Test - Razer Turret : Maus-Tastatur-Kombi für die Xbox One

  • PC
  • One
Von Kommentieren

Ein Argument der Konsolengegner ist das präzisere Zocken mit Maus und Tastatur am PC. Mit der Ankündigung des Maus-Tastatur-Supports für die Xbox One ist dieses Argument nun obsolet. Erst recht, wenn es schicke Maus-Tastatur-Kombinationen gibt, die auch wunderbar auf der Couch genutzt werden können. Eine davon ist das Razer Turret, das derzeit allerdings noch nicht in Deutschland erhältlich ist. Wir konnten dennoch ein Exemplar ergattern und damit unsere Neugier befriedigen.

Es ist momentan nicht ganz einfach, ein Razer Turret zu bekommen, und das liegt nicht nur am stattlichen Preis von 249,99 US-Dollar. Aktuell gibt es das Set nämlich nur in den USA, im Vereinigten Königreich und in Australien oder über den nordamerikanischen Microsoft Store. Dementsprechend ist die Tastatur nur im US-Layout zu haben. Ob und wann das Turret nach Deutschland kommt, ist noch völlig offen. Schade eigentlich, denn die Kombination hat einiges zu bieten, auch wenn zurzeit noch recht wenige Xbox-Spiele Maus und Tastatur unterstützen. Wir konnten uns eines der raren Samples ausleihen und haben uns damit in Warframe gestürzt.

Razer Turret besteht aus einer Tastatur und einer Maus nebst dem nötigen Zubehör, um beides aufzuladen und ratzfatz an die Konsole anzuschließen. Dazu ist lediglich ein USB-Dongle notwendig, der sowohl Maus als auch Tastatur ohne großes Brimborium einsetzbar macht. Einstöpseln, anschalten, läuft. Mit dabei sind zwei Ladekabel mit USB-Stecker sowie ein Netzadapter. Ihr könnt die Maus zum Aufladen aber auch direkt mit der Tastatur verbinden, die wiederum per Ladekabel an einen USB-Port angeschlossen wird. Die Akkulaufzeiten sind sehr ordentlich. Die Tastatur hält 11 Stunden mit und bis zu 43 Stunden ohne Beleuchtung durch, die Maus schafft 30 mit und bis zu 50 Stunden ohne Bling-Bling.

Bei der Tastatur handelt es sich um ein Tenkeyless-Keyboard, sprich, auf den Zahlenblock rechts wurde verzichtet, um das Ganze kompakt zu halten. Dafür verfügt das Kunststoffgehäuse mit seiner Aluplatte über eine integrierte, nicht abnehmbare Handballenablage. Die Ausrichtung der Tasten ist so konzipiert, dass ihr die Tastatur auf euren Oberschenkeln ruhen lasst, für den Tischbetrieb ist das Layout eher unbequem. Quasi die gesamte Unterseite ist mit einem Antirutschgummi ausgestattet, sodass die Tastatur sicher auf den Schenkeln liegt.

An der rechten Seite könnt ihr ein Mauspad herausziehen, das recht stabil wirkt. Praktisch zum platzsparenden Verstauen, wenn ihr das gute Stück mal nicht benötigt. Maus und Mauspad sind leicht magnetisch, sodass der Nager nicht gleich den Abflug macht, wenn ihr euch mal ein wenig bewegt. Der Magnetwiderstand ist bei der Mausbewegung zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, stört nach einer Weile aber nicht weiter. Die Arretierung des Pads hat zwei Stufen: voll ausgezogen und so weit ausgezogen, dass ihr die Maus bei Nichtnutzung darauf ablegen könnt.

Insgesamt wirkt das alles sehr durchdacht, robust und bequem. Lediglich auf aufstellbare Füße müsst ihr verzichten, da wie erwähnt das Turret zur Nutzung auf euren Oberschenkeln ausgelegt ist, wenn ihr auf der Couch vor dem Fernseher sitzt. Das Ladekabel ist mit zwei Metern gut bemessen, die Tastatur mit 194 x 390 (600 bei ausgezogenem Mauspad) x 36.93 mm recht kompakt und mit 1,8 kg nicht zu schwer.

