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Test - Indiana Jones und der Große Kreis – Der Orden der Riesen : DLC-Test: Rätsel, Nazis und Cloaca Maxima

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Mit Indiana Jones und der Große Kreis – Der Orden der Riesen erweitert MachineGames das Hauptspiel um ein weiteres Kapitel, das Indy in den Untergrund des Vatikans schickt. Klingt nach dunklen Geheimnissen, neuen Verschwörungen und einem Hauch Sakrileg. Doch so spannend die Prämisse klingt, am Ende ist das Ganze vor allem eins: ein hübsch inszeniertes, aber recht kurzes Zusatzabenteuer ohne große Überraschungen.

Die Handlung startet mit einem Besuch bei Pater Ricci, der sich sicher ist, dass unter dem Vatikan ein uraltes Geheimnis schlummert. Klar, dass Indy sich das nicht entgehen lässt. Was folgt, ist der Zugang zu einem neuen Gebiet, das sich über verzweigte Katakomben, antike Kanalisationen und sogar den Uferbereich des Tiber erstreckt. Alles wirkt gewohnt detailverliebt, filmreif in Szene gesetzt und strotzt nur so vor Atmosphäre. Schon das erste Absteigen in die Finsternis fühlt sich an wie eine Szene aus einem nie gedrehten Indy-Film.

Der Orden der Riesen ist keine Fortsetzung des Hauptspiels, sondern eher ein eingeschobenes Kapitel, das insgesamt wenig Bezug zur Hauptstory hat, abgesehen vom Vatikan als Schauplatz und einem kurzen Wiedersehen mit Pater Ventura und einem gewissen italienischen Obermotz der Faschisten. Stattdessen setzt MachineGames auf das Altbewährte: Nazis verprügeln, knackige Rätsel lösen, klettern und jede Nische erkunden, um die obligatorischen Notizen und Sammelobjekte zu finden.

Das neue Areal ist durchaus sehenswert, die Katakomben und Kanalisationen strotzen ebenso vor Atmosphäre und visuellen Qualitäten wie das Ufer des Tiber. Gerade der Abschnitt in der Cloaca Maxima zieht sich allerdings, dort mangelt es optisch ein wenig zu sehr an Abwechslung. Dafür bekommt ihr immerhin einige recht anspruchsvolle Rätsel und Kletterpartien vorgesetzt, deren Lösung zwar nachvollziehbar, aber gar nicht so ganz einfach ist.

Was dem DLC nicht fehlt, sind Anspielungen und Zitate. Fans der Filme dürfen sich erneut über etliche kleine Verweise freuen, die von ikonischen Dialogschnipseln bis hin zu inszenatorischen Zwinkern reichen. Das hält die Stimmung hoch, auch wenn das Gameplay keinerlei neue Ideen beisteuert. Neue Mechaniken? Fehlanzeige. Stattdessen ist es schlicht „more of the same“, gut inszeniert und hervorragend vertont, keine Frage, aber eben ohne Überraschungsmomente.

Bleibt die Frage nach dem Umfang. Rechnet grob mit drei bis fünf Stunden Spielzeit, je nachdem, wie gründlich ihr die Katakomben absucht. Wer nur die Story jagt, ist fix durch. Für einen Preis von 19,99 Euro wirkt das Ganze daher etwas happig. Zehn bis fünfzehn Euro wären nachvollziehbarer gewesen. So fühlt es sich eher nach einem Bonuskapitel an, das Fans des Hauptspiels zwar abholt, aber die Frage aufwirft, ob sie dafür wirklich zwanzig Euro ausgeben wollen.

Greift zu, wenn...

… ihr nicht genug von Indy bekommt und auch für ein paar Stunden Zusatzabenteuer gerne Geld in die Hand nehmt.

Spart es euch, wenn...

… ihr für 20 Euro mehr als nur ein paar Stunden „more of the same“ erwartet.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Gut erzählter, aber etwas zu teurer Ausflug in die Kanalisation

Indiana Jones und der Große Kreis - Der Orden der Riesen macht im Grunde wenig falsch. Wer Spaß am Hauptspiel hatte, wird auch hier bestens unterhalten – mit schöner Atmosphäre, guten Rätseln und dem unverwechselbaren Indiana-Jones-Charme. Doch das Fehlen frischer Gameplay-Elemente, die überschaubare Spielzeit und der vergleichsweise hohe Preis lassen doch etwas Stirnrunzeln aufkommen. Das Gesamtpaket wird dem Preis von 20 Euro trotz aller Qualitäten nicht so wirklich gerecht. Entgehen lassen solltet ihr euch den Ausflug allerdings auch nicht, vielleicht einfach einen Sale abwarten. 

Überblick

Pro

  • atmosphärische, filmreife Kulissen
  • spannende Rätsel und Kletterpassagen
  • viele liebevolle Anspielungen auf die Filme
  • gewohnt charmante Indy-Inszenierung

Contra

  • recht kurzer Umfang (3–5 Stunden)
  • keine neuen Gameplay-Elemente
  • Preis-Leistungs-Verhältnis eher schwach
  • zu wenig Abwechslung bei den Umgebungen

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