News - Light of Motiram : Sony kontert Tencents Verteidigung zum Horizon-Plagiatsvorwurf
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Im anhaltenden Rechtsstreit um das umstrittene Spiel Light of Motiram schlägt Sony nun scharf zurück. In einem 42 Seiten langen Dokument zerlegt der PlayStation-Gigant die Argumente von Tencent und wirft dem Konzern vor, gezielt Verwirrung zu stiften.
Sony Interactive Entertainment hat in einer umfangreichen Erwiderung auf Tencents Antrag zur Abweisung der laufenden Light of Motiram-Klage reagiert. In dem 42 Seiten starken Schriftsatz nennt das Unternehmen die Verteidigung von Tencent "Unsinn" und "völlig haltlos". Sony wirft dem chinesischen Tech-Giganten vor, durch das Spiel Light of Motiram eklatant gegen Marken- und Urheberrechte der Horizon-Reihe zu verstoßen und absichtlich Parallelen zu Horizon Forbidden West gezogen zu haben, um von dessen Popularität zu profitieren.
Im Mittelpunkt des Disputs steht Light of Motiram, ein Action-Adventure, das im Frühjahr erstmals für internationale Aufmerksamkeit sorgte, allerdings weniger durch Gameplay, sondern wegen frappierender Ähnlichkeiten zu Sonys Horizon-Spielen. Die Protagonistin mit mechanischen Gegnern, das Setting aus überwucherter Technologie und die Präsentation des Spiels im Marketingmaterial hätten laut Sony "unverkennbar" Anleihen bei Horizon Forbidden West genommen.
Tencent versuchte zuletzt, die Klage mit dem Argument abzuwenden, Sonys Vorwürfe seien vage und das Verfahren unzulässig, da es sich um generische Spielmechaniken handle, die keinem allein gehören könnten. Sony reagierte nun mit einem Gegenschlag: Laut dem Dokument sei Tencents Antrag wertlos und basiere auf einer "bewussten Fehlinterpretation der Fakten". Zudem beschuldigt Sony Tencent, ein Geflecht aus Tochtergesellschaften zu nutzen, um juristische Verantwortung zu verschleiern.
Sony sieht bereits jetzt einen immensen Schaden für die eigene Marke. Fans und Medien hätten mehrfach Verbindungen zwischen Light of Motiram und Horizon gezogen, was für Sony der Beweis sei, dass die Verwechslungsgefahr real und vom Konkurrenten billigend in Kauf genommen wurde. Auch wenn Tencent inzwischen einige visuelle Details verändert habe, um sich stärker abzugrenzen, bezeichnet Sony diese Anpassungen als "rein kosmetisch und rechtlich bedeutungslos".
Das Verfahren ist damit längst mehr als nur ein Streit zwischen zwei Publishern. Für viele Beobachter steht es sinnbildlich für eine wachsende Unsicherheit im Umgang mit geistigem Eigentum in der Spielebranche, besonders dann, wenn AAA-Produktionen stilistisch neue Maßstäbe setzen. Sony will mit dem Fall offenbar ein deutliches Zeichen setzen, dass solche Nachahmungen nicht ohne Konsequenzen bleiben sollen.
Wie das Gericht entscheidet, steht allerdings noch aus. In den kommenden Monaten dürfte klar werden, ob Tencents Antrag auf Abweisung scheitert oder ob Sony seine Klage weiter vorantreiben darf.

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