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News - Grand Theft Auto VI : Ländersperren-Chaos bei Box-Codes sorgt für Verwirrung

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Die Diskussionen um die Vertriebspolitik von Grand Theft Auto VI reißen nicht ab. Nachdem Rockstar Games mit der Ankündigung, dass die physischen Boxen des Spiels keinen Datenträger, sondern lediglich einen Download-Code enthalten werden, für lange Gesichter sorgte, folgt nun der nächste Aufreger. Bei internationalen Online-Händlern ist ein regelrechter Wirrwarr um angebliche Ländersperren der PlayStation-5-Codes ausgebrochen. Entsprechende Warnhinweise auf den Produktseiten verunsichern derzeit vor allem Import-Käufer, die auf günstigere Angebote aus dem Ausland hoffen.

Ausgelöst wurde die jüngste Debatte durch auffällige Disclamer bei mehreren großen Online-Händlern im Vereinigten Königreich. Auf den dortigen Produktseiten zu GTA 6 tauchte der explizite Hinweis auf, dass der in der Verpackung liegende PlayStation-5-Code ausschließlich mit einem im Vereinigten Königreich registrierten PlayStation-Netzwerk-Konto eingelöst und gespielt werden kann.

Wer also eine vermeintlich günstigere Import-Version aus Großbritannien nach Deutschland oder in andere europäische Länder bestellt, liefe Gefahr, auf einem unbrauchbaren Stück Papier sitzenzubleiben. Das Kuriose dabei: Während britische Händler vor einer strikten Insellösung warnen, listen Händler in den Niederlanden, wie etwa Nedgame, eine breite Palette an erlaubten Ländern für ihre Codes auf, schließen dabei jedoch das Vereinigte Königreich explizit aus.

Diese Diskrepanz wirft rechtliche Fragen auf, insbesondere innerhalb des europäischen Binnenraums. Nach geltendem EU-Recht ist das sogenannte Geoblocking, also das gezielte Sperren oder Einschränken von digitalen Produkten über Grenzen der Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums hinweg, illegal. Digitale Spielecodes, die in einem EU-Land erworben wurden, müssen traditionell in allen anderen Mitgliedstaaten sowie in assoziierten Ländern wie Island oder Norwegen problemlos funktionieren.

Dass nun einige Händler panisch Warnungen vor länderspezifischen Barrieren schalten, während andere große Ketten wie MediaMarkt in Deutschland oder Micromania in Frankreich keinerlei Einschränkungen erwähnen, deutet auf eine massive Kommunikationslücke zwischen dem Publisher Take-Two und den Vertriebspartnern hin.

Branchenexperten vermuten, dass die Händler aus reiner Vorsicht agieren, um eine Flut von Stornierungen und Beschwerden im November zu vermeiden. Sollte Rockstar die Codes tatsächlich künstlich auf einzelne Länder beschränken, um den grenzüberschreitenden Handel und das Ausnutzen von Preisunterschieden zu unterbinden, droht dem Publisher rechtlicher Ärger mit den europäischen Wettbewerbshütern.

Da die Preise für die Standard-Version mit knapp 80 Euro beziehungsweise 70 Pfund auf einem historisch hohen Niveau liegen, ist der Anreiz für Spieler, nach Schnäppchen im Ausland zu suchen, so hoch wie selten zuvor. Eine offizielle Klarstellung seitens Sony oder Rockstar Games zu den vermeintlichen Sperren steht derzeit noch aus.

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