Die Ausstattung des Keyboards erinnert ansonsten an die Razer BlackWidow. Verbaut sind mechanische Razer Green Switches, die mit ihrem taktil-klickenden Verhalten an die Cherry MX Blue erinnern. 10-Key-Rollover und die obligatorische Polling Rate von 1.000 Hz gehören ebenso zum Programm wie die Razer-Chroma-Beleuchtung. Auffällig ist im Grunde nur, dass die rechte Strg-Taste zur Xbox-Home-Taste umgewandelt wurde, was bei der Nutzung an der Konsole natürlich sinnvoll ist. Razer Turret kann aber ebenso am PC betrieben werden, falls ihr zu denjenigen gehört, die ihren Rechner auch mal an der Glotze betreiben und gemütlich auf der Couch zocken wollen.

Die Maus hat hinsichtlich des Designs große Ähnlichkeit mit der Mamba Wireless und liegt wunderbar in der Hand, sofern ihr Rechtshänder seid. Eine Linkshändervariante des Turret gibt es nicht. Gummierte Seiten sorgen für sicheren Grip, ansonsten unterscheidet sich die Turret-Maus nicht von anderen Nagern. Mit 106 Gramm ist sie zudem angenehm leicht. Zwei Maustasten, dpi-Schalter, Mausrad und zwei Daumentasten sind vorhanden. An der Unterseite befindet sich neben dem Powerschalter noch ein Aufbewahrungsfach für den USB-Dongle – sehr fein. Mausrad und Logo können überdies beleuchtet werden.

Die Razer Mechanical Switches der Maustasten arbeiten leichtgängig und präzise, das Mausrad funktioniert ebenfalls einwandfrei. Im Inneren werkelt der bei Razer gängige 5G-Sensor mit einer Abtastrate bis 16.000 dpi, in fünf frei belegbaren Stufen verstellbar. Auch daran gibt es wie üblich nichts zu meckern. Der Sensor arbeitet schnell und exakt, sodass ihr auch bei Shootern eine gute Figur macht. Wir haben mit dem Turret einige Stunden Warframe gezockt und waren überaus zufrieden mit der Performance. Schade nur, dass Maus und Tastatur bisher lediglich von einer Handvoll Spiele unterstützt werden. Immerhin sind aber Schwergewichte wie Fortnite, Minecraft, Warframe und Sea of Thieves vertreten.

Natürlich gibt es auch Konfigurationsmöglichkeiten für Maus und Tastatur. Über eine übersichtliche Xbox-App, die kostenlos im Store erhältlich ist, lassen sich auf einfachem Weg eine ganze Reihe an Einstellungen vornehmen. Damit könnt ihr die Beleuchtung steuern, Razer Chroma und Xbox Dynamic Lighting inklusive, die dpi-Schalter frei belegen sowie Energiesparmodi für Maus und Tastatur verwalten. Eine Ladestandsanzeige ist ebenfalls mit dabei. Das Komplettpaket aus Maus, Tastatur und App funktionierte bei unserem Test hervorragend und ohne Probleme.

Greift zu, wenn...

… ihr ein hochwertiges Maus-Tastatur-Set für eure Xbox One sucht und euch das US-Layout nicht stört.

Spart es euch, wenn...

… euch euer Gamepad über alles geht.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Nicht ganz billig, aber richtig gut

Als passionierter Xboxler war ich schon etwas neugierig auf das Razer Turret und meine Hoffnungen wurden voll und ganz erfüllt. Zwar ist die Maus-Tastatur-Kombination für die Microsoft-Konsole alles andere als günstig, dafür aber ist sie sehr gut verarbeitet, durchdacht und macht beim Zocken einfach Laune – so man denn Anhänger eines der wenigen Spiele ist, die aktuell Maus und Tastatur an der Konsole unterstützen.

Wunderbar auch, dass die Kombination ebenfalls einwandfrei am PC funktioniert, denn ich gehöre zu denjenigen, die den Rechner ab und an über die heimische Glotze laufen lassen, um auf der Couch zu zocken. Schade nur, dass aktuell Razer Turret noch nicht in Europa und nur mit US-Layout zu bekommen ist. Ich hätte durchaus Bock auf eine „eingedeutschte“ Version.

Überblick

Pro

  • hochwertig verarbeitet
  • gute Akkulaufzeit
  • Mauspad ausziehbar
  • Magnet, damit Maus nicht zu leicht abrutscht
  • einfach zu bedienende Xbox-App für Einstellungen
  • simpler Anschluss
  • auch für PC als „Couch-Set-up“ nutzbar
  • gute Ausstattung

Contra

  • sehr teuer
  • derzeit noch kein deutsches Layout
  • für „Tischbetrieb“ eher ungeeignet

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel