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Preview - Avowed : Angespielt: Die RPG-Hoffnung für alle Skyrim-Fans

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Star Wars: Knights of the Old Republic II, Fallout: New Vegas, Pillars of Eternity - das Entwicklerstudio Obsidian Entertainment zeichnet für so einige gewichtige Einträge in die Rollenspiel-Hall of Fame verantwortlich. Mit Avowed hat sich das Team nun nicht weniger vorgenommen, als (nach eigener Aussage) das “Obsidian-Skyrim” zu erschaffen. Ob das funktioniert hat oder ob der Vergleich dann doch etwas hinkt, konnte ich mir jetzt selbst ansehen. Ich habe die ersten paar Stunden des kommenden Rollenspiel-Abenteuers vorab gespielt und verrate euch, worauf ihr euch demnächst bei eurem Ausflug nach Eora freuen könnt.

Die Preview-Version umfasste den Tutorial-Abschnitt und einen Teil des ersten größeren erkundbaren Gebiets Dawnshore, einem üppig grünen und hügeligen Landstreifen direkt an der Küste. Von den verschiedenen “einzigartigen Ökosystemen”, die das fremdartige “Land der Lebenden” so bieten soll, war also noch nichts zu sehen. Aber für einen ersten Eindruck hat es allemal gereicht.

Mupfel? Was ist eine Mupfel?

Alle Oldschool-RPG-Hardliner seien an dieser Stelle beruhigt: Wie schon Hunderte Titel davor beginnt auch Avowed mit einem Schiffbruch. Der hat allerdings nicht das Versagen der Mannschaft in maritimen Belangen zur Ursache, sondern ist eine logische Folge der Kanonenkugel-großen Löcher im Schiffsrumpf. Aber um zu klären, wer hier auf wen geschossen hat und wohin die Reise eigentlich hätte gehen sollen, braucht es etwas mehr Kontext.

Eine mysteriöse Seuche geht in der Welt von Eora um und befällt Menschen, Tiere und sogar das Land selbst. Betroffene der Traumgeißel scheinen zunächst geistig verwirrt zu sein und werden zunehmend aggressiver. Sollte die Krankheit weiter fortschreiten, übernimmt die Seuche vollständig die Kontrolle über die Opfer, pilzartige Auswüchse sprießen aus ihrem Körper und sie werden zu sogenannten Klickern Traumgeknechteten.

Als Sonderbeauftragter des aedyranischen Kaisers schickt man euch ins Land der Lebenden, einer Insel, auf der angeblich der Ursprung der Seuche zu finden sein soll. Und hier kommt der Teil mit dem Schiffbruch ins Spiel. Den Hafen in Sichtweite werdet ihr von euren angeblichen Kameraden der örtlichen Garnison herzlich mit unmissverständlich feindlich gesinntem Kanonenfeuer empfangen. Na, wenn da mal nicht die Traumseuche dahinter steckt …

Natürlich schafft ihr es am Ende dann doch noch ins Land der Lebenden und könnt euch eurem Auftrag widmen. Die Insel wirkt zwar auf den ersten Blick wunderschön und strotzt nur so von Leben, aber auch ohne die Traumseuche gäbe es hier schon genug Ärger. Die einheimischen Insulaner haben nämlich keinen Bock auf die jüngsten Kolonialisierungsanstrengungen der Aedyraner und so gleicht die Insel ohnehin schon einem Pulverfass. Einige wahnsinnige Pilz-Zombies in aedyranischer Rüstung, die die Bewohner angreifen, könnten da genau der Funke sein, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Und habe ich schon erwähnt, dass ihr im Mutterleib von einem Gott berührt wurdet, weswegen ihr besondere Kräfte habt und Muscheln und andere Meeresfrüchte in eurem Gesicht wachsen? Ja, die Story von Avowed lässt sich getrost als vielschichtig bezeichnen und bietet definitiv genug Stoff für aberhunderte Stunden an spannenden Abenteuern.

Weniger knutschen, mehr kämpfen!

Aber was wäre so ein Abenteuer heutzutage denn ohne angemessene Begleitung? Anders als beim Vorjahres-Hit Baldur’s Gate III, müsst ihr in Avowed mit gerade mal vier Gefährten vorliebnehmen. Entgegen dem aktuellen Trend stehen euch eure Mitreisenden noch nicht mal als romantische Begleitung für einsame Stunden parat. Aber dafür gibt es wohl auch einen guten Grund.

Laut Game Director Carrie Patel wolle man sich lieber auf gut durchdachte Beziehungen konzentrieren und bevor man dem Charakter nicht gerecht wird oder es sich für den Spieler nicht gut anfühlt, verzichte man bei Avowed lieber auf romantische Abenteuer. Für zukünftige Titel von Obsidian Entertainment soll das zwar nicht unbedingt gelten, aber in Avowed müsst ihr euch eben allein in den Schlaf weinen.

In der Preview hat sich Ex-Soldat und lokaler Tunichtgut Kai zu mir gesellt. Kai hat zwar den am wenigsten nach Fantasy klingenden Namen aller Fantasy-Charaktere, ist an sich aber ein äußerst entspannter und angenehmer Zeitgenosse. Während unserer gemeinsamen Abenteuer wirft er regelmäßig mit hilfreichen Tipps um sich und auch im Kampf gibt er ordentlich Rückendeckung dank Spott-Fähigkeiten und Säbel in der einen, sowie Steinschlosspistole in der anderen Hand.

