Test - World War Z : Zombies ohne Ende!

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Sechs Jahre nach dem Kinostart des US-amerikanischen Actionfilms mit Brad Pitt findet das gleichnamige Zombiegemetzel seinen Weg auf die heimischen PCs und Spielkonsolen. Bei World War Z handelt es sich um einen kooperativen Third-Person-Shooter, der mit ebenso imposanten Zombiemassen begeistern möchte, wie es bereits der Film tat.

Hollywoods Superstar, bekannt aus Filmen wie Sieben, Mr. & Mrs. Smith oder Ocean´s Eleven, kommt im Spiel allerdings nicht vor. Generell hat das Spiel mit der Handlung des Films kaum Berührungspunkte. Stattdessen übernehmt ihr einen von mehreren Charakteren, die in eigenen Geschichten ums Überleben in der Zombieapokalypse kämpfen. Insgesamt stehen euch elf Missionen zur Verfügung, die sich in vier Kapitel aufteilen. Diese führen euch nach New York, Jerusalem, Moskau und Tokio.

Ihr habt die Wahl, entweder offline zusammen mit Bots oder online mit vier Mitspielern gegen die Horden der Untoten anzutreten. Dafür wählt ihr zunächst einen der verfügbaren Charaktere aus. Anschließend entscheidet ihr euch für eine der sechs Klassen, die jeweils andere Schwerpunkte setzen: Als Revolverheld könnt ihr beispielsweise besser mit Sprengstoffen umgehen, während der Arzt seinem Namen absolut gerecht wird. Jede Klasse levelt ihr durch einfaches Spielen auf und schaltet damit neue Fähigkeiten frei.

Ganz, ganz viele Zombies

Das Spielprinzip von World War Z ist einfach: Ihr ballert endlos viele Hirnfresser über den Haufen, folgt Markierungen und erledigt verschiedene, simple Aufgaben. Zum Beispiel gilt es, einen Schlüssel zu finden, um damit die nächste Schutztür zu öffnen. Oder ihr sammelt Ressourcen ein und bringt sie zu einem festgelegten Ort auf der Karte. Und manchmal müsst ihr schlichtweg ums Überleben kämpfen, wenn bis zu 500 Zombies gleichzeitig auf euch und eure Kameraden zustürmen.

Neben den normalen Runnern, die versuchen, euch zu Fall zu bringen, gibt es verschiedene Spezialzombies. Gepanzerte Polizisten packen euer Alter Ego, rammen es in den Boden und richten damit extremen Schaden an. Agile Gesellen lauern in dunklen Ecken und springen euch plötzlich an. Sogar zombifizierte Wissenschaftler in kompletter ABC-Schutzausrüstung greifen an und hinterlassen nach ihrem Ableben eine giftige Gaswolke.

Um den Gegnermassen Herr zu werden, findet ihr in den Levelabschnitten verschiedene Waffen samt Munition sowie Sprengstoff, Verbandstaschen und mehr. Teilt das alles weise unter euren Gruppenmitgliedern auf und arbeitet gewissenhaft zusammen, dann kann eigentlich nicht viel schiefgehen. Zur Belohnung gibt es nach jedem abgeschlossenen Level Erfahrungspunkte, die ihr entweder in neue Fähigkeiten investiert oder zur Verbesserung eurer Startwaffen nutzt. Auf Lootboxen und Mikrotransaktionen verzichtet World War Z.

Ihr startet stets mit den gleichen Waffen und Gegenständen und müsst immer wieder neu auf die Suche nach besserer Ausrüstung gehen. Gerade mit Gruppenmitgliedern, die nicht viel von Teamwork halten und alles einsacken, was nicht niet- und nagelfest ist, kann dieses Konzept schon mal frustrieren. Hinzu kommt, dass in World War Z auf bestimmten Schwierigkeitsgraden der Eigenbeschuss aktiv ist – passt also auf, nicht die eigenen Leute zu treffen.

Gemeinsam statt einsam

Da ständig die Gefahr besteht, mit Leuten ins Team geworfen zu werden, die egoistisch sind oder ihren Kameraden in den Rücken ballern, solltet ihr lieber gleich mit Freunden in den Kampf ziehen. Ist das nicht möglich, könnt ihr auch offline zocken. In diesem Fall übernimmt die KI die anderen drei Überlebenden und folgt eurem Charakter auf Schritt und Tritt. Leider verfügt World War Z nicht über die Möglichkeit, via Splitscreen am heimischen Fernseher zu spielen.

