty mit der einfachen, aber schicken Comicgrafik sowie einem flüssigen Spielgeschehen überzeugen. Zu keiner Zeit hatten wir mit Spielbeeinträchtigungen durch Framerate-Einbrüche zu kämpfen. Gelungener Bonus ist eine umfangreiche Enzyklopädie mit Informationen zu sämtlichen Einheiten, Gebäuden und Verbesserungen.

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