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Preview - The Witcher 2 : Immer diese Entscheidungen

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Nicht weniger wichtig in den höheren Schwierigkeitsgraden ist die Alchemie. Zwar wirkt das Kampfsystem simpel, aber unvorsichtige Spieler werden schnell zu Hackfleisch. Ihr findet Unmengen an Rohstoffen und Rezepten für mehr oder minder nützliche Tränke, die ihr beim Meditieren selbst braut, bei dem ihr auch Zeit überspringen könnt. Das ist extrem hilfreich, denn manche Gegner sind ohne Tränke nur schwer zu schaffen. So könnt ihr im Dunkeln sehen, eure Kampfkraft oder Regeneration erhöhen oder eure Widerstandsfähigkeit gegen Gifte oder andere Einwirkungen verbessern.

Beute ist reichlich vorhanden, von Questgegenständen über Ressourcen bis hin zu Waffen und Rüstungsteilen, die ihr beim Händler zu Gold macht. Glücklicherweise ist das Inventar deutlich übersichtlicher als noch im ersten Teil. Etwas Optimierung könnte es allerdings trotzdem vertragen, denn das Kaufen, Verkaufen und Vergleichen sind noch ein wenig fummelig geraten. Man merkt allerdings auch, dass hier die optional vorhandene Steuerung mit Xbox-360-Controller und vielleicht auch eine spätere, bisher aber noch nicht bestätigte Konsolenumsetzung mit hineinspielen.

Sex und Spiele

Natürlich dürft ihr neben Quests und Kampf Nebenbeschäftigungen nachgehen. Wer will, kann zum Beispiel fleißig nach Beute schauen und Schränke oder Truhen plündern. Leider reagieren anwesende NPCs darauf bisher nicht - die Leute haben wohl zu viel Angst vor unserem vernarbten Dämonenjäger. Schade. Die Damen der Spielwelt sind gelegentlich einer kleinen Nahkampfeinlage auf der Matratze nicht abgeneigt, vor allem in den örtlichen Tavernen. Skandal! Nacktheit und Titten! Obwohl, es gibt Schlimmeres.

Wer gern andere Körperteile fit halten will, kann sich in den Tavernen und andernorts dem Spiel widmen. Mit Würfelpoker bessert ihr eure Kriegskasse auf. Boxturniere werden gern in Kneipenkellern abgehalten und in Form von Quick-Time-Events mit den Steuertasten absolviert. Oder ihr versucht euch im Armdrücken, wobei ihr mit der Maus gefühlvoll einem wandernden Balken folgen müsst - gar nicht so einfach. Spaßig für zwischendurch und eine dankbare Abwechslung, zumal ihr zu diesen Minispielen oft auch Questreihen aufgedrückt bekommt, in denen ihr euch durch stetig stärker werdende Gegner arbeiten müsst.

Alles in allem also ein rundes Rollenspielvergnügen mit viel Tiefgang und satter Action. Allerdings in der Vorschauversion auch noch mit Macken. So lief sich die KI hier und da fest, Skriptereignisse verliefen nicht immer einwandfrei und Physikfehler waren ebenfalls zu finden. Was uns richtig nervös macht, sind noch einige Probleme, die offenbar im Bereich Daten-Streaming und Speicherverwaltung liegen. Wir sind aber guter Hoffnung, dass diese Probleme bis zur Veröffentlichung noch behoben werden.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Oh wie sehr hoffe ich, dass CD Projekt RED die technischen Probleme der Preview-Version bis zur Veröffentlichung noch in den Griff bekommt. Denn nachdem ich nun endlich mal einen größeren Abschnitt am Stück spielen konnte, muss ich mein skeptisches Urteil aus der letzten Vorschau revidieren. Sicher, hier und da gibt es immer noch Luft nach oben. So sind mir die Farben manchmal etwas zu kräftig und das Interface könnte immer noch verbessert werden. Auch ärgert mich die leicht eingeschränkte Beweglichkeit in der Spielwelt, die mich nur dort klettern oder springen lässt, wo die Entwickler es wollen. Oder dass ich vor den Augen der Bewohner ganze Häuserfronten ausplündern kann. Aber dafür ist The Witcher 2 inhaltlich fast schon eine Offenbarung. Die Geschichte ist fesselnd, erfreulich rau und erwachsen, die Kämpfe sind trotz anfänglich simpler Mechanik anspruchsvoll und die Entscheidungen haben eklatante Auswirkungen. Die Spielwelt zeigt viel Liebe zum Detail und wirkt natürlich und nicht generisch. Die englische Sprachausgabe ergänzt das Geschehen hervorragend, was mir allerdings erneut etwas Angst macht hinsichtlich der deutschen Synchronisierung. The Witcher 2 kann richtig groß werden und ich freue mich jetzt tierisch drauf, denn das neue Werk der Polen könnte mit der Konkurrenz kräftig den Boden aufwischen.

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