News - Baldur's Gate 4 : Baldur's Gate 2-Macher lehnten Hasbros Anfrage für ein Sequel ab
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Dass das Entwicklerstudio Larian nach dem astronomischen Erfolg von Baldur's Gate 3 kein Interesse an einer Fortsetzung hat, ist seit Längerem bekannt. Doch wie nun ans Licht kam, kassierte der Spielwaren- und Rechtekonzern Hasbro direkt im Anschluss die nächste prominente Absage. In einem Interview mit dem Magazin PC Gamer enthüllte James Ohlen, der legendäre Co-Lead-Designer von Baldur's Gate 2 und ehemalige Chef des Hasbro-Tochterstudios Archetype Entertainment, dass er unmittelbar nach Larians Absage kontaktiert wurde. Der Vorschlag, mit seinem Team Baldur's Gate 4 zu entwickeln, schlug er jedoch sofort aus großem Respekt vor dem übermächtigen Erbe des Vorgängers aus.
Laut Ohlen klingelte sein Telefon an genau dem Tag, an dem Hasbro-CEO Chris Cox erfuhr, dass Larian Studios die Reihe für eigene Projekte verlassen würde. Auf die Frage des Chefs, ob er sich vorstellen könne, Baldur's Gate 4 zu übernehmen, antwortete Ohlen unverblümt: "Ich denke nicht darüber nach. Ich würde scheitern, und ich kann dir auch sagen, warum."
Der erfahrene Rollenspiel-Entwickler, der derzeit mit dem Studio Archetype Entertainment an dem ambitionierten Sci-Fi-RPG Exodus arbeitet, sah die Aufgabe als unlösbare Mammutaufgabe. Gegen das Vermächtnis von Baldur's Gate 3 anzutreten, bezeichnete Ohlen im Nachgang schlichtweg als absoluten Irrsinn.
Der Hauptgrund für die Absage liegt vor allem in der technischen Infrastruktur. Während Larian über Jahre hinweg seine hauseigene Divinity-Engine perfektioniert hatte, um das komplexe Regelwerk von Dungeons & Dragons umzusetzen, hätte Archetype Entertainment komplett bei Null anfangen müssen. Ohlen prognostizierte für diesen Prozess mindestens ein halbes Jahrzehnt des Grauens, nur um die nötigen Werkzeuge und die technologische Basis aufzubauen.
Er habe Hasbro-Chef Cox sogar spaßeshalber gefragt, ob man Larian nicht dazu bewegen könne, ihre Engine zu lizenzieren, ganz so, wie Black Isle damals die berühmte Infinity-Engine von BioWare für die alten Klassiker nutzen durfte. Da dies keine Option war, blieb es beim harten Nein des Studios.
Das Schicksal von Baldur's Gate 4 bleibt damit vorerst völlig ungeklärt. Der Vorfall unterstreicht jedoch das massive Dilemma, in dem Hasbro und Wizards of the Coast stecken. Das vom Markt geforderte Sequel ist zu einer Art vergiftetem Kelch geworden, den im Moment kein renommiertes RPG-Studio anfassen möchte, da die Erwartungshaltung der Community nach Larians Meisterwerk schier unerreichbar scheint.
Komplett leer gehen Nostalgiker in naher Zukunft aber womöglich nicht aus. Aus Branchenkreisen sickerten zeitgleich Berichte durch, dass Kevin Martens, der andere Co-Lead-Designer von Baldur's Gate 2, derzeit federführend an einem offiziellen, modernen Remaster von Baldur's Gate 2 arbeitet, um die Wartezeit auf ein echtes neues Kapitel zu überbrücken.

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