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Test - NVIDIA GeForce NOW : Test: Cloud-Gaming auf RTX-5080-Niveau

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    Cloud-Gaming hat seine Vorteile, wird aber oft skeptisch gesehen: praktisch für Gelegenheitszocker, aber selten ernstzunehmende Alternative zu High-End-PCs oder Konsolen. Mit dem Blackwell-Upgrade für GeForce NOW liefert NVIDIA ab heute RTX-50-Power, DLSS 4, Raytracing der neuesten Generation und optimierte Latenzen – und bringt Cloud-Gaming damit näher an lokale High-End-Hardware als je zuvor. Wir hatten schon vor dem heutigen Roll-out die Möglichkeit, das Upgrade auszuprobieren.

    Seitdem GeForce NOW im Jahre 2020 nach langer Betaphase offiziell an den Start gegangen ist, hat sich viel getan. Über 25 Millionen Spieler sollen sich für den Dienst registriert haben, wobei allerdings nur etwa 20 Prozent die kostenpflichtigen Abonnements nutzen, so zumindest die Schätzungen. NVIDIA dürfte das relativ egal sein, die Server in den weltweiten Data Centers haben sicherlich mit KI-Berechnungen genug zu tun. Abgesehen davon dürfte Cloud Gaming ohnehin in den kommenden Jahren immer interessanter werden.

    Die wachsende Beliebtheit von Handheld-PCs, abgesehen von den ohnehin schon verbreiteten Smartphones und Tablets, dazu die technisch schwächelnden Konsolen, die Kosten für Gaming-PCs und die zunehmende Verbreitung von Cloud-Gaming-Apps auf Smart-TVs sind gute Argumente, auf Cloud Gaming umzusteigen. Klar, die Abogebühren sind nicht ohne, die Ultimate-Mitgliedschaft kostet immerhin 21,99 Euro im Monat. Das rechnet sich allerdings – ein Gaming-PC mit RTX-5080-Qualitäten kostet immerhin deutlich über 2.000 Euro, für das Geld kann man sehr lange streamen.

    Und Cloud Gaming kann man quasi mit nahezu jedem Gerät nutzen, denn der Stream benötigt nur wenig lokale Leistung. Nötig sind nur Maus und Tastatur oder ein BlueTooth-Controller sowie eine stabile Internetverbindung. Die Bandbreite muss dazu noch nicht mal extrem hoch sein, je nach Auflösung und Bildwiederholrate reichen 15 bis circa 60 mBit, vorzugsweise mit etwas Luft nach oben. Da GeForce NOW mittlerweile auf das kompaktere AV1-Format umgestiegen ist, sind die nötigen Bandbreiten gegenüber früher sogar etwas gesunken.

    Die neue Blackwell-Architektur löst bei GeForce NOW nun die Ada-Lovelace-Generation ab und bringt eine Reihe von Neuerungen, die sich direkt auf das Spielerlebnis in der Cloud auswirken. Ultimate-Mitglieder erhalten Zugriff auf virtuelle Maschinen mit RTX-5080-Power, die Auflösungen bis zu 5K bei 120 Bildern pro Sekunde stemmen. Bei 1080p sind sogar bis zu 360 Bilder pro Sekunde möglich. Raytracing der neuesten Stufe gehört ebenso dazu wie NVIDIAs Upscaling-Technologie DLSS 4 mit Multi-Frame Generation und NVIDIA Reflex, das wiederum Latenzen weiter senkt.

    Ein wichtiger Faktor für das Spielerlebnis ist natürlich die Latenz. GeForce NOW setzt hier auf optimierte Serverstandorte und die NVIDIA-Reflex-Technologie, die Eingaben praktisch in Echtzeit verarbeitet. In Kombination mit schnellen Internetverbindungen lassen sich so Reaktionszeiten erreichen, die sogar deutlich unter denen von lokalen Konsolen liegen. Bei unserem Probelauf mit zwei verschiedenen Providern hatten wir Systemlatenzen von etwa 35-50 ms, ein verdammt guter Wert. Das reicht zwar vermutlich nicht ganz für den ambitionierten Esportler, für Online-Gaming auf Normalspielerniveau aber dicke.

    Und auch die mobile Nutzung macht Fortschritte. Eine Kooperation zwischen NVIDIA und der Deutschen Telekom nutzt die L4S-Technologie (Low Latency, Low Loss, Scalable Throughput), um eine besonders niedrige Latenz und stabile Verbindung für mobiles Gaming zu gewährleisten. Diese Technologie wird über das 5G Standalone-Netzwerk der Telekom bereitgestellt, das als erstes in Europa speziell für latenzoptimiertes Cloud-Gaming mit GeForce NOW konzipiert wurde.

    Gleichzeitig legt NVIDIA beim Streaming selbst nach. Mit verschiedenen Streaming-Modi stehen euch sinnvolle Presets zur Verfügung: „Datensparen“ reduziert die Bitrate, um auch bei schwankender Internetverbindung flüssiges Gameplay zu ermöglichen; „Wettbewerb“ priorisiert Framerate und niedrige Latenz für schnelle Shooter oder Online-Matches; und „Filmähnlich“ optimiert Farbqualität, HDR und Details für eine cineastische Darstellung, ideal bei Story- oder Rollenspielen. Wer möchte, kann aber auch auf die Presets pfeifen und direkt die Einstellungen der jeweiligen Spiele in den Optionen anpassen.

