Test - Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection : Test: In diesem Spin-off sind die Monsties Freunde und kein Futter
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Nach langem Nischen-Dasein hat sich die Monster-Hunter-Reihe zu einer der wichtigsten Marken für Capcom gemausert. Doch nicht jedem schmeckt das flotte und skillbasierte Kampfsystem mit seiner steilen Lernkurve. Da kommen die Spin-offs der Reihe Monster Hunter Stories mit ihrem rundenbasierten Ansatz gerade recht. Der inzwischen dritte Ableger bietet durchdachte Neuerungen, ohne das etablierte System komplett auf den Kopf zu stellen.
Ein immens wichtiger Teil von Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection ist die Geschichte. Da wäre zunächst der Konflikt zweier Königreiche: Vermeil und Azuria können sich einfach nicht riechen. Ihr schlüpft ausgerechnet in die Rolle des Kronprinzen oder der Kronprinzessin von Azuria. In dieser Funktion müsst ihr nicht nur einen drohenden Krieg abwenden, sondern auch die Kristallisation untersuchen. Diese lässt Monster komplett ausrasten und bringt so das Ökosystem ins Ungleichgewicht. Als Chef der Ranger-Truppe ist es an euch, dieses Phänomen zu untersuchen und im Idealfall eine Lösung dafür zu finden.
Gute Freunde müsst ihr sein
Jede Menge Verantwortung lastet also auf euren jungen Schultern. Glücklicherweise steht euch ein treuer Trupp zur Seite, den ihr schon früh im Spiel aus sechs Gefährten und Gefährtinnen zusammenstellen dürft. Sie bringen jeweils ein eigenes Monstie mit und nutzen eine bestimmte Waffe. Ihr könnt sie also genau auf eure Spielweise abstimmen.
Ogden beispielsweise bufft euch mit seinem Jagdhorn und sein Pukei-Pukei setzt euren Feinden mit Statuseffekten wie Gift oder Lähmung zu. Eleanor hingegen verursacht mit ihrem Großschwert immensen Schaden und ihr Anjanath sorgt für feurige Überraschungen. Erstaunlich nutzlos ist hingegen der Palico-Begleiter Rudy.
Die Elemente stellen einen essenziellen Teil der Kämpfe in Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection dar. Nur mit den richtigen Resistenzen und Angriffsarten kommt ihr gegen die unterschiedlichen Monster an, die sich euch in den Weg stellen. Wo ihr in der Hauptreihe suboptimale Sets mit Skill ausgleichen könnt, killen euch hier Attacken schneller, als ihr nach Rudy rufen könnt (der aber auch nix mehr raus reißt).
Haupt- und Nebenreihe teilen sich ein zentrales Element: den Grind. In der Oberwelt laufen haufenweise Monster herum, die ordentlich Haue von euch wollen. Die Kreaturen fallen dabei so divers wie nie zuvor aus, selbst Biester wie Chatacabra oder Magnamalo sind mit von der Partie. Je mehr Monster ihr erlegt, umso mehr Teile erhaltet ihr, was den Bau weiterer Waffen und Rüstungen erlaubt.
Abgesehen davon bastelt ihr mit gefundenen Ressourcen Tränke und andere Tinkturen, die Debuffs beheben oder Angriffe stärken. Neue Rezepte findet ihr im Shop, außerdem auch Edelsteine, die ihr in Waffen und Rüstungen sockelt und so frische Attacken freischaltet oder Resistenzen erhöht. Dieses Tüfteln sorgt für eine enorme Spieltiefe und ist besonders für Bosskämpfe zwingend nötig – hier gerät das Balancing nämlich teils stark aus dem Tritt, sprich: Einige Fights fallen enorm schwer aus.
Stein, Schere, Papier, Obihörnchen
Das Kampfsystem verfügt über einen simplen Kern: Kraft schlägt Technik, Technik schlägt Geschwindigkeit, Geschwindigkeit schlägt Kraft. Das wäre allerdings zu einfach und deshalb spielen die angesprochenen Elemente eine immens wichtige Rolle. Sechs Monsties begleiten euch, achtet darum auf einen möglichst bunt gemischten Haufen.
Zudem unterteilen sich die Menschenwaffen in drei Schadensarten: Stumpf (Hammer, Jagdhorn), Schnitt (Großschwert, Langschwert) und Durchbohren (Bogen, Gewehrlanze). Das wiederum wirkt sich massiv auf den Schaden an Teilen der Gegner aus, denn ihr könnt Köpfe, Hörner und Schwänze brechen, um die Monster deutlich zu schwächen und sogar bestimmte Angriffe zu unterbinden. Ohne Schweif ist ein Pukei-Pukei plötzlich nicht mehr so giftig.
Drei Waffen führt ihr mit; wie genau ihr sie aufteilt, bleibt euch überlassen. Ein bunter Mix aus allen Schadenstypen ist ebenso möglich wie drei Hämmer für maximale Schädelbrech-Energie. Lasst euch aber diesen einen Tipp geben: Die gesunde Mischung ist immer besser.
