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Test - Miyoo Mini Flip : Test: Bei diesem Mini-Handheld kommt es eben doch auf die Größe an

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Im Bereich der Retro-Handhelds ist Miyoo kein Unbekannter. Das chinesische Unternehmen spezialisiert sich auf Geräte im Stil des Game Boy Color sowie des Advance SP und baute sich über die letzten Monate dank stabiler Performance und guter Verarbeitung einen durchaus starken Ruf auf. Mit dem Miyoo Mini Plus umfasst das Portfolio auch einen ultrakompakten Handheld, der sich ideal als täglicher Begleiter eignet. Der Mini Flip setzt auf eine ähnlich winzige Form, aber im Clamshell-Design.

Um eines klarzustellen: Wenn hier die Rede von einem ultrakompakten Handheld ist, dann meine ich wirklich ULTRA-kompakt. Der Miyoo misst gerade einmal knappe 67 Millimeter in der Breite, 68 Millimeter in der Länge und ist nur 24,5 Millimeter dick sowie knappe 120 Gramm leicht. Aufgeklappt erreicht er etwa 127 Millimeter Länge. Zum Vergleich: Der Original Game Boy Advance SP war 144,5 Millimeter breit und 82 Millimeter lang.

Diese geringe Größe stellt gleichermaßen den größten Vorteil wie auch den massivsten Nachteil des Miyoo Mini Flip dar. Denn das Gerät passt in wirklich jede Tasche, eignet sich aber kaum für stundenlange Gaming-Sessions. Selbst mit kleineren Händen macht sich die nicht gerade ideale Ergonomie schnell bemerkbar und auch das 2,8-Zoll-Display strengt die Äuglein auf Dauer doch sehr an.

Winzig und stabil

Für etwa 60 Euro bekommt ihr durchaus nette Dreingaben geboten. Neben dem Miyoo Mini Flip selbst findet sich ein Case im Lieferumfang, wie auch ein kurzes USB-C-Kabel nebst einem Adapter auf die 3,5-Millimeter-Klinke, denn einen Kopfhörer-Ausgang bietet der Handheld nicht. Dafür gibt es einen USB-Stick, um die beigelegte 64-GB-MicroSD-Karte zu bespielen. Diese kam in meinem Fall jedoch mit vorinstalliertem Betriebssystem und mehreren hundert Spielen bestückt – wir fragen jetzt einfach nicht weiter.

Die vier Tasten wie auch das Steuerkreuz setzen auf Dome-Switches, was besonders bei Fighting Games negativ auffällt. Wenn ihr also viele Spiele zockt, die diagonale Richtungswechsel voraussetzen, eignet sich ein Gerät mit Rubber-Membran besser für euch. An sich bieten die Buttons aber einen sehr angenehmen Druckpunkt und fielen mir zu keinem Zeitpunkt negativ auf.

Selbiges gilt für den Klappmechanismus selbst. Beim Miyoo Flip gab es hier laut einigen Käufern und Käuferinnen noch Probleme, dass er brach. Natürlich muss der Mini Flip noch den Test der Zeit bestehen, aber nach meinen durchaus aggressiven Testsessions damit konnte ich noch keine Probleme feststellen.

Viel Technik auf kleinem Raum

Das LCD-Display misst wie erwähnt 2,8 Zoll und bietet eine Auflösung von 750x560 Bildpunkten. Besonders 8- und 16-Bit-Spiele wirken dank der hohen Pixeldichte sehr scharf und lassen sich auch weitestgehend gut spielen, fallen sie nicht zu kleinteilig aus. Theoretisch unterstützt der Miyoo Mini Flip auch frühe 3D-Konsolen wie die PlayStation und den Nintendo 64, hier gerät er allerdings technisch an die Grenzen und auch der kleine Screen sorgt in diesem Fall nur bedingt für Freude. Auch bei Sonnenschein strahlt er nicht gerade. Denn die Helligkeit reicht zum Draußen-Zocken nur gerade so aus.

Zum Einsatz kommt ein ARM Cortex-A7 Dual-Core CPU mit 1,2 GHz, dazu gesellen sich 128 MB RAM. Das klingt nach wenig, für die angepeilten Systeme reicht es aber dicke aus – die originale PlayStation hatte schließlich nur 2 MB RAM! Der Akku hingegen ist tatsächlich nicht sonderlich berauschend, die 2.500 mAh reichen etwa zwei bis drei Stunden, je nach Plattform und Komplexität des Spiels.

