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Preview - Edge of Memories : Dieses Anime-Abenteuer scheut sich nicht vor harten Themen

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Schon spannend: Auch wenn sich Edge of Memories eine Welt mit Edge of Eternity teilt und vom gleichen Studio stammt, könnten die beiden Titel nicht unterschiedlicher ausfallen. Wo der nicht-wirklich-Vorgänger noch rundenbasierte Kämpfe in den Fokus rückte, setzt das neue Spiel von Midgar Studio jetzt auf flotte Echtzeit-Keilereien inklusive Kombos, Magie und Begleitcharakteren. Doch auch die Geschichten der NPCs sollen eine essenzielle Rolle spielen.

Auch wenn Edge of Memories mit dem Echtzeit-Kampfsystem Neuland betreten mag, dürfte es den Action-RPG-Fans von euch bestens vertraut vorkommen. Nachdem ihr eure Gegner anvisiert, prügelt ihr mit leichten und schweren Angriffen ihre Lebensleiste in Richtung Null. Habt ihr sie erfolgreich erlegt, winken als Belohnung Erfahrungspunkte, die wiederum zu Level-ups führen.

Damit verdient ihr Skillpunkte, welche in ausgefeiltere Kombos investiert werden. Edge of Memories spielte sich bei meiner Anspielsitzung in Paris mehr wie ein Hack-and-Slay als ein traditionelles Souls-like, was vor allem am höheren Tempo und den unterschiedlichen Angriffsketten liegt. An die Präzision und das Trefferfeedback großer Genre-Vertreter kommt Midgar Studio aber nicht ran.

Magische Begleiter

Ihr prügelt eure Gegner aber nicht nur ins Jenseits, auch Magie steht euch zur Verfügung. Allerdings vollführt eure Heldin Eline die Kunststückchen nicht selbst, stattdessen greifen eure Begleiter auf Tastendruck ins Geschehen ein. Einen wirklichen Unterschied im Gameplay macht das nicht, womit sich diese Designentscheidung mehr wie ein Gimmick anfühlt.

Mir trat nach ein paar Minuten Ysoris mit seinem Flammenzauber zur Seite. Der baut natürlich einen entsprechenden Statuseffekt auf, der Feinden kontinuierlich Schaden zufügt. Doch auch außerhalb der Kämpfe helfen euch die Skills eurer Verbündeten weiter, beispielsweise fackelt mein neuer Freund Ranken einfach ab, die den Weg versperren.

Spannend dürfte dabei werden, wie wichtig und taktisch nutzbar die Skills der Begleiter ausfallen. Sie leveln mit und werden so stärker, aber individuell anpassen dürft ihr sie nicht - im Gegensatz zur Hauptfigur, denn abseits der erwähnten Kombos im Skilltree gibt es noch weitere Optionen, euren Spielstil zu verfeinern. Allen voran die Tränke, die ihr an Rastpunkten aus gefundenen Zutaten braut. Sie funktionieren im Kern wie die Estus-Flakons aus Dark Souls, füllen sich also bei der Rast wieder auf. Je nach Rezept verstärkt ihr bei ihrer Einnahme aber auch Werte wie Stärke, was bei Bossen sicherlich etwas ausmacht. Insgesamt kam mir der Schwierigkeitsgrad im normalen Modus aber sehr zahm vor.

Therapie der besonderen Art

In ihrer Eigenschaft als Seelenflüsterin vermag es Eline, die Traumata und Ängste anderer Bewohner von Avaris zu spüren und zu vertreiben. Entsprechend konfrontiert euch Edge of Memories regelmäßig mit Themen, die man bei so einem farbenfrohen und teils in seinem Tonfall fast schon flapsigen Spiel wohl nicht erwarten würde.

Denn in der Welt wütet die Korrosion, eine Seuche, die Menschen in Monster verwandelt und sie ihren Verstand verlieren lässt. So traf ich auf einen Bewohner eines kleinen Fischerdorfes, der seine Familie auf dem Gewissen hatte und sich nichts sehnlicher als den eigenen Tod wünschte, um dieses Leid nicht mehr spüren zu müssen.

Eline hat aber eine bessere Lösung parat. Sie steigt tief in seinen Geist ein und bekämpft die negativen Gedanken. Der Vorgang selbst fiel allerdings massiv enttäuschend aus. Anstelle eines pompösen, Monster gewordenen Traumas stellte sich mir ein simples schwarzes Schattenwesen entgegen, das nach ein paar Hieben schon den Löffel abgab. Hier hätte sich das Team deutlich mehr Mühe geben dürfen.

Zumal die restliche Präsentation durchaus ansprechend ausfällt. Der Cartoon-Grafikstil mit seiner Verwandtschaft zu Titeln wie Genshin Impact mag nicht allen schmecken, wartet aber mit netten Details auf. Kein Wunder, zeichnet doch Raita Kazama für die Charakter-Designs verantwortlich, der unter anderem an Xenoblade Chronicles X und NieR mitwirkte.

Das Team umfasst noch weitere namhafte Personen, so kümmert sich Yasunori Mitsuda (Chrono Trigger, Sea of Stars) um die Musik, mit Unterstützung von Mariam Abounnasr (Xenoblade Chronicles 3, Oninaki) und Cedric Menendez. Emi Evans, bekannt aus NieR: Automata, lässt regelmäßig ihre Stimme ertönen. Während ich bei anderen Punkten noch nicht so sicher bin, kann ich auf jeden Fall sagen: Edge of Memories wird auf Audioseite ein Hochgenuss!

Fazit

Dennis Hilla - Portraitvon Dennis Hilla
Keine Action-RPG-Revolution, aber ein potenziell netter Zwischenhappen

Im Gespräch erfuhr ich, dass Midgar Studio sich der Probleme des Quasi-Vorgängers Edge of Eternity durchaus bewusst sei. Entsprechend wollen die Entwickler mit Edge of Memories alles besser machen: Die Story zieht sich nicht unnötig, das Echtzeit-Kampfsystem soll Längen bewusst eliminieren. Dafür holte man sogar Mitsuru Yokoyama an Bord, der als Combat Designer an Final Fantasy XV beteiligt war.

Doch just dieser Punkt ist nicht unbedingt die große Stärke von Edge of Memories. Zwar funktionierte alles, es fehlte in meiner Stunde mit dem Spiel aber noch an einem großen Alleinstellungsmerkmal. Die Kämpfe fühlten sich vertraut an, ohne die Präzision von Genre-Größen wie Dark Souls oder The Witcher 3 zu erreichen.

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Dafür bietet die Story potenziell jede Menge spannende Optionen. Eben deshalb würde ich euch raten, Edge of Memories im Blick zu behalten, wenn ihr Bock auf ein Action-Rollenspiel mit Fokus auf die Geschichte habt und die Kämpfe als schmückendes Beiwerk betrachten könnt, das zwar nicht stört, aber auch nicht begeistert.

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