Preview - Greedfall: The Dying World : Vorschau: Bestandsaufnahme vor dem Release
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Im September 2024 ging Greedfall: The Dying World, damals noch mit einer „2“ im Namen, in den Early Access. Nun, eineinhalb Jahre später, soll das Rollenspiel von Spiders im März endlich erscheinen. Der erste Teil war nicht perfekt, aber dank frischem Setting und einiger guter Ideen nebst Anlehnung an alte Bioware-Klassiker durchaus gefällig. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an den neuen Teil. Wir haben uns den Status Quo des Spiels nebst einer weiter fortgeschrittenen Version angeschaut, zumal die Wertungen seitens der User noch sehr durchwachsen aussehen, was zum Teil aber auf den natürlich unfertigen Early-Access-Zustand des Spiels zurückzuführen ist.
Greedfall: The Dying World führt uns zurück in die aus dem ersten Teil bekannten Spielwelt, zeitlich etwa drei Jahre vor dessen Ereignissen angelegt. Zur Erinnerung: Greedfall mischt Elemente aus dem Europa des 17. Jahrhunderts mit einer mystischen Fantasy-Welt, indigenen Völkern, Naturmagie und einem fetten Brocken Kolonialismus, was ein ziemlich einzigartiges Setting ergibt.
Dieses Mal schlüpft ihr in die Rolle eines indigenen Charakters der Insel Teer Fradee, einem kleinen Paradies mit blühender Natur. Die Charaktererstellung bietet euch sogleich ein rechts umfangreiches Paket an Optionen, eure Spielfigur eurem Geschmack nach zu gestalten. Der Editor zeigt allerdings auch gleich, dass ihr visuell keine Wunder erwarten solltet.
In eurem Dort erhaltet ihr direkt ernste Aufgaben, um eure Initiation abzuschließen. Vor allem müsst ihr euch um eine seltsame Krankheit eurer Stammesmitglieder kümmern, aber auch dem Rückgang der heimischen Fauna auf den Grund gehen. Eine Gruppe Jäger vom Kontinent, eine Mine und ein Fort machen auch gleich klar, dass das Leben in der Natur nicht mehr ungetrübt ist. Wie auch immer, nach Abschluss der Einführung werdet ihr mit euren Freunden verschleppt und ihr stolpert über den finstren Plan, die indigene Bevölkerung mittels einer Krankheit auszumerzen.
Die Story führt euch sodann in weitere Gebiete der Spielwelt, darunter auch einige Städte. Schnellreisen erleichtern euch den Job, später im Spiel erhaltet ihr sogar ein eigenes Schiff, das allerdings nur als statische Basis und Schnellreisepunkt dient. Vor allem die Städte sind zwar durchaus belebt, wirken aber insgesamt etwas statisch.
Das klingt als Story-Ansatz nicht verkehrt und wird zudem mit diversen Nebenquests und auch Questreihen zu euren Begleitern garniert. Die aktuelle Early-Access-Version umfasst etwa 20-25 Stunden an Gameplay, insgesamt dürfte das Spiel wieder bei etwa 30-40 Stunden landen, so wie wir es derzeit einschätzen können. Schön: die Quests selbst bieten mitunter verschiedene Lösungswege, je nach Entscheidungen in Dialogen, Skills und anwesenden Begleitern. Auf den Gesamtverlauf haben diese Entscheidungen aber nur marginale Auswirkungen.
Insgesamt acht Begleiter laufen euch über den Weg, jeweils mit unterschiedlichen Geschichten, Skills und Fertigkeiten, von denen ihr sogar einige erlernen könnt, um eine breitere Auswahl an Skilltrees freizuschalten, nachdem ihr zu Beginn so etwas wie eine Klasse mit nur wenigen Skilltrees wählt. Entsprechend könnt ihr eure Vier-Mann-Party so gestalten, dass ihr beispielsweise mit Tank, Heiler, Nahkämpfer und Fernkämpfer unterwegs seid.