Überhaupt sind die Begleiter und NPCs in typischer Obsidian-Manier ganz klar eines der Highlights von Avowed. Alle ein bisschen schrullig und übertrieben, aber nur gerade so viel, dass es nicht nervt. Selbst die ersten Händler in der Stadt zaubern einem mit ihrem Gezanke unter geschiedenen Eheleuten schon ein Schmunzeln ins Gesicht.

In den paar Stunden, die ich in der Preview verbracht habe, gab es keinen einzigen (nicht ausschließlich als Hintergrunddeko gedachten) NPC, über den ich nicht gerne noch mehr erfahren hätte. Mit Kai würde ich jederzeit sofort auf ein Bier in die nächste Taverne gehen, nur um ihn dann zu fragen, warum ihn seine Eltern nicht gleich Dirk oder Klaus genannt haben.

FUS RO DAs kommt mir doch irgendwie bekannt vor!?

Seit den ersten Bildern aus dem Spiel gilt es geradezu als Running-Gag, dass sich die Entwickler von Obsidian Entertainment in fast jedem Interview mit Händen und Füßen gegen den Vergleich ihres Spiels mit Skyrim erwehren. Nach der Preview kann ich das aber endgültig klären. Avowed mag sicherlich kein Skyrim-Klon sein und bietet mehr als genug Eigenständiges, aber die offensichtlichen Ähnlichkeiten lassen sich nicht wegdiskutieren.

In Ego-Perspektive streift ihr durch die Welt, immer die eigenen Hände vor Augen, die sich unabhängig voneinander bestücken lassen und damit euren Kampfstil definieren. Ihr kombiniert frei miteinander Waffen, Schilde, Zauber und was ihr nicht sonst alles in die Griffel nehmen könnt. Der rechte Trigger des Controllers löst dann einen Angriff mit der rechts ausgerüsteten Waffe aus, der linke Trigger eben auf der anderen Seite.

Außerdem sammelt ihr auch in Avowed wieder Blümchen, Fangzähne, Spinnenbeine, rohes Fleisch und eben alles Mögliche, was in der Gegend herumliegt oder sich von einem verstorbenen Feind bequem abtrennen, portionieren und wegtuppern lässt. So weit, so Skyrim!

Eine mehrere hundert Stunden verschlingende und mit Questmarkern zugestopfte Open World dürft ihr jedoch nicht erwarten. Die Karte ist unterteilt in mehrere kleinere Bereiche und bereits nach 20-30 Stunden soll bei Avowed der Abspann über den Bildschirm flimmern, falls ihr euch nicht allzu sehr von Nebenquests ablenken lasst.

Aber genau das solltet ihr, denn vielleicht sind es nicht so viele Nebenaufgaben, wie bei der Konkurrenz, aber dafür sind die einzelnen Handlungsfäden wesentlich tiefer ausgearbeitet. Storytelling ist eben einfach eine Stärke von Obsidian-Titeln und da spielt ihnen der Fokus auf wenige längere Geschichten statt seichter Massenware voll in die Karten.

Und zu guter Letzt ist das Wetter im Land der Lebenden wesentlich besser als im permanent zugeschneiten Skyrim. Mehr als genug gute Gründe also, um Eora im Februar mal einen Besuch abzustatten.

Avowed - Pre-Order Trailer

Vor dem Release im Februar 2025 lässt sich Avowed ab sofort vorbestellen.

Fazit

Sebastian Ruppert - Portraitvon Sebastian Ruppert
Ein vielversprechender Start in ein hoffentlich episches Abenteuer

Die Preview-Version, die ich spielen durfte, befand sich zwar noch in einem recht frühen Zustand, aber das, was ich gesehen habe, hat mir schonmal richtig gut gefallen. Schöne Zwischensequenzen, interessante Charaktere, ein vielversprechender Story-Auftakt und kurzweilige Nebenquests machen Rollenspiel-Fans den Mund wässrig. Ich kann es kaum erwarten herauszufinden, ob der Rest des Spiels halten kann, was die Preview verspricht.

Solltet ihr Titel wie eben Skyrim oder natürlich das ebenfalls von Obsidian stammende The Outer Worlds in positiver Erinnerung haben, dann wird euch Avowed gefallen. Zumindest, wenn Obsidian aus den technischen Fehlern und Problemen gelernt hat, unter denen The Outer Worlds und seine Next-Gen-Version zuletzt litten. Die Verschiebung des Release-Termins von Herbst 2024 auf Februar 2025 soll aber ja wohl nichts mit Qualitätsproblemen zu tun haben, sondern an der starken Konkurrenz zum ursprünglichen Termin liegen.

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Hoffen wir mal, dass es am Ende nicht ironischerweise genau das Release-Datum ist, das Avowed das Genick bricht. Immerhin erscheint es am 18.02.25 und damit in der gleichen Woche wie Civilization VII, Lost Records: Bloom & Rage, Kingdom Come: Deliverance II, Assassin’s Creed: Shadows und Date Everything (für alle Romantiker). Viel mehr Konkurrenz geht praktisch nicht mehr.

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