    Ein zentraler Vorteil von GeForce NOW bleibt die Flexibilität. Ob PC, Mac, Handheld oder Smart-TV – die Leistung in der Cloud bleibt gleich. Auf LG-Fernsehern läuft die Plattform nativ in 4K bei 120 Hertz, auf Geräten wie dem Steam Deck oder dem Lenovo Legion Go werden Spiele möglich, die lokal gar nicht spielbar wären. Die Bandbreite der Möglichkeiten wird immer größer, zumal auch neue Smart-TVs die entsprechenden Apps bereits an Bord haben, sodass im Grunde der Fernseher nebst einem Controller als einziges Gerät erforderlich ist.

    Natürlich spielt auch die Spieleauswahl eine entscheidende Rolle und auch hierbei wird mit dem Upgrade nachgelegt. Mehr als 4.500 unterstützte Titel werden inzwischen unterstützt, von Blockbuster-Produktionen bis zu Indie-Perlen. Neu ist die verbesserte Integration mit Steam: Mit der Funktion „Install-to-Play“ könnt ihr dafür freigegebene Steam-Titel quasi selbst auf den Servern installieren. 100GB temporärer Speicherplatz stehen im Ultimate-Abo zur Verfügung, wer nicht immer neu installieren will, kann festen Speicherplatz dazu buchen.

    Erfreulich ist, dass sich am Preis nichts ändert. Das Ultimate-Abo bleibt bei rund 20 Euro im Monat, auch die günstigeren Stufen bleiben unverändert. Für euch bedeutet das, dass ihr von der höheren Leistung profitiert, ohne zusätzliche Kosten zu tragen. Angesichts steigender Hardwarepreise im PC-Bereich ist das ein wichtiger Faktor, um Cloud-Gaming als Alternative attraktiver zu machen.

    Wir hatten bereits gut eine Woche vor dem Roll-out des Upgrades die Möglichkeit, die neuen Features auszuprobieren und waren schlicht beeindruckt. Okay, eine stabile und halbwegs kräftige Internetverbindung ist erneut das A und O, ist das gegeben, funktioniert GeForce NOW mit dem neuen Upgrade verdammt gut. Wir hatten in der Woche nur selten Absacker der Netzleistung, GeForce NOW reagierte aber sofort darauf und reduzierte selbständig die Qualität des Streams, damit es nicht zu Abbrüchen kommt. Das passierte aber nur zwei oder drei Mal und auch nur für wenige Sekunden.

    Die Leistung an sich ist beeindruckend und die Darstellungsqualität zeigt kaum noch sichtbare Unterschiede zu einem lokalen PC oder einer Konsole. Auch das frühere Latenzproblem hat NVIDIA derweil bestens im Griff. Selbst gefräßige Spiele wie Kingdom Come: Deliverance II konnten wir problemlos mit Ultra-Einstellungen mit über 100 Bildern pro Sekunde zocken, in 4K versteht sich. Ein Unterschied zum Zocken auf dem lokalen PC war nicht warnehmbar und auch bei Spielen, die schnelle Reaktionen verlangen, blieb alles flüssig und geschmeidig, selbst mit einem BlueTooth-Controller an der Glotze.

    Auch der Ausbau der Spielebibliothek auf Steam mit dem neuen Install-to-Play-Feature ist eine willkommene Ergänzung. Immerhin wird das verfügbare Portfolio damit nahezu verdoppelt. Schade ist lediglich, dass Spiele einiger Publisher weiterhin nicht verfügbar sind, darunter beispielsweise die PC-Titel von Sony PlayStation oder die Sporttitel von Electronic Arts und Take 2, aber das dürfte weniger an NVIDIA liegen, sondern an den Lizenzierungs- und Geschäftsstrategien der Publisher.

    Greift zu, wenn...

    … ihr mit maximaler Grafikleistung ohne teuren High-End-PC zocken wollt.

    Spart es euch, wenn...

    … ihr Wert auf eigene Hardware legt.

    Fazit

    Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
    Cloud-Gaming auf High-End-Niveau

    Durch das Blackwell-Upgrade wird GeForce NOW immer mehr zu einer echten Alternative für Spieler, die auf High-End-Grafik Wert legen, aber kein Geld in einen eigenen Gaming-PC stecken wollen. RTX-5080-Power, DLSS 4, Raytracing und NVIDIA Reflex liefern beeindruckende Performance, während die Plattform unabhängig vom Gerät reibungslos funktioniert. Die Latenzen sind niedrig genug für die meisten Online-Spiele, die Bildqualität beeindruckend und die Spielauswahl wurde mit dem Install-to-Play-Feature deutlich ausgebaut, auch wenn weiterhin einige große Marken wie Sportspiele von EA und Take 2 oder die PlayStation-Ports von Sony fehlen. Wer Cloud-Gaming bislang skeptisch beäugt hat, bekommt hier ein Erlebnis, das dem klassischen High-End-PC so nah kommt wie nie zuvor.

    Überblick

    Pro

    • RTX-5080-Power, DLSS 4 und Raytracing in der Cloud
    • hohe Auflösungen und Bildraten bis 5K/120 FPS
    • optimierte Latenzen, NVIDIA Reflex
    • geräteunabhängig auf PC, Mac, TV, Handheld oder Mobil
    • über 4.500 Spiele, Steam-Integration mit temporärem Speicher
    • Preis bleibt stabil

    Contra

    • Abhängigkeit von schneller, stabiler Internetverbindung
    • einige bekannte Spielemarken weiterhin nicht verfügbar

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