Zu beachten ist allerdings, dass bestimmte Begleiter für bestimmte Quests zwingend erforderlich sind. Dialoge mit den Begleitern sind möglich, die emotionale Bindung mag aber irgendwie nicht so recht aufkommen, trotz recht guter Vertonung (nur auf Englisch). Das ist schade, denn euer Verhältnis zu den Begleitern spielt durchaus eine Rolle. Durch Dialoge und Quest könnt ihr selbiges nämlich ausbauen ... oder ruinieren.
Eure Crew könnt ihr mit reichlich Waffen und Ausrüstung unterschiedlicher Qualität versehen, die selbst angefertigt oder erbeutet werden kann (Loot gibt es mehr als genug). Die dahinter liegenden Systeme wirken aber zuweilen etwas undurchsichtig. Rüstung gibt es beispielsweise mit niedrigen, mittleren und hohen Rüstungswerten, abgesehen vom eigentlichen Schutz scheint es jedoch keine Vor- oder Nachteile zu geben. Wir konnten nicht feststellen, dass das Tragen von schwerer Rüstung mit hohen Werten beispielsweise Nachteile für Schusswaffen oder flinke Nahkämpfer bringt. Eigenschaften wie Magieumleitung werden gar nicht erklärt.
Ein stetiger Kritikpunkt ist das neue Kampfsystem und der Kritik können wir uns vorbehaltlos anschließen. Spiders hat sich gleich mal für drei verschiedene Systeme entschieden, die ihr mittels Optionen noch etwas anpassen könnt. Im Taktik-Modus könnt ihr das Spiel jederzeit pausieren und jedem einzelnen Partymitglied detaillierte Befehle erteilen. Das Interface dafür ist allerdings weder sonderlich übersichtlich noch intuitiv und verlangt eine recht lange Eingewöhnung, zumal auch die Icons wenig Aussagekraft haben.
Das Gegenstück ist der Action-Modus, in dem ihr eure Figur direkt steuert, eure Begleiter aber KI-gesteuert und selbstständig agieren, optional mit der Möglichkeit, zu pausieren, um in kritischen Situationen noch eingreifen zu können. Auch der Modus hat seine Schwächen, vor allem aufgrund des zumindest derzeit noch unberechenbaren Verhaltens eurer Kameraden. Da rennt der Schütze schon mal mitten ins Getümmel und Nahkämpfer picken sich den am weitesten entfernten Gegner heraus. Auch auf die Heilung durch die Kameraden ist nicht immer Verlass. Der Hybrid-Modus ist quasi ein Mittelding aus beidem, hinzu kommen noch separat einstellbare Schwierigkeitsgrade.
Man kann verstehen, dass Spiders ein breites Publikum ansprechen will und für sich selbst den Anspruch hat, das Spiel auch taktisch zu halten. Aber ganz ehrlich: weniger ist manchmal mehr und Spiders hätte gut daran getan, das Kampfsystem schlanker zu gestalten, dafür aber solider auszuarbeiten. Gerade die älteren Bioware-Titel wie Dragon Age, an denen sich Spiders offensichtlich orientiert, hatten das Thema deutlich besser im Griff.
Bleibt noch die Technik, die ein durchwachsenes Bild zeigt. Das reine Art Design ist durchaus gefällig mit seiner bunten Mischung aus Natur, Kolonialzeit und 17. Jahrhundert und auch die grundlegende Gestaltung der Charaktere geht in Ordnung. Gleiches gilt für die Städte und die Spielwelt. Technisch wirkt das alles aber ziemlich altbacken. Letztendlich schlummert unter dem neuen Teil der gleiche Unterbau wie beim Erstling, lediglich mit einigen Anpassungen und Aktualisierungen. Diverse Bugs und Abstürze sind noch an der Tagesordnung, aber das ist in dem Status noch nicht besorgniserregend, beide gespielten Builds sind noch aus dem vergangenen Jahr.


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