Test - 15 Days : Die Kunst des Kunstdiebstahls

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Als vor zwei Jahren Overclocked von House of Tales erschien, gab es zwar einiges zu meckern, aber einig waren sich alle über die spannende und ungewöhnliche Erzählweise der Geschichte. Jetzt haben die Entwickler ein neues Adventure namens 15 Days abgeliefert, nach eigenen Angaben „einen realistisch und rasant inszenierten Krimi über Ideale, Mord und Moral". Wir haben uns in der Welt des Kunstdiebstahls und der politischen Intrigen umgesehen und nachgeschaut, ob daraus wieder eine so außergewöhnliche Geschichte wie in Overclocked gestrickt wurde.

Robin Hood?

Das ist mal eine interessante und politisch überaus korrekte Idee: berühmte Kunstwerke aus den Museen der Welt zu stehlen, um die Erlöse dann für wohltätige Zwecke zu spenden. Zu diesem Zweck haben drei politische Aktivisten mit unterschiedlichem Hintergrund zusammengefunden. Cathryn, eine Kunststudentin, deren Vater ein hohes Tier in der Rüstungsindustrie ist, Mike, ein Computer- und Elektronik-Nerd, sowie Bernard, Kunstsachverständiger und taktisches Mastermind der Gruppe. Das Spiel beginnt mit einem neuen Auftrag: Ein Churchill-Porträt soll aus der London-Modern-Galerie gestohlen werden.

Zur selben Zeit findet der britische Außenminister unter nicht ganz geklärten Umständen den Tod. Grund genug für die amerikanische International Police, den abgehalfterten Officer Jack Stern nach London zu schicken, um dort zu ermitteln. Ob und wie diese beiden Handlungsstränge zusammenhängen, werdet ihr im Laufe des Abenteuers erfahren. 15 Days erzählt seine Geschichten detailliert und in stetigem Wechsel zwischen den handelnden Personen. Das klingt ja erst mal gut, ist es aber leider nicht.

Laangweilig!

Die Geschichte ist durchaus spannend, wenn sie auch erst langsam in Fahrt kommt. Leider ist die Erzählweise trotz der stetigen Orts- und Personenwechsel streng linear und gerade im ganzen letzten Drittel viel zu vorhersehbar. Im Grunde habt ihr während des kompletten Abenteuers kaum etwas zu tun. Ihr hangelt euch an kleinen Kombinations- und Rätseleinlagen von einer Zwischensequenz zur nächsten. Das sorgt zwar für Kontinuität in der Dramaturgie, hat aber kaum etwas von einem echten Point-&-Click-Adventure. Man kommt nicht umhin, hier den Ausdruck „interaktiver Film" zu bemühen.

15 Days - Debüt Trailer
In 15 Days sollen Adventure-Freunde auf dem PC wieder einmal auf ihre Kosten kommen. Zum Spiel wurde nun ein erster Trailer veröffentlicht, den wir euch na

Bei dieser Erzählweise bleiben natürlich die Rätsel auf der Strecke. Sie verkommen zu simplen Kombinationsaufgaben, die geübte Spieler völlig unterfordern werden. Durch die Linearität der Erzählung besteht das Problem zudem weniger darin, komplexe Aufgaben zu lösen, sondern eher einen Blick dafür zu entwickeln, was die Geschichte vom Spieler als Nächstes erwartet. Zwar gibt es auch Minispiele, die übrigens auch abgebrochen und automatisch gelöst werden können, aber auch diese sind nicht übermäßig gut konstruiert. Trotz guter Hilfen zum Lösungsweg findet ihr die Antwort meist schneller durch einfaches Herumprobieren als durch logisches Denken. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei meistens entweder kinderleicht oder bockschwer.

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