Mit erfolgreichen Treffern leert ihr auch die neue Haltungs-Anzeige eurer Gegner – ist sie komplett aufgebracht, kippen die Biester um und ihr zündet einen massiven Finisher. Außerdem gibt es noch den Bindungs-Balken, der durch den Einsatz von Items und Skills gefüllt wird und euch erlaubt, auf eurem Monstie zu reiten – inklusive saftigem Finisher.
Eier, wir brauchen Eier!
Neue Monsties fangt ihr nicht mit Pokéball-ähnlichen Items, sondern klaut sie. Also tatsächlich, denn überall in der Welt finden sich Monster-Bauten, aus denen ihr Eier entwendet. Passt aber auf, wenn die Mama oder der Papa noch vor Ort sind. Auch in den Bauten fällt das Balancing extrem seltsam aus, denn oftmals sind die Biester hier viel stärker als die Monster in der Oberwelt.
Nach einem erfolgreichen Klau lasst ihr euer „Diebesgut“ in den Stallungen ausbrüten – und werdet in den meisten Fällen überrascht. Zwar wisst ihr basierend auf dem jeweiligen Ei grob, welches Biest und welche Stärke euch erwarten, aber ein wenig RNG-Glück braucht es dennoch.
Allgemein solltet ihr der Zucht jede Menge Aufmerksamkeit widmen, denn nur so erhaltet ihr die stärksten Monsties. Es lassen sich sogar Skills in einer Matrix von einem Tierchen zum anderen übertragen und ordnet ihr diese Fähigkeiten sinnvoll an, verstärkt ihr passive Werte. Über 100 Monster gibt es und damit jede Menge Raum für Experimente. Leider fehlen jedoch gänzlich neue Spezies.
Euer Handlungsspielraum wird durch die Habitat-Restauration noch weiter vergrößert. Bei dieser entlasst ihr bedrohte Monster wieder in die Wildnis, um ihr Überleben zu sichern. Je mehr ihr freilasst, umso stärker werden die Artgenossen und die Chance auf Mutationen steigt ebenfalls. Somit findet ihr seltene Spezies wie pinke Rathian oder einen Feuer-Tobi-Kadachi.
Vor der Habitat-Restauration müsst ihr allerdings ein invasives Monster in dem entsprechenden Gebiet verdreschen. Oftmals erfordert dies eine bestimmte Herangehensweise an den Kampf, anstatt einfach nur die Lebenspunkte auf Null zu bringen. Als Belohnung winkt außerdem ein Ei der jeweiligen Kreatur.
Nebensächliche Stories
Neben der Hauptstory fährt Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection erstmals auch ausführliche Nebenquests für eure Freunde und Freundinnen aus. Hier geht es um die lokale Küche oder die Rettung von ganz besonderen Poogies. Sie schweißen euch stärker mit eurem Team zusammen, erhöhen die Spielzeit und sind insgesamt eine willkommene Ergänzung.
Nicht nur in den Nebengeschichten kommen die Fähigkeiten eurer Monsties zum Tragen. Manche von ihnen gleiten hunderte Meter weit durch die Lüfte, wieder andere erklimmen selbst steilste Wände ohne Probleme und auch Schwimmen haben einige im Repertoire. So erreicht ihr selbst entlegenste Winkel, findet spannende Items, spürt invasive Monster auf und lüftet viele weitere kleine und große Geheimnisse.
Eine echte Open World bietet Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection nicht, aber das ist auch gut so. Die abgesteckten Gebiete bieten definitiv genügend Platz zum Erkunden. Und mir persönlich sind solche Gebiete lieber als eine offene Welt, die leer und aufgezwungen wirkt.
Die Cel-Shading-Optik mag sicherlich nicht jedem und jeder gefallen, ich fand sie aber durchaus charmant. Auf der Switch 2 stellten sich die Umgebungen und Figuren stets detailreich und scharf dar – die Verbesserung zu Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin ist immens! Dafür gerät die Framerate auf Nintendos Hybrid-Konsole regelmäßig ins Stocken, was bei einem Spiel dieser Machart aber kein großes Problem darstellt.
Bei den Sprecherinnen und Sprechern kann ich kein vollumfängliches Lob aussprechen, denn hier kommt es stark auf die gewählte Synchronisation an. Der japanische Cast leistet durch die Bank großartige Arbeit und bringt Emotionen deutlich zum Ausdruck. Die englische Riege hingegen wirkt besonders bei einigen Nebenrollen dezent gelangweilt und nicht ganz bei der Sache.
Greift zu, wenn...… ihr ein Herz für Monster Hunter habt und euch taktische Rundenkämpfe ansprechen.
Spart es euch, wenn...… ihr keinen Bock auf Grind habt und Monster lieber in Echtzeit verhaut.




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