Test - Battlefield 6 : Test: Der Shooter des Jahres – oder?
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Ja, Battlefield 6 hat auch eine Kampagne. Aber sonderlich gut ist sie nicht. Die etwa fünf Stunden servieren nämlich, was man schon in hundert anderen Shootern erlebt hat: Als Teil einer US-Eliteeinheit wird heldenhaft für die Freiheit der Welt gekämpft, die von der bösen Söldnerarmee Pax Armata bedroht wird.
Zum weltumspannenden Einsatz, der unter anderem nach Gibraltar, New York und Kairo führt, gehören viel Patriotismus, unzählige tote Feinde und selbstverständlich einige betont "coole" Sprüche, die auf Deutsch besonders hölzern und damit lächerlich klingen. Die Geschichte hinter der Kampagne hat so viel Gewicht wie ein Blatt Papier und ist dementsprechend schnell vergessen.
Spielerisch wird immerhin solide Shooter-Kost geboten: Überraschungsangriffe, Sniper-Einsätze, Stealth-Missionen in nächtlichen Städten oder Panzerfahrten – klassisch, aber abwechslungsreich. Im Gegensatz zu Call of Duty genießt man während der meisten Einsätze eine gewisse Bewegungsfreiheit, läuft entlang alternativer Routen und trifft dezente taktische Entscheidungen. Wer will, kann etwa ein Ziel sprengen oder mit dem dicken Maschinengewehr kaputt ballern. Anspruchsvoll ist das auf dem normalen Schwierigkeitsgrad jedoch nicht, weil die Gegner stets dümmlich in die Schusslinie laufen. Also besser gleich auf „Schwer“ stellen, um etwas gefordert zu werden.
Das Highlight ist ohne Wenn und Aber die Soundkulisse. Druckvolle Explosionen, raumfüllendes Bleigewitter und massenweise direktionale Effekte fordern die heimische Surround-Anlage heraus. Wenn der Panzer seine wummernden Geschosse abfeuert oder der Helikopter im Tiefflug seine Maschinengewehre entlädt, fühlt man sich mittendrin im Geschehen. Mit Kopfhörern klingt es ebenfalls toll, doch wer die Wahl hat, schaltet auf die Boxen um – das macht alles wesentlich größer und beeindruckender.
Battlefield, wie man es liebt!
Der Mehrspielermodus ist zum Glück das absolute Gegenteil der Kampagne – hier läuft Battlefield 6 zur Hochform auf! Im Mittelpunkt stehen die klassischen Modi: Während Eroberung weitläufige Gefechte auf großen Karten bietet, zwingt Rush zu schnellem Handeln beim Schärfen und Entschärfen der Bomben. Durchbruch sorgt schließlich mit begrenzten Respawns für Hochspannung und intensive Stellungskämpfe. Wer keine Zeit für Runden mit 48 bis 64 Leuten und einer Dauer von bis zu 40 Minuten hat, steigt auf die Nahkampf-Playlists mit kompakten Modi wie King of the Hill oder Team Deathmatch um, samt angepassten Maps für 16 Spielende.
Technisch stemmt die Playstation 5 das Geschehen wahlweise mit 60 FPS und höherer Auflösung oder mit 120 FPS und verringerten Details. Dennoch bleibt alles sehr ansehnlich und vor allem ruckelfrei. Wer über ein 120-Hertz-Display verfügt, stellt den entsprechenden Modus ein und bleibt unter Garantie dabei – es spielt sich einfach wunderbar geschmeidig.
Gekämpft wird unter anderem im New Yorker Stadtteil Brooklyn, in den Randbezirken von Kairo, dem Pamir-Gebirge bei Tadschikistan und einer Ölraffinerie in Turkmenistan. Jede Map ist mit unzähligen Straßen, Gebäuden sowie Durchgängen organisch und eigenständig aufgebaut. Zerstört werden kann sehr viel: Dicke Geschosse und Sprengstoffe legen Dächer, Wände und schließlich ganze Wohnkomplexe in Schutt und Asche.
