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News - Cyberpunk 2077 : CDPR offenbart den größten Fehler bei frühren Entwicklungen

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Dass der Verkaufsstart von Cyberpunk 2077 im Jahr 2020 aufgrund zahlloser technischer Mängel ein Desaster war, ist hinlänglich bekannt. Nach Jahren harter Arbeit hat das polnische Studio das Rollenspiel zwar zu einem echten Meisterwerk geformt, doch die internen Narben der Entwicklung sitzen tief. Im Rahmen einer Branchen-Konferenz sprachen hochrangige Entwickler von CD Projekt Red nun ungewohnt offen über den eigentlichen Hauptfehler hinter den Kulissen. Das größte Problem war demnach eine völlig unzureichende und chaotische Dokumentation der Entwicklungsschritte, die das Studio für die kommenden Projekte nun grundlegend umstellt.

Während eines Entwickler-Panels erklärten die technischen Autoren Jaroslaw Rucinski und Adrian Fulneczek, dass dem Team bei Mammutprojekten wie Cyberpunk 2077 oder den frühen Witcher-Spielen schlicht die Weitsicht fehlte, Jahre im Voraus zu planen. Für die Dokumentation wurde das Tool Confluence genutzt, was bei über 8.000 Seiten Text schließlich im reinsten Chaos endete. Die Informationen verloren völlig an Wert, da Dokumente unübersichtlich zwischen lokalen Festplatten und Cloud-Speichern aufgeteilt waren. Das erschwerte nicht nur der internen Belegschaft die Arbeit, sondern führte auch bei externen Partnerstudios zu massiver Verwirrung und trug letztlich maßgeblich zum unfertigen Zustand des Spiels bei. Selbst die spätere Erweiterung Phantom Liberty litt noch unter diesem Problem.

Für das anstehende The Witcher 4 sowie den Cyberpunk-Nachfolger gilt ab sofort eine völlig neue Definition von Fertigstellung. Bevor ein Entwicklerteam eine Phase im Produktionsprozess abschließen und zur nächsten übergehen darf, muss eine lückenlose, klar verknüpfte und zentral in der Cloud gespeicherte Dokumentation vorliegen. Fulneczek riet der versammelten Branche, niemals Werkzeuge oder Plattformen bei der Aufzeichnung zu trennen, um Missverständnisse und Frustration zu vermeiden. Das neue, strukturierte Vorgehen soll zudem dabei helfen, der gefürchteten Überarbeitung der Mitarbeiter entgegenzuwirken.

Die klare Ansage des Studios, dass man die eigenen Lektionen gelernt habe, wird in der Community mit einer Mischung aus Erleichterung und gesunder Skepsis aufgenommen. CD Projekt Red betont jedoch, dass das Fundament für die Zukunft extrem vielversprechend aussieht. Durch die strengen neuen Dokumentationspflichten und den zeitgleichen Wechsel auf die moderne Unreal Engine 5 will man sicherstellen, dass die kommenden Rollenspiele von Tag eins an die qualitative Reife besitzen, die die Fans von dem Studio erwarten.

Das zeigt, dass ein schlechter Launch oft nicht nur an mangelnder Zeit, sondern an grundlegenden Organisationsfehlern in der Infrastruktur eines Studios liegt. Wenn die neuen Workflows greifen, stehen die Chancen gut, dass uns beim nächsten Ausflug in die Welt des Hexers oder nach Night City ein deutlich runderer Start erwartet.

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