Preview - Mewgenics : Vom Macher von Binding of Isaac: Katzen, Kacke, Rundentaktik
- PC
Euch spukt schon seit längerem die Idee eines Katzen-Fight-Clubs im Kopf herum, deren Kontrahenten ihr selbst züchtet? Kein Problem, da hat Edmund McMillen was für euch. Der kreative Kopf hinter Titeln wie Super Meat Boy und The Binding of Isaac arbeitet mit Unterbrechungen seit 2012 an Mewgenics, einem rundenbasierten Taktik-RPG, in dem ihr Fellnasen betreut und kämpfen lasst. Nach Jahren des Wartens steht der Release im Februar 2026 endlich kurz bevor, und ich habe bereits ausführlich Katzendompteur gespielt.
Im Kern spielt sich Mewgenics wie jedes andere rundenbasierte Taktik-Rollenspiel. Ihr schickt bis zu vier Samtpfoten auf einmal in den Kampf, wählt zwischen regulären Attacken und Spezialangriffen, die Mana verbrauchen, und müsst dabei stets eure Angriffs- und Bewegungsreichweite beachten.
Im Vorfeld stellt ihr eure katztastische Truppe zusammen: Durch Halsbänder weist ihr den Miezen Klassen wie Tank, Heiler oder Magier zu. Aktive und passive Items erhöhen Angriffskraft, Verteidigung oder bestimmte Charakterwerte, die sich wiederum auf die Lebensenergie oder den ausgeteilten Schaden auswirken.
Poppen, bis der Tierfänger kommt
Doch Mewgenics wäre nicht von Edmund McMillen, wenn es sich nicht deutlich von seinen Genre-Kollegen abheben würde. Natürlich handelt es sich wieder um ein Roguelite, das heißt also: Kein Run läuft wie derjenige davor ab, Gegner, Events, Items und viele andere Elemente generiert das Spiel für jeden Durchgang neu.
Dann wäre da noch der Zucht-Faktor. Denn ein jeder Stubentiger aus eurem Stall kann nur genau einmal die beschwerliche Reise antreten und tritt danach in den Ruhestand ein. Doch wie im Altersheim gibt es auch nach dem Dienstende keine Ruhe, schließlich will der Fortbestand der Rasse durch amtliche Schnacksleinheiten gesichert werden. Wie Edmund es selbst sagte: „In Mewgenics sind Katzen die Währung.“
Nach jedem Run kehrt ihr also in euer Haus zurück, überprüft die Werte eurer Muschis und trefft darauf basierend eine wichtige Entscheidung: Schickt ihr sie im Austausch gegen Boni einem der zahlreichen NPCs zu, oder wird sie euer Prachtexemplar für die nächste Zucht? Denn bei jedem Schäferstündchen und der daraus resultierenden Geburt besteht die Chance, dass eure Kätzchen Fähigkeiten und Eigenschaften ihrer Eltern erben.
Im Haus will dafür eine romantische Atmosphäre geschaffen werden, und so schmückt ihr die Bude mit allerhand Tand; außerdem ist es entscheidend, welche Katzen sich gemeinsam in einem Zimmer befinden. Beendet ihr einen Tag, bricht nämlich die Nacht an und damit die Zeit für physische Aktivitäten. Dabei spielt es keinerlei Rolle, ob Männlein mit Weiblein, zwei Kater, zwei Katzen – nur flotte Dreier stehen nicht auf dem Plan. Manche Tiere können sich aber auch nicht leiden und prügeln sich entsprechend.
Hals- und Beinbruch
Eure miaudlichen Truppen fliegen nach ihrem Tod in einem Kampf nicht direkt aus dem Spiel, sie werden aber verkrüppelt. Ein gebrochenes Bein beispielsweise verringert die Bewegungsdistanz, und fehlt einer Samtpfote ein Auge, leidet ihre Treffsicherheit. Manche Tiere verfügen auch über Krankheiten wie Autismus oder ADHS, die sich ebenfalls auswirken und sogar vererbt werden können.
In Kombination mit diversen Elementareffekten ergeben sich irrsinnig viele Möglichkeiten, die mich in meinen bisherigen Stunden regelmäßig überraschten – und wenn nur aufgrund ihrer Sinnhaftigkeit. Natürlich zeigt ein Verbrennungsangriff bei einer nassen Katze nur herzlich wenig Wirkung, während ein saftiger Donnerschlag schon ordentlich schmerzt. Oder ihr friert Gras ein, wodurch Eisstacheln entstehen.
Hierbei bietet sich reichlich Raum, um abstruse Synergien auszunutzen. Tatsächlich ist das von Edmund McMillen explizit gewünscht, denn das Spiel existiert, „um gebrochen zu werden“.
Ja, selbst ein kleiner Begleiter kann alles auf den Kopf stellen. Wer weiß schon, welche Rolle die Schildkröte spielt? Auf euren Reisen stürzt ihr euch nämlich nicht nur in Kämpfe, sondern erlebt allerhand Events. Beispielsweise stoßt ihr auf einen alten Fernseher. Ein Skillcheck wie bei Dungeons & Dragons entscheidet: Schafft eure Katze es, ihn anzuschalten, oder kriegt sie einen Stromschlag? Je nach Ausgang des Events müsst ihr mit körperlichen Beeinträchtigungen oder verbesserten Charakterwerten rechnen.
Katzen mit Ohrwürmern
Grafisch erwartet euch typische Kost von Edmund McMillen. Wenn ihr süße Stubentiger erwartet, die zum Knuddeln einladen, muss ich euch enttäuschen. Alles, inklusive der Tiere, ist krumm und schief und könnte bisweilen direkt aus einem Film von Tim Burton stammen. Natürlich fehlen auch die Kackhaufen an allen Ecken und Enden nicht, die in den Kämpfen sogar eine taktische Rolle als Barrikaden einnehmen.
Das wahre Highlight der audiovisuellen Untermalung stellt aber ganz klar die Musik dar. Von smoothen Ambient-Sounds hin zu irrwitzigen Jazz-Passagen bietet Mewgenics schon einiges an feiner Kost, aber kommt erst Gesang ins Spiel, stehen alle Regler auf Ohrwurmgarantie. Bosse bekommen eigene Songs spendiert, die sich mir direkt ins Hirn frästen, und der Hauptmenü-Track verfolgt mich vermutlich über die nächsten Wochen hinweg.


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