Test - LucidSound LS35X : Kabellose Wuchtbrumme

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Das im Mai 2017 angekündigte Gaming-Headset LucidSound LS35X sollte eigentlich bereits Ende vergangenen Jahres auf den Markt kommen, die Veröffentlichung wurde aber immer wieder verschoben. Die Begründung seinerzeit: Man wolle den Kunden lieber mit Verschiebungen verärgern als mit Qualitätsmängeln. Das spricht für den Hersteller, wirft aber die Frage auf, ob das Headset am Ende doch noch problembehaftet ist. Mittlerweile ist das LS35X endlich erhältlich. Wir haben ein Exemplar auf Herz und Nieren getestet.

Das LucidSound LS35X sammelt schon beim Auspacken die ersten Punkte, denn der Hersteller hat nahezu vollständig auf Kunststoff in der Verpackung verzichtet. Einzig ein kleines Minitütchen mit einer Abdeckung für den Port des abnehmbaren Mikrofons ist zu finden. Ansonsten erwartet euch ein stabiler Karton, in dem das Headset mitsamt Zubehör sicher in einer Stofftasche verpackt ist. Dafür ein dickes Lob, wir hatten schon genug Headsets mit Plastikbeutelsalat in der Redaktion.

Die Verarbeitung des mit 396 Gramm recht schweren Headsets lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Ein kräftiger Metallbügel dient als Basis, umschmeichelt von einem weichen Kopfpolster mit gesteppten Nähten. Die runden Ohrmuscheln sind drehbar, überraschenderweise ist der Innenraum der dicken und weichen Polster aber oval gehalten. Die Polster wirken auf den ersten Blick recht warm, dank einer Einlage aus kühlendem Gel entsteht aber nie übermäßige Hitze. Ansonsten verzichtet das mattschwarze Headset auf jegliches Brimborium und wirkt wuchtig, aber minimalistisch.

Das recht hohe Gewicht nährt anfänglich die Sorge, dass das LS35X bei längeren Sitzungen zu schwer sein könnte, aber diese Sorge löst sich schnell in Luft auf. Das Headset sitzt zwar straff, aber nie unbequem. Die weichen Polster fangen jeglichen Druck ab und auch Brillenträger müssen nicht befürchten, dass irgendwann die Birne schmerzt. Der Tragekomfort lässt nichts zu wünschen übrig, wie wir bei mehreren mehrstündigen Zocksitzungen feststellten.

Was die Bedienung angeht, hat sich LucidSound einiges einfallen lassen, um sich von der Konkurrenz abzusetzen, und bleibt damit der Linie früherer Headsets treu. Auf den ersten Blick findet ihr lediglich zwei Schalter: einen An-/Ausschalter nebst Signalleuchte an der linken sowie eine Pairing-Taste an der rechten Ohrmuschel. LucidSound hat die komplette Bedienung auf die drehbaren Außenteile der Ohrmuscheln gelegt.

Mit der linken Seite regelt ihr die Lautstärke oder schaltet das Headset stumm. Die rechte Seite ist für die Mikrofone zuständig. Ein Druck schaltet das Mikro stumm, mittels Drehen steuert ihr die Game-Chat-Balance und ein längerer Druck schaltet das Mikrofon-Monitoring ein oder aus. Wenn ihr wollt, könnt ihr also eure eigene Stimme im Headset hören oder auch nicht.

Die Bedienung geht binnen Sekunden in Fleisch und Blut über. Der Widerstand beim Drehen ist hoch genug, dass sich nicht alles bei der kleinsten Berührung verstellt. Eine Wohltat gegenüber der sonst üblichen Fummelei an Minischaltern oder Bedienteilen. Apropos Mikrofone: Das LS35X verfügt über einen abnehmbaren Mikrofonarm mit Drahtgeflecht, aber auch ein integriertes Mikrofon. Ist ersteres eingesteckt, bleibt das interne Mikrofon stumm. Dank straffen Drahtgeflechts lässt sich der Mikrofonarm übrigens prima justieren.

Bleiben wir beim Mikrofon, früher eher ein Schwachpunkt der LucidSound-Headsets. Das interne Mikrofon ist natürlich nicht der Brüller, da es naturgemäß viele Umgebungsgeräusche aufnimmt. Es dürfte wohl eher selten genutzt werden. Das Boom-Mikrofon hingegen sorgt für eine klare, hervorragend verständliche Sprachausgabe ohne jegliche Störgeräusche, wie uns von Mitspielern im Voice-Chat durchgehend bestätigt wurde. Praktisch: Ist das Mikrofon stummgeschaltet, leuchtet eine rote Lampe am Mikrofon.

Der Anschluss des Headsets erfolgt mittels Xbox-Wireless-Technologie. Das LS35X ist damit eines der wenigen Headsets neben dem Turtle Beach Stealth 600/700, das ganz ohne Kabel, Basis oder USB-Dongles genutzt werden kann. Die Einrichtung geht fix, indem ihr einfach kurz die Pairing-Taste von Konsole und Headset gedrückt haltet. Die Konsole erkennt das Headset nicht nur, sondern warnt euch sogar bei niedrigem Ladestand des Akkus, der im Normalbetrieb etwa 13 bis 15 Stunden durchhält, je nach Lautstärke.

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