Das sieht beeindruckend aus, ist aber vor allem taktisch sinnvoll: Verschanzen sich beispielsweise zwei Squads auf einer Etage, um einen Zielpunkt zu verteidigen, bringen Kampfflugzeuge mit gezielten Raketen einfach das ganze Haus zum Einsturz. Auch Hubschrauber, Panzer und Jeeps mit Geschützen sind in fähigen Händen ausgesprochen effektiv, gerade wenn es darum geht, Bereiche einzunehmen und zu halten.
Am wichtigsten sind jedoch die vier Klassen Sturm, Versorgung, Pionier und Aufklärer. Jede besitzt eigene Stärken, die den Fokus auf das Teamplay legen: Der Pionier repariert, der Versorger heilt, der Aufklärer markiert Gegner und der Sturmsoldat nimmt Ziele schnell ein. Die Bewaffnung ist jeweils voreingestellt, darf allerdings vollständig an die eigenen Vorlieben angepasst werden.
Der jeweiligen Klasse vorbehalten bleiben dagegen Fähigkeiten wie die Schnellheilung von Verbündeten oder der Schweißbrenner zum Reparieren. Selbst wer keine zweistelligen Kill-Zahlen erzielt, kann mit klugem Support, cleveren Spawns und dem Einnehmen von Zielen viele Erfahrungspunkte pro Runde sammeln. Herausforderungen rund um Klassen, Waffen und Modi gibt es reichlich, sodass jede Runde mindestens einen kleinen Charakter-Fortschritt ermöglicht. Auf der Playstation 5 gelingen Stufenaufstiege und Freischaltungen dank diverser EP-Boni noch schneller – angesichts des umfassenden Crossplays ein unfairer Vorteil gegenüber PC und Xbox Series X/S.
Nicht jeder Schuss ein Treffer
Das Gunplay ist grundsätzlich präzise, wuchtig und berechenbar. Sturmgewehre sind Allrounder, Maschinenpistolen eher für die kurze Distanz gemacht und Scharfschützengewehre (leider!) schon auf mittlere Distanz ein absoluter Albtraum. Doch auch LMGs verfügen über ein ordentliches Handling und stellen damit eine echte Alternative dar. Verschiedene (größtenteils freischaltbare) Visiere, Magazine, Griffe und mehr ermöglichen eine Anpassung des Waffenverhaltens, sind allerdings an ein 100-Punkte-System gekoppelt – auf diese Weise wird das Zusammenschrauben der eierlegenden Wollmilch-Knarre verhindert.
Leider gibt es (derzeit) ein gravierendes Problem, das keine Waffe oder Konfiguration lösen kann: die fehlerhafte Registrierung von Treffern. Immer wieder fressen Gegner ein halbes Magazin, nur um einen gleich darauf mit drei Kugeln umzulegen. Die Ursache liegt offenbar in Server-Synchronisationsproblemen – darauf lassen zahlreiche Einträge in Foren und erste Updates seitens EA schließen. Gegner sehen einen deutlich früher und schießen bereits, während man selbst gerade erst um die Ecke läuft. Das frustriert enorm und macht Modi wie Team Deathmatch, in denen es auf Kills ankommt, nahezu unspielbar.
Ebenfalls sehr ärgerlich: Das Verziehen der Waffe beim anhaltenden Schießen setzt sich manchmal nicht zurück, wenn man den Finger vom Abzug nimmt, sondern bleibt beim erneuten Anlegen erhalten – die Kugeln treffen alles, nur nicht das eigentliche Ziel. Außerdem kommt es häufiger vor, dass der Spawn erfolgt, obwohl sich Feinde in unmittelbarer Nähe befinden. Kurzum: Es muss noch einiges passieren, damit Battlefield 6 auf allen Plattformen und für alle Spielenden rund läuft, zumindest weitgehend.
Greift zu, wenn...... ihr einen technisch hervorragenden und abwechslungsreichen Shooter spielen wollt, der auf Teamplay setzt.
Spart es euch, wenn...... euch eine mitreißende Kampagne wichtig ist und ihr gegenüber Verbindungsproblemen null Toleranz kennt.




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