Keine Wunder erwarten braucht ihr natürlich von den verbauten Lautsprechern. Chiptune-Soundtracks piepen angemessen nervig aus dem Gerät, doch es klingt alles sehr blechern und Dynamik sucht ihr vergebens. Theoretisch bietet der Mini Flip auch WiFi für Multiplayer-Sessions.

Sinnvolle Software & Alternativen

Bis hin zur ersten PlayStation liefert der Miyoo Mini Flip genug Leistung, allerdings merkt man in der frühen 3D-Ära schon, dass der Handheld mit komplexeren Titeln gut zu kämpfen hat. Wohl fühlt er sich bei 8- bis 16-Bit-Systemen und hier konnte ich kein Spiel finden, das ihn in die Knie gezwungen hätte. Ob SNES, Mega Drive, Game Boy Advance oder PC Engine, alles lief butterweich.

Das hauseigene Betriebssystem von Miyoo dürfte für die meisten Zwecke reichen. Im Hintergrund werkelt RetroArch und die Oberfläche sortiert eure Sicherheitskopien automatisch nach System ein. Alternativ dürft ihr auch Kerne von Emulatoren direkt ansteuern oder die Benutzeroberfläche von RetroArch aufrufen. Die Farbe des Designs lässt sich anpassen und auch ein paar Themes bietet das System. Dazu die üblichen Einstellungen zum Energiesparen und kleinere Anpassungen.

Der Menü-Button erlaubt im Spiel ebenfalls die bequemen Luxus-Funktionen moderner Emulatoren. So legt ihr Savestates an oder ladet selbige, zudem beendet ihr das aktuelle Spiel. Nichts irrsinnig Spannendes, aber sehr funktional und selbsterklärend. Seid ihr auf mehr aus, gibt es OnionOS als Alternative mit Späßen wie Activity Tracker. Eher minimalistisch angelegt ist hingegen MinUI.

Greift zu, wenn...

… ihr einen Handheld als täglichen Begleiter sucht, mit dem ihr keine stundenlangen Sessions abreißen wollt.

Spart es euch, wenn...

… ihr stundenlang auf der Couch zocken wollt und euch entsprechend Ergonomie und ein ideal lesbares Display am Herzen liegen.

Fazit

Dennis Hilla - Portraitvon Dennis Hilla
Der perfekte Handheld für die Hosentasche

Nach meiner persönlichen Meinung gibt es keine bessere Bauweise für Handhelds als die klappbare Clamshell-Variante. So schrumpfen sie ganz automatisch auf erträgliche Größen und als netter Bonus bleiben die Displays geschützt. Werden diese zwei Vorteile noch durch geringe Größe ergänzt, ergibt sich fraglos der perfekte Begleiter für die tägliche Bahnfahrt, das morgendliche Meeting auf dem Porzellanthron oder um auf der öden Familienfeier kurz mal zehn Minuten Pause zu machen.

Eines ist natürlich klar: Der Miyoo Mini Flip ist nicht für stundenlange Sessions auf der Couch gedacht. Dafür fällt die Akkulaufzeit zu gering aus und die Größe ist für die Ergonomie schlicht und ergreifend Gift. Doch wenn ihr eine kleine Ergänzung für euer tägliches Leben sucht und vornehmlich im 8- und 16-Bit-Bereich unterwegs seid, findet ihr wohl kein geeigneteres Gerät. Zumal die fünf Farbvarianten Schwarz, Weiß, Grau, Gelb und Pink zu jedem Outfit passen.

Überblick

Pro

  • findet dank kleiner Größe in jeder Tasche Platz
  • genügend Leistung für die wichtigsten Retro-Systeme
  • übersichtliches Betriebssystem
  • Installation alternativer Systeme möglich
  • angenehmer Druckpunkt von Tasten und Steuerkreuz
  • Display sehr scharf und mit knalligen Farben

Contra

  • Akkulaufzeit sehr gering
  • keinesfalls für lange Sessions geeignet
  • Klappmechanismus muss sich im Langzeittest beweisen
  • mitgelieferte SD-Karte von fragwürdiger Qualität

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