Die computergesteuerten Kameraden stellen sich in Auseinandersetzungen durchaus brauchbar an: Sie helfen euch auf, wenn ihr am Boden liegt, und schießen meist punktgenau auf die Feinde. Schleicht ihr und nutzt Schalldämpfer, tun es euch die Kameraden gleich. Die Bots setzen jedoch keinerlei Hilfsmittel wie Verbandsmaterialien oder Granaten ein. Sie bedienen weder Mörser noch stationäre Maschinengewehre und verwenden keine Objekte, die zum Abschluss einer Aufgabe notwendig sind.

World War Z - Launch Trailer
Anlässlich der Veröffentlichung von World War Z am 16. April gibt es hier vorab den offiziellen Launch-Trailer.

Wer es etwas härter mag, kann die Schwierigkeit erhöhen. Dadurch werden Gegner stärker und Nachschub deutlich seltener, außerdem richtet Friendly Fire mehr Schaden an. Zum Ausgleich gibt es aber auch mehr Erfahrungspunkte. So macht das Spiel erst richtig Spaß, da ihr wirklich vorsichtig und geschickt vorgehen müsst, statt euch blindlings durch die untoten Horden schnetzeln zu können.

Die Abwechslung bekommt dadurch leider keinen neuen Schub. Nach einmaligem Durchspielen habt ihr alles, was das Spiel zu bieten hat, gleich mehrfach erlebt. Erledigt einen Auftrag und besiegt die anstürmende Welle aus Zombies. Erledigt den nächsten Auftrag, tötet dabei weitere Zombies und so weiter und so fort. Eine fesselnde Story sucht ihr bei World War Z genauso vergebens wie Überraschungen im Missionsdesign. Die Levelabschnitte sind zudem linear. Somit habt ihr keine Möglichkeit, am Ablauf zu rütteln oder euch in der Welt umzusehen. Selbst die Spezialzombies befinden sich an den immer gleichen Positionen, egal auf welchem Schwierigkeitsgrad.

Spieler gegen Spieler

Wer der Kampagne überdrüssig geworden ist, freut sich über PvP-Action in verschiedenen Modi. Zwei Viererteams stehen sich hier gegenüber und müssen je nach Vorgabe diverse Aufgaben absolvieren. Neben dem klassischen Deathmatch müsst ihr Ressourcen sammeln oder bestimmte Punkte auf der Karte halten. Der Wettkampf wird jedoch stets von Horden aus Untoten unterbrochen, die versuchen, beide Teams in die ewigen Jagdgründe zu schicken.

Das Ganze ist recht unterhaltsam, da die Massen aus Zombies, die Freund wie Feind gleichermaßen gefährlich werden können, das Geschehen auflockern und für Abwechslung sorgen. Für Anfänger, die noch nicht oft gespielt haben, kann dieser Modus aber auch schnell zum Albtraum werden, vor allem wenn eure Gegenspieler bereits alles freigeschaltet haben.

Gegen solche Feinde habt ihr praktisch keine Chance und sterbt bei einer Konfrontation schneller, als ihr fluchen könnt. Eure Charakterklasse aus der Kampagne hilft ebenfalls wenig, da der PvP-Modus über zehn eigene Klassen verfügt, die separat gelevelt werden müssen. Außerdem hakt der Respawn an einigen Stellen, was ebenfalls nerven kann.

So kommt es durchaus vor, dass ihr einer laufenden Sitzung hinzugefügt werdet und direkt in einem Haufen Untoter landet, die euch sofort umbringen. Oder ihr spawnt genau im Kreuzfeuer zwischen zwei Spielern und werdet von ihren Kugeln in Stücke gerissen. Es ist uns auch passiert, dass wir mitten im feindlichen Team wiederbelebt wurden und keine zwei Sekunden später bereits wieder tot waren.

Schon ganz schön

World War Z ist nicht unbedingt eine Grafikbombe, doch sehen lassen kann sich Saber Interactives Shooter durchaus. Nicht nur die Modelle der Spielfiguren schauen schick aus, auch die Zombies sind schön hässlich gestaltet. Diese bewegen sich zudem ziemlich genial, wenn sie rutschend um die Ecke kommen, über andere Zombies hinwegklettern, um eine Mauer zu überwinden, oder vom Dach stürzen, sich aufrappeln und losrennen.

Die Massen von Untoten sind sicherlich das Highlight des Spiels und es dauert eine ganze Weile, bis man sich an ihnen sattgesehen hat. Doch spätestens im dritten der insgesamt vier Kapitel dürfte das der Fall sein, denn abseits dieser Horden hat der Titel nicht viel zu bieten. Zumindest läuft er flüssig und abgesehen von wenigen Rucklern und vereinzelten Verbindungsabbrüchen hatten wir beim Test keine nennenswerten technischen Probleme zu beklagen.

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