Test - Roccat Noz : Federleicht, aber auch klangstark?

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Es ist einiges los im Hause Roccat. Die Übernahme der Marke durch Turtle Beach dürfte einige Veränderungen mit sich bringen. Das hindert den Headset-Hersteller aber nicht daran, mit dem Roccat Noz ein neues Gaming-Headset auf den Markt zu bringen, das ab dem 18. April zum Preis von recht schmalen 69,99 Euro in den Handel kommt. Leicht und klangstark soll es sein – wir konnten vorab bereits testen, ob diese Aussage zutrifft.

Das Roccat Noz ist ein schlichtes und einfaches Gaming-Headset, das sich auf das Nötigste beschränkt und auf jeglichen Firlefanz verzichtet. Geradliniger geht es kaum, und das macht sich bemerkbar, denn mit schlappen 210 Gramm ist es derzeit eins der leichtesten Headsets. Dennoch verzichtet es nicht auf einen robusten und biegsamen Alubügel, an dem Kopfpolster und etwas drehbare Ohrmuscheln befestigt sind.

Das Noz überrascht trotz des recht niedrigen Preises mit Textilbezügen für Kopf- und Ohrpolster, selbst das Anschlusskabel verfügt über eine Textilummantelung. Dank des geringen Gewichts, der leicht drehbaren Ohrmuscheln und der weichen Polster sitzt das Noz bequem auf dem Kopf, auch bei längeren Sitzungen. Die Bedienelemente befinden sich an der linken Muschel und beschränken sich auf einen Lautstärkeregler sowie die obligatorische Mute-Taste für das abnehmbare Bügelmikrofon, das gut positionierbar ist und seinen Zweck im Großen und Ganzen ordentlich erfüllt.

Der Anschluss erfolgt mittels eines langen 3,5-mm-Klinkenkabels nebst kurzer Y-Weiche. Für PC-Spieler ist die Kabellänge prima, Konsoleros würden aber wohl ein kürzeres Kabel bevorzugen. Auch für den Einsatz an mobilen Geräten ist das Anschlusskabel schlichtweg zu lang und somit zu unhandlich. Unverständlich, warum es immer noch Headset-Hersteller gibt, die nicht auf ein kürzeres Kabelstück mit einem 4-Pol-Stecker für den Anschluss an Gamepads oder mobilen Geräten samt langer Y-Weiche auf zwei 3-Pol-Stecker für PC-Spieler setzen. Kosten können kein Argument sein, denn die Gesamtkabellänge wäre die gleiche.

Klanglich will das Roccat Noz mit „gestochen scharfen Höhen, kräftigen Mitten und tiefen Bässen“ überzeugen. Das können wir so nicht ganz unterschreiben. Die 50-mm-Treiber liefern zwar in der Tat recht ordentliche Bässe und Mitten, aber die Höhen und oberen Mitten kommen hörbar zu kurz, sodass das Headset insgesamt etwas dumpf klingt. Bei actionreichen Spielen fällt das weniger auf, da dort Schussgewitter und Explosionen im Vordergrund stehen und selbige recht druckvoll an den Mann gebracht werden. Sobald aber filigrane Klänge, Sprache oder gar Musik ins Spiel kommen, beginnt das Noz doch hörbar zu schwächeln.

Wer sein Headset also nicht nur für Battlefield & Co. nutzen will, sondern auch häufiger einen Film oder ein Album durch die Hörer pustet, wird am Noz nicht so wahnsinnig viel Freude haben. Da gibt es durchaus stärkere Alternativen wie das HyperX Stinger oder das Corsair HS50, die sogar noch ein paar Euro günstiger sind.

Greift zu, wenn...

… ihr vornehmlich actionreiche Titel zockt und mehr Wert auf Bequemlichkeit als auf optimalen Klang legt.

Spart es euch, wenn...

… ihr das Headset nicht nur für Spiele und außerdem an einem Konsolen-Gamepad nutzen wollt.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Ein Headset unter vielen

Einen großen Vorteil hat das Roccat Noz: Es ist leicht und sehr bequem. Dann wird es allerdings schon ein wenig dünn mit den Pluspunkten, auch wenn man für 69,99 Euro sicherlich kein High-End-Headset erwarten darf. Klanglich konnte uns das Noz nicht überzeugen, es macht eigentlich nur bei reinen Actionspielen eine gute Figur. Für alles andere ist mir der Klang schlichtweg zu dumpf, sowohl bei Sprache als auch Musik fehlt es deutlich an Klarheit. Hinzu kommen die ungünstigen Kabellängen, die das Headset im Grunde nur für die Nutzung am PC geeignet erscheinen lassen. Netter Versuch, aber bei der starken Konkurrenz in der Preisklasse dürfte das Noz ziemlich schlechte Karten haben.

Überblick

Pro

  • sehr leicht
  • guter Tragekomfort
  • einfach und schnörkellos
  • solide Verarbeitung

Contra

  • für Konsolen und mobile Geräte ungünstige Kabellänge
  • insgesamt recht dumpfer Klang

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