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Test - Kirby Air Riders : Test: Knutschkugel im Geschwindigkeitsrausch

  • NSw2
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Kommt dir der Name des Spiels irgendwie bekannt vor? Falls ja, dann sind es vage Erinnerungen an den Vorgänger Kirby Air Ride, der 2003 für den Game Cube erschien. Nun saust der rosafarbene Knuffel erneut über die Piste – und setzt dabei kompromisslos auf Tempo, Farbe und Chaos.

Statt klassischer Beschleunigung fahren und fliegen die sogenannten Maschinen in Kirby Air Riders ganz von selbst. Das Lenken ist alles, was zählt – plus ein kräftiger Boost mittels B-Knopf, mit dem du dich in wahnwitzige Geschwindigkeitsbereiche katapultierst. Das fühlt sich anfangs falsch an, weil die Fahrzeuge beim Aufladen der Aktion kräftig bremsen. Der anschließende Schub nach vorne entschädigt jedoch für das kurzzeitige Schneckentempo. Nach ein paar Rennen hast du raus, wann der Boost am sinnvollsten ist, unter anderem im Anschluss an einen Drift durch die Kurve.

Als Rider stehen neben Kirby auch König Dedede, Meta-Knight, Waddle Dee, Waddle Doo, Cozy und weitere Figuren aus dem Knutschkugel-Kosmos bereit. Neue Fahrer und Maschinen bekommst du durch Erfolge im Spiel, ebenso lassen sich Musikstücke oder auch Designs zur Verschönerung der verrückt-kreativen Fahrzeuge erhalten. Kurzum: Spielst du gerne Extras frei, hast du in Kirby Air Riders reichlich zu tun. 

Lieber zu schnell oder zu langsam?

Vier unterschiedliche Spielmodi stehen zur Wahl. Air Ride führt im Affenzahn über knallbunte Strecken, die teilweise mehrstöckig angelegt sind. Mit dabei: butterweiche Bildrate und gestochen scharfe Auflösung. Lies sich alles super, spielt sich jedoch selten so. Das Tempo ist oftmals so hoch, dass gezielter Item-Einsatz oder kontrolliertes Rempeln von Gegnern beinahe unmöglich wird. Zudem ist der Streckenverlauf meist nur zu erahnen. Vorausschauendes Fahren klappt nur, wenn du die Kursführung nahezu auswendig gelernt hast.

Zudem können auf den Pisten herumlaufende Gegner eingesaugt und sogleich auf andere Fahrende geschossen werden. Speziell gekennzeichnete Feinde verleihen sogar klassische Kirby-Fähigkeiten, darunter Schwertangriff, Bumerangwurf oder Feuerspucken. Das sorgt für unterhaltsame Momente, macht das Geschehen allerdings nicht übersichtlicher. Vielmehr kann dich die Kombination aus Geschwindigkeit, Farben und Effekten gelegentlich an den Rand der Reizüberflutung bringen.

Das absolute Gegenteil ist Top Ride. Dabei fährst du aus der Draufsicht über eigens für den Modus gemachte Strecken. Zwar sind auch hier Boosts, Rempler und Items mit dabei, doch leider keinerlei Geschwindigkeitsgefühl. Die Maschinen eiern merkwürdig träge über die kleinen Kurse, die im Vergleich zu ihren Air-Ride-Pendants regelrecht bieder aussehen. Wo Air Ride zu viel will, macht Top Ride zu wenig. 

Durch die Stadt …

City Trial schickt dich zusammen mit anderen Ridern in ein offenes Stadtgebiet, um dort Upgrades für die Maschinen zu sammeln – einfaches Drüberfahren reicht aus. Nach einigen Minuten endet die freie Fahrt und es geht ins Stadion: Hier steht mal ein Rennen, mal ein Arena-Kampf und mal eine Spezialherausforderung an. Unter anderem versuchst du, nach dem Sprung von einer Rampe eine Zielscheibe zu treffen und damit mehr Punkte als die anderen Rider zu erzielen.

Trotz verschiedenartiger Rennen und witziger Aufgaben ist gegen die KI schnell die Luft raus. Gemeinsam mit Freunden kann der Modus aber den einen oder anderen Abend lang unterhalten, schließlich ist Schadenfreude die schönste Freude. Warne deine Gäste allerdings vor: Mit bis zu vier Leuten im Splitscreen kann man sich die Kontrolle über das Geschehen abschminken – es regiert das Chaos!  

... und über die Landstraße

Ausschließlich an Solisten richtet sich der Modus Road Trip. Auf langer, gerader Straße fährst du links, mittig oder rechts, um eine Herausforderung aus Bereichen wie Air Ride, Top Down, Time Trial und mehr zu aktivieren. Bist du mit der Aufgabe fertig, geht das Ganze von vorne los. Zwischenzeitliche Pausen werden dazu genutzt, um deine Maschine mit mehr Tempo oder Angriffskraft zu verbessern. Hin und wieder trittst du auch gegen besonders starke Boss-Rider an, die es fürs Weiterkommen zu schlagen gilt.

Leider macht der repetitive Ablauf die Reise schnell langweilig und zäh. Und weil Rennen und Kämpfe nur anders arrangiert werden, bleiben die zentralen spielerischen Probleme bestehen: Das enorme Tempo führt zu mangelnder Übersicht, die sich in zeitweisem Kontrollverlust niederschlägt. Da hilft auch die Story nicht, die als Überbau fungiert und mit gelegentlichen, hübsch inszenierten Zwischensequenzen aufwartet.

Greift zu, wenn...

... du Kirby im F-Zero-Modus erleben möchtest.

Spart es euch, wenn...

... dir schon die 150-ccm-Klasse bei Mario Kart zu krass ist.

Fazit

Sascha Göddenhoff - Portraitvon Sascha Göddenhoff
Ein etwas zu wilder Ritt

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Freunde, was ist denn hier los?! Nach zwei Rennen in Kirby Air Riders muss ich meine Augen neu justieren und einen Beruhigungstee trinken. Ja, das krasse Tempo ist grundsätzlich beeindruckend und die knallige Optik ebenfalls schön. Aber die Spielbarkeit bleibt leider auf der Strecke, sowohl bei Air-Ride-Rennen als auch Kampf-Herausforderungen in der Arena. Ich wurschtele mich irgendwie durch, ohne gezielte Aktionen oder geplantes Fahren – ganz gleich, ob ich allein oder online unterwegs bin. Im Splitscreen gehen sowieso die Lichter aus, weil auf dem kleinen Ausschnitt nur noch Chaos herrscht. Top Ride wiederum ist viel zu träge und schwammig spielbar – das fühlt sich nach Seife in der nassen Badewanne und nicht nach Rennspiel an. Sorry Kirby, aber wenn's um Fun-Racer geht, bleibe ich definitiv bei Mario Kart World.

 

Überblick

Pro

  • knallbunte Highspeed-Strecken (Air Ride)
  • sympathische Figuren und skurrile Fahrzeuge
  • viele freischaltbare Inhalte
  • simple Steuerung

Contra

  • enormes Tempo macht Rennen schnell chaotisch
  • Items und Attacken kaum gezielt einsetzbar
  • Top Ride träge und mit kleinen Kursen
  • Road Trip schnell